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Lehrermangel ULLV bezeichnet Lage in Unterfranken dramatisch

Zu wenige Lehrerstunden und eine hohe Fluktuation der Lehrkräfte in Unterfranken, das hat der Unterfränkische Lehrer- und Lehrerinnenverband (ULLV) in Elsenfeld thematisiert.Er lud zur Veranstaltung "Schule trifft Politik" ein.

Stand: 19.05.2017

Schulklasse beim Unterricht | Bild: picture-alliance/dpa

Anlass der Veranstaltung war die laut ULLV dramatisch angespannte Unterrichtsversorgung in ganz Unterfranken: Die Bedarfsberechnung des Kultusministeriums führe seit Jahren zu einer ungerechten Verteilung der Lehrerstunden auf die Regierungsbezirke. Außerdem sei das für regionale Besonderheiten zusätzlich zugewiesene Lehrerstundenkontingent viel zu gering bemessen – das spüren dem ULLV zufolge besonders die Schulen am Untermain.

Versetzung nach Oberbayern

Zentrales Problem ist demnach die hohe Lehrerfluktuation an Grund- und Mittelschulen. Mangels ausreichender Planstellen wechseln junge Lehrkräfte aus der Region nach kurzer Zeit. Sie treten Planstellen in Oberbayern an oder finden in einem benachbarten Bundesland eine feste Anstellung.

"Im Laufe des Schuljahres hat sich die Situation durch Langzeiterkrankungen und Schwangerschaftsvertretungen mit anschließender Elternzeit weiter verschärft. Die Schulen müssen sich mit Doppelführungen von Klassen, Gruppenauflösungen, Streichen von Differenzierungsmaßnahmen, Aufteilen von Schülern in Parallelklassen, Vertretungen und Mehrarbeit behelfen. Verstärkt wird in den kommenden Monaten auch mit Unterrichtsausfällen zu rechnen sein. Die Belastungsgrenze ist bei vielen Lehrkräften weit überschritten, ein schülerorientiertes und effizientes Unterrichten nicht mehr gesichert. Nicht zuletzt auch durch die immer mehr zunehmende Beschäftigung unzureichend ausgebildeten Personals auf Aushilfs-Arbeitsvertrag sinkt die Qualität des Unterrichts bedenklich."

Pressemitteilung ULLV


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Kommentare

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Bürger, Freitag, 19.Mai, 12:09 Uhr

4. Dramatisch?

Dramatisch? Ernst gemeint? In der abgebildeten Schulklasse sind sage und schreibe 17 Schüler u. -innen zu sehen. Wir hatten zu meiner Zeit weit über 30 Schüler.
Und es gab keine Differenzierungsmaßnahmen geschweige denn "schülerorientiertes und effizientes Unterrichten". Meine Kinder sind im G8 - Gymnasium und da ist von "schülerorientiertes u. effizientes Unterrichten" nicht viel zu merken. Jeder muss dort selbst schauen wir er den Stoff "kapiert". Was sagt das über unser Schulsystem und besonders über die Haupt- und Mittelschule aus? Jeder kann sich da seinen eigenen Reim daraus bilden.

  • Antwort von Amelia, Freitag, 19.Mai, 14:13 Uhr

    Woher wissen Sie, dass die abgebildete Klasse von einer ausgebildeten Lehrkraft und nicht von einem "Studenten mit Lehrauftrag" unterrichtet wird?

Faustkeil, Freitag, 19.Mai, 11:21 Uhr

3.

Sehr geehrter Helmuth(Komm. 1.),

sind Sie von der CSU oder für das System tätig.
Nur soviel zu Ihrem Kommentar:
Im 18. Jahrhundert ging man fast gar nicht zur Schule und noch früher lebte man in Höhlen. Geht Ihnen ein Licht auf?

  • Antwort von Renate E., Freitag, 19.Mai, 14:00 Uhr

    Was soll dieser Kommentar? Glauben Sie, dass man als 50jähriger aufwärts fern der Realität ist? Ich kann mich dem Kommentator nur anschließen. Heutzutage jammert man auf hohem Niveau. Ich kenne ebenso Klassenstärken von 30 Schülern; in meiner Klasse waren wir 32, in den vier Parallelklassen pro Klasse 30 bis 31 Kinder. Und da herrschte wirklich Drill, da gab es "harte Bandagen", wenn sich doch hier und da ein Ruhestörer eingenistet hatte. Dazu kam ein enormes Pensum an Hausaufgaben. Wir waren trotzdem nicht permanent überfordert und, was jetzt total falsch erzählt wird, wir hatten noch mehr Mathe zu pauken und Deutsch, wie der heutige Nachwuchs. Man schaue einfach in die Lehrbücher rein zum Vergleich, falls noch vorhanden...
    Ich kann es sicher verstehen, wenn man mehr Lehrer braucht und habe absolut nichts dagegen, wenn die Klassen geringer besetzt werden. Doch frage ich mich, ob man heutzutage nicht generell "aus jeder Mücke einen Elefanten machen" möchte?

Wolfgang, Freitag, 19.Mai, 10:34 Uhr

2. Wieviel Lehrer haben KEINE Vollzeitstelle?

Wieviele der Lehrer sind auf familienfreundlichen Halbstellen?

Kinder fremdbetreuen und Vollzeitstelle ist bei lange ausgebildeten Akademikern volkswirtschaftlich sinnvoll, bei Personal welches sonst nur Erbsendosen in das Discounteregal räumt kaum.

  • Antwort von Klassenkrampf?, Samstag, 20.Mai, 12:11 Uhr

    Aber Hauptsache die "Erbsen ins Regal-Räumer" erwirtschaften die satten Pensionen der "alle drei Jahre ein Sabatical-Nehmer". Schon dreist so ein Kommentar.

Helmuth M., Freitag, 19.Mai, 08:30 Uhr

1.

In den 60er und 70 er Jahren, waren in den Klassen bis zu 40 Schüler mit 1 Lehrer besetzt. Wir haben alle etwas gelernt, sonst währen die Babyboomers nicht die Masse der Steuerzahler.
Aber heute muss wohl jedes Kind Einzeln unterrichtet werden.

  • Antwort von Amelia, Freitag, 19.Mai, 14:18 Uhr

    Sie haben natürlich völlig Recht! Damals gab es allerdings noch keine "Massenkindhaltung" ab dem Windelalter, d.h. die Kinder hatten Zeit, im Leben richtig zu verwurzeln, mit elterlichem Vorbild, und es gab nicht die Medien, die heute dafür sorgen, dass Kinder über alles plaudern müssen, was sie gestern in der Kiste gesehen oder gerade heimlich auf dem Klo im Handy gefunden haben, nur nicht über den Unterrichtsstoff. Sperren Sie heute mal 60 Kinder zusammen in eine Klasse und unterrichten Sie sie nach den Methoden von damals.....Wenn das nicht wieder auf dem Rücken der Kinder geschehen müsste, würde ich das glatt ausprobieren wollen :-)