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Neue Sparkasse Schweinfurt-Haßberge Mann aus Landsberg will Sparkassen-Fusion rückgängig machen

Rainer Gottwald aus Landsbergs am Lech will erreichen, dass die Fusion der Sparkassen Schweinfurt und Ostunterfranken rückgängig gemacht wird. Der Sparkassen-Fusions-Kritiker will dazu nun Unterschriften für ein Bürgerbegehren sammeln.

Stand: 03.01.2018

Symbolbild: Ein Kugelschreiber liegt auf einem Abstimmungszettel mit den Wahlmöglichkeiten "ja" und "nein" | Bild: picture-alliance/dpa

Am 1. Januar haben sich die Sparkassen Schweinfurt und Ostunterfranken zur Sparkasse Schweinfurt-Haßberge zusammengeschlossen – und genau das ist Rainer Gottwald ein Dorn im Auge. Der Sparkassen-Fusionskritiker aus dem oberbayerischen Landsberg am Lech will über ein Bürgerbegehren einen Bürgerentscheid durchsetzen – und dadurch erreichen, dass die Fusion rückabgewickelt wird.

Gottwald: Träger verlieren fünf Millionen Euro

Aus Sicht des Rentners ist dem Landkreis Haßberge und der Stadt Königsberg als Träger durch den Zusammenschluss ein Schaden durch fünf Millionen Euro entstanden. Zudem hätten die beiden Kommunen in der neuen Sparkasse "nicht zu melden", weil sie im Verwaltungsrat nur eine Minderheit haben. 

Obwohl Gottwald nicht im Landkreis wohnt, darf er dort ein Bürgerbegehren initiieren. Damit es als Bürgerentscheid zugelassen wird, müssen im Landkreis Haßberge rund 4.100 Bürger unterschreiben, in der Stadt Königsberg rund 300.

In Bayern kennt man Gottwalds Namen

Der promovierte Betriebswirt beschäftigt sich seit einigen Jahren intensiv mit den Bilanzen der bayerischen Sparkassen. Sie haben seinen Angaben zufolge Rücklagen in Höhe von rund 2,4 Milliarden Euro. Einen Teil davon könnten sie, wenn es nach Gottwald geht, an Städte und Landkreise ausschütten und so den klammen Kommunen helfen. Dafür kämpft der Rentner, der sich damit mittlerweile in ganz Bayern einen Namen gemacht hat.


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Rudolf W., Dienstag, 09.Januar, 13:02 Uhr

6. Es geht nur um Reibach und das ist nicht OK!

Die Argumente der Sparkassen für die Fusion überzeugen mich in keinster Weise. Angeblich soll nur die schiere Größe zählen. Aber die Volks- und Raiffeisenbanken sind meistens viel kleiner als die Riesen-Fusions-Babys der Sparkassen und sind trotzdem erfolgreich am Markt. Es geht den Sparkassenvertretern nur um ihren Reibach, um nichts anderes. Das sollte man nicht hinnehmen, wenn man schon die Möglichkeit hat, das zu unterbinden!

Knorr, Montag, 08.Januar, 23:40 Uhr

5. Fusion in rekordverdächtigem Tempo

„Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du."

Mahatma Gandhi

Mit etwas gesundem Menschenverstand kann sich eigentlich jeder denkende Mensch bewusst machen, dass es so etwas eigentlich gar nicht geben kann: Von der Bekanntgabe der FusionsABSICHT im Juli 2017 bis zur vollendeten Fusion am 1.1.2018 in weniger als 6 Monaten!

Barthel, Montag, 08.Januar, 15:09 Uhr

4. Hoffentlich gelingt das Bürgerbegehren!

Hoffentlich gelingt es, genügend Bürger zu mobilisieren, um dem Ausverkauf der heimischen Interessen einen Riegel vorzuschieben!

Die Sparkassen sollen Geldinstitute von Bürgern für Bürger sein. In der Praxis aber agieren sie wie Großbanken. Wozu diese bei schlechtem Management imstande sind, ist anscheinend schon wieder vergessen worden (Griechenland, Börsencrahs, Spekulationsblasen usw.).

Bei uns in der Region Schweinfurt-Ostunterfranken kommt noch hinzu, dass jetzt Personen über die Fusion entschieden haben (Landräte, Bürgermeister, Kreis- und Stadträte), die in der Summe durch Nullkommanichts für solch gravierende Entscheidungen qualifiziert sind. Nichtsahnende Laien haben die Interessen einiger weniger durchgesetzt!

Hrdlicka, Mittwoch, 03.Januar, 15:16 Uhr

3. Vorschlag

Ich schlage Herrn Rainer Gottwald als künftigen Träger des "Ordens wider den tierischen Ernst" vor !
Besser als durch dieses geplante Bürgerbegehren lässt sich die teilweise Absurdität unseres Systems schwerlich legal darstellen !

Francesco, Mittwoch, 03.Januar, 09:59 Uhr

2. Er will ja nur spielen....

Besser kann man den Zustand unserer Demokratie nicht beschreiben. Unser Staat ist in seiner Toleranz (Dummheit ?) nicht zu überbieten und jeder kann sich in unserem Staat in irgendeiner Form verwirklichen, der Sinn - und vor allem die Erfolgsaussichten - wird erst gar nicht erfragt. Gesunder Menschenverstand war früher...

  • Antwort von Rainer Gottwald, Freitag, 05.Januar, 23:42 Uhr

    Wir leben in einem demokratischen Rechtsstaat, in dem alle Gewalt vom Volke ausgeht. Bürgerbegehren sind ein unverzichtbares Element dieses Systems. Sie dienen dazu politische Fehlentscheidungen zu korrigieren. Es ist jeder Bürger aufgerufen sich zu engagieren. So sehe ich meine ehrenamtliche Betätigung, die Bürger aufzuklären, welche Konsequenzen eine Fusion hat und wem sie Vor- bzw. Nachteile bringt. An den Kommentaren in dieser Zeitung aber auch in den anderen Zeitungen sehe ich, dass im Raum Hassfurt ein sehr großer Informationsbedarf besteht. Das Fusionsverfahren wurde in wenigen Monaten unglaublich schnell durchgepeitscht. Bei uns in Oberbayern soll auch eine Fusion stattfinden. Die Analysen laufen seit rund anderthalb Jahren.

    Um einen Bürgerentscheid zu fordern muss zuerst ein Bürgerbegehren durchgeführt werden. Dazu werden für die Stadt Königsberg rund 300 Unterschriften benötigt. Wird es auf Landkreisebene durchgeführt, sind es ca. 4.100 Unterschriften.