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Krankenhaus Haßfurt Schließung der Geburtshilfe steht im Raum

Wenn es nach den Plänen der Haßberg-Kliniken geht, soll es im Krankenhaus Haßfurt künftig keine Entbindungsstation mehr geben. Als Grund werden unter anderem die hohen Vorhaltekosten genannt.

Stand: 10.05.2016

Im Rahmen einer aktiven Strukturpolitik soll die Geburtshilfe dort eingestellt werden. Hohe Vorhaltekosten zur Patientensicherheit trugen ihren Teil zur Entscheidung des Vorstands der Haßberg-Kliniken bei. Die nächsten Entbindungskliniken sind dann in Schweinfurt und Bamberg. Die Vorschläge sollen eine Reaktion auf die steigende Anzahl älterer Menschen im Landkreis sein.

Antwort auf allgemeine Trends

365 Kinder kommen in der Geburtshilfe im Haßfurter Krankenhaus durchschnittlich jedes Jahr zur Welt. Dem Trend folgend würden zukünftig immer weniger Mütter ihre Kinder in Haßfurt zur Welt bringen wollen. Die Mütter seien zwar sehr zufrieden, für die Patientensicherheit fielen allerdings hohe Vorhaltekosten an, so die Kliniken. Hinzu komme, dass junge Mütter zunehmend Wert auf eine Kinderklinik in einer Entbindungsklinik legten. Bisher arbeiten das Leopoldina-Krankenhaus in Schweinfurt und eine Kinderklinik vor Ort mit den Haßberg-Kliniken zusammen.

Verbesserung der Notfallambulanzen

Die Notfallambulanzen in Haßfurt und Ebern sollen optimiert werden. Das Haus in Hofheim soll in ein ambulantes Ärztezentrum umfunktioniert werden. So zumindest stellt sich das der Vorstand der Haßberg-Kliniken vor. Im Gegenzug soll die Altersmedizin ausgebaut werden.

Weichenstellung im Juni

Eine Grundsatzentscheidung zu diesen Strukturmaßnahmen wird Anfang Juni vom Verwaltungsrat erwartet. In einer Presseerklärung halten sich die Haßberg-Kliniken bedeckter: Mögliche Änderungen werden nur noch als 'Option bezeichnete Überlegungen' beschrieben. Über die Vorschläge soll auch in den Kreistagsfraktionen diskutiert werden. Die Nachfrage im Bereich der Altersmedizin wird kontinuierlich steigen, vermuten die Haßberg-Kliniken. Auf ihre langjährig Beschäftigten wollen sie deshalb nicht verzichten.

Fakten zu den Haßberg-Kliniken

550 Mitarbeiter sorgen für den laufenden Betrieb. Insgesamt gibt es 245 Betten. Während der letzten Jahre rutschten die Kliniken immer mehr in die roten Zahlen: 2012 waren es noch 300.000 Euro Verlust, 2013 lag der Schuldenstand schon bei 900.000 Euro. Bereits 1,9 Millionen Euro waren es 2014. Für das letzte Jahr wurde im März 2015 ein Defizit in Höhe von rund drei Millionen Euro erwartet.

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  • zur Sendungshomepage Regionalnachrichten aus Mainfranken von 6.00 bis 18.00 Uhr, jeweils zur vollen und halben Stunde, Bayern 1

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