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Abschied nach 122 Jahren Krankenhaus Hofheim geschlossen

Am 30. Juni haben die Haßberg-Kliniken offiziell ihren Krankenhaus-Standort in Hofheim geschlossen. Damit geht die Geschichte des Hofheimer Krankenhauses nach 122 Jahren zu Ende. Die letzten Mitarbeiter wuden verabschiedet.

Stand: 30.06.2017

Patientenaufnahme im Krankenhaus | Bild: dpa / Picture Alliance Emily Wabitsch

Von den zuletzt 25 Betten in Hofheim waren im Durchschnitt noch 13 Betten ständig belegt. Rund 1.000 Menschen wurden hier pro Jahr stationär behandelt. Die 15 Pflegekräfte von Hofheim sollen künftig in Ebern und Haßfurt eingesetzt werden. Die internistische ambulante Versorgung in Hofheim soll weiterhin durch eine Praxis im Erdgeschoss des Hauses sichergestellt werden. Weiterhin sollen von Haßfurt aus chirurgische und gynäkologische Sprechstunden in Hofheim angeboten werden.

Defizit senken

Mit der Schließung des Krankenhauses in Hofheim hofft der Verwaltungsrat der „Haßberg-Kliniken“, das Gesamtdefizit senken zu können. 2012 kam das Krankenhaus das erste Mal in die Verlustzone. Da lag das Minus bei 300.000 Euro im Jahr. 2013 lang der Verlust schon bei 900.000 Euro, 2016 bei etwa drei Millionen Euro. Die Geburtshilfestation in Haßfurt soll Ende nächsten Jahres geschlossen werden, weil mit rund 350 Geburten im Jahr dieser Bereich defizitär ist. Mit unter anderem diesen Maßnahmen wird das Haus in den nächsten Jahren rechnerisch auf einen Verlust von knapp 1,9 Millionen Euro kommen. Dabei dürfe es jedoch laut Haßberge-Landrat Wilhelm Schneider, nicht bleiben, auch dieser erwartete Verlust müsse weiter gedrückt werden, sagte er zuletzt. Für das Haus in Ebern soll bis zum 30.04.2018 ein Zukunftskonzept entwickelt werden. Die Abteilungen Chirugie und Innere Medizin sollen aber fortgeführt werden.

Zwei Standorte bleiben

Die Haßberg-Kliniken haben zusammen 240 Betten. 145 in Haßfurt, 70 in Ebern und bis heute 25 in Hofheim. Haßfurt soll künftig um die Bettenkapazität von Hofheim aufgestockt werden. Das Unternehmen beschäftigt insgesamt rund 530 Leute. Im letzten Jahr wurden rund 11.000 Menschen stationär behandelt, rund 15.000 wurden ambulant versorgt.


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