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Bereitschaftspraxen Miltenberg Landkreis kämpft für zweite Praxis

Wird es künftig im Landkreis Miltenberg immerhin noch zwei statt bisher drei Bereitschaftspraxen geben? Darum haben gestern Politiker und Ärztevertreter in Würzburg gerungen. Miltenbergs Landrat Marco Scherf schrieb nach dem Gespräch auf Facebook von einem "gemeinsamen Teilerfolg".

Stand: 12.11.2016

Witz an der Wand | Bild: picture-alliance/dpa

Er freue sich, dass sein Gespräch mit Ärztinnen und Ärzten des südlichen Landkreises den Anstoß zu einem Runden Tisch gegeben habe, so Scherf weiter. Einen Teilerfolg sieht auch der Landtagsabgeordnete der Freien Wähler Hans Jürgen Fahn. In zwei Wochen, am 26.11., treffe sich die Vertreterversammlung aller bayerischen Kassenärzte. Bis dahin wolle die KVB erneut prüfen, ob eine Bereitschaftspraxis im südlichen Landkreis eingerichtet wird, so Fahn.

Pläne der KVB

Eigentlich hatte die KVB angekündigt, dass es ab 2017 nur noch eine Bereitschaftspraxis in Erlenbach geben wird. Ziel der derzeitigen Reform sei es, flächendeckend in ganz Bayern eine ambulante medizinische Versorgung auch abends und an Wochenenden und Feiertagen zu gewährleisten. Zugleich müsse die Dienstbelastung möglichst gleichmäßig unter den zum Dienst verpflichteten Haus- und Fachärzten verteilt werden. Die Kassenärztliche Vereinigung will durch eine Zentrierung des Bereitschaftsdienstes den Beruf des Hausarztes vor allem für junge Ärzte attraktiver machen. 

Weite Wege für Patienten

Aktuell ist der Landkreis Miltenberg noch in drei Bereitschaftsdienstgruppen aufgeteilt. Für die Patienten bedeutet die angestrebte Zusammenlegung, dass sie bei Bedarf alle nach Erlenbach am Main müssten. An der dortigen Helios-Klinik soll die Bereitschaftspraxis für den Gesamtlandkreis angegliedert werden.

Zweite Praxis in Miltenberg gefordert

Gegen diese Pläne gibt es aber heftigen Widerstand. Vor allem von Seiten der Ärzte aus dem südlichen Landkreis, aber auch von den Bürgermeistern der Odenwald-Gemeinden. Die fordern eine zweite Bereitschaftspraxis – und zwar in Miltenberg - und hatten dafür schon fast 5.000 Unterschriften gesammelt. Die Odenwald-Allianz, der Zusammenschluss der Odenwald-Gemeinden, kritisiert die Entscheidung der KV. Unter anderem auch deswegen, weil sie, zusammen mit den betroffenen Ärzten, ein Konzept erarbeitet hätten, das über ein Ärztehaus hinausginge.


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