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Causa Kickers-Stadion Würzburger VG weist Anwohner-Klagen ab

Das Würzburger Verwaltungsgericht hat die Klagen von Anwohnern des Kickers-Stadions am Dallenberg abgewiesen. In den Klagen ging es um die Umgestaltung des Stadions und Begleiterscheinungen des Spielbetriebs der aufstrebenden Kickers.

Stand: 18.02.2016

Würzburger Kickers - Werder Bremen | Bild: BR/Sascha Ammon

In einer ersten Reaktion heißt es am Donnerstagnachmittag von Seiten der Würzburger Kickers:

"Der FC Würzburger Kickers begrüßt die Entscheidung des Verwaltungsgerichts Würzburg vom heutigen Donnerstag und fühlt sich in seiner Rechtsauffassung durch das Urteil bestätigt."

Pressemitteilung der Würzburger Kickers

Der Kickers-Vorstandsvorsitzende Daniel Sauer äußerte sich folgendermaßen:

"Die Kickers haben auch als nicht direkt beklagte Partie auf freiwilliger Basis alles Mögliche – darunter etwa die Erbringung von Gutachten oder die Durchführungen von Emissions-Messungen – getan, um zu diesem Ergebnis zu gelangen. Dabei haben wir bis zuletzt immer mit den uns zur Verfügung stehenden Möglichkeiten versucht, den Nachbarn entgegenzukommen. Auch nach dem Urteil ist es uns ein Anliegen, ein rücksichtsvolles Miteinander im nachbarschaftlichen Verhältnis zu führen."

Daniel Sauer, Vorstandsvorsitzender Würzburger Kickers

Stadt Würzburg war Beklagte

Eine Stellungnahme seitens der unterlegenen Kläger gibt es bisher nicht. Etwa ein Dutzend Anwohner des Kickers-Stadions am Würzburger Dallenberg zogen mit ihrem Unmut am Donnerstagvormittag (18.02.16) vor Gericht. Beklagter war die Stadt Würzburg, unter anderem wegen erteilter Baugenehmigungen für die neue Flutlichtanlage der Kickers. Vereinsvertreter waren zu der Verhandlung beigeladen. Die detaillierte Begründung des Urteils stellt das Würzburger Verwaltungsgericht voraussichtlich in einigen Wochen zu.

Anwohner: Flutlicht als unerwünschte Leselampe

Blick in den Saal des Würzburger Verwaltungsgerichts

Den Anwohnern ist das Stadion der Kickers zu hell und zu laut. Ein Kläger sagte vor Gericht, wenn das Flutlicht an ist, dann könne er "im Schlafzimmer ohne Lampe Zeitung lesen". Allerdings: In der laufenden Saison gibt es voraussichtlich nur drei Spiele, bei denen das Flutlicht überhaupt angeschaltet wird. Die Kickers sind zudem bereit, den Anwohnern Jalousien zu bezahlen. Verzwickter war die Lage im Fall des Lärmproblems.

Lärmgutachter durfte nicht aufs Grundstück

Das Kickers-Stadion | Bild: imago/FAF zum Audio Dialog mit Anwohnern Kickers-Stadion macht Probleme

Mehr als zwei Stunden dauerte die Aussprache von Neu-Drittligist Würzburger Kickers mit den Anwohnern des Dallenbergs. Die ärgern sich u.a. über zu viel Lärm bei Spielen im Kickers-Stadion, das derzeit eine große Baustelle ist. [mehr]

Sprech-Chöre und das monotone Fan-Trommeln bringen etliche Anwohner besonders auf die Palme. Um hier zu einem Ergebnis zu kommen, musste zunächst geklärt werden, welche Grenzwerte überhaupt gelten: Ist der Bereich am Dallenberg ein reines Wohngebiet - oder ein "Mischgebiet", wo von Anwohnern eine höhere Lärmtoleranz abverlangt werden kann? Brisant: Beim Heimspiel gegen Münster am Mittwochabend (17.02.16) hatten die Kickers einen Gutachter beauftragt, den Lärm auf den Grundstücken der Kläger zu messen. Einige Anwohner haben den Gutachter aber nicht auf ihre Grundstücke gelassen - und mussten sich deshalb kritische Worte des Verwaltungsrichters anhören.

Gesprächsangebote und verhärtete Fronten

Wiederholt hatte der Verein den Dialog mit den Anwohnern gesucht. beispielsweise kamen im Sommer 2015 etwa 80 Anwohner zu einer Informationsveranstaltung der Würzburger Kickers. Bereits damals war die Stimmung aufgeladen.


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Kommentare

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Fußballfan, Freitag, 19.Februar, 00:41 Uhr

3.

Gott sei Dank haben die handvoll (12 Bürger, nicht 12 Haushalte - ganz wichtig!) elitären Bürger, glauben sie zumindest von sich, eine passende Antwort bekommen. Die Anwälte können sich freuen!

Andreas Meier, Donnerstag, 16.Juli, 10:13 Uhr

2. Es brodelt am Dallenberg; Anwohner vs. Würzburger Kickers

In dem Beitrag werden mehrmals die „Anwohner" des Dallenbergs erwähnt, die sich an vielen Dingen rund um die Kickers, den Fußball, Lärm, Müll, VIP-Zelt stören. Ich möchte doch zu denken geben, dass es am Dallenberg auch Anwohner gibt, die eine andere Auffassung vertreten und bestimmt nicht in der Minderheit sind. Ich denke es ist an der Zeit, auch das Positive herauszustellen, was mit der Entwicklung hier am Dallenberg und insbesondere mit den Kickers einhergeht. An dieser Stelle ein großes Lob an das Team um Michael Schlagbauer, was in kurzer Zeit hier auf die Beine gestellt wurde und noch wird. Diese Anerkennung fehlt in der öffentlicher Diskussion und Wahrnehmung. Meines Erachtens schießt so mancher „Anwohner“ weit über das Ziel hinaus. Was in der ganzen Diskussion fehlt, ist meines Erachtens ein kleines Stück Verständnis und Toleranz. Wir sollten alle an einem Strang ziehen, um diese einmalige Chance zum Erfolg zu führen. Oder möchte Würzburg wieder einmal etwas verpassen?

  • Antwort von nero09, Donnerstag, 18.Februar, 18:43 Uhr

    Ich bin zwar kein Anwohner und von daher nicht Betroffen ! Aber ich denke das ist des "Pudelskern" Das wir allgemein wieder deutlich mehr Verständnis und Toleranz aufbringen müssen Schließlich entwickeln sich die Kickers ja gerade zu einem weiteren Aushänge schild Würzburgs! Neben den schon erwähnten Veranstaltungen in Würzburg bzw. an der Talavera! Es ist eh schon Bedauerlich das Veranstaltungenwie Weindorf etc. oder Biergärte nunter ständigen Klagen/Einschränkungenzu leiden haben! Wir sollten doch mal Bedenken, das gerade solche Feste/Einrichtungen einen Teil unserer Kultur auch ausmachen! Und Gäste/Touristen nach Würzburg locken! Und damit letztendlich auch Arbeisplätze schaffen! gerade in einer Region die nicht gerade mit großer Industrie aufwarten kann! Und ich denke, das die Verantwortlichen Seiens der Kickers alles Ihnen möglichr Unternehmen um die "Belästigungen so gering wie möglich zu halten!? Isofern mein Apell an alle für Toleranz &Verständnis ! Würzburg ist eine so tol

Anwesender, Freitag, 10.Juli, 20:18 Uhr

1. Bei genauer Betrachtung brodelt es gar nicht so sehr.....

Zum einen waren von den Ihnen genannten ca. 80 Personen nur ca. 40 Anwohner. Zum anderen waren es nur ein paar ganz wenige, vornehmlich die beiden Herren am vorderen linken Tisch, die sich über alles aufregen können. Es existieren 13 Unterschriften gegen das Drumherum des Stadions. Bei einem angenommen Durchschnittshaushalt von 3 Personen handelt es sich als um 3-4 Haushalte des Dallenbergs - nicht gerade viel! Es gibt in Würzburg einen Stadtteil Zellerau, in dem u.a. ein Frühjahrsvolksfest (14 Tage von mittags bis nachts), ein Kiliani-Volksfest (14 Tage von mittags bis nachts und mit großen Anfangs- und Endfeuerwerken), ein Afrika-Festival mit lauter Musik und Trommelgeräuschen die bis in die Nachbarorte zu hören sind, eine Veranstaltung "Umsonst und draußen, Mainfrankenmesse etc. stattfinden. Diese Leute sind wirklich stark beeinträchtigt! Sicher besuchen auch die beiden zuvor genannten Herren mit ihren Familien solche Veranstaltungen - allerdings ohne an deren Anwohner zu denken!

  • Antwort von Anwohnende 1, Sonntag, 12.Juli, 09:34 Uhr

    Und da ist es wieder: Das Runterspielen der Anwohnerbelästigung!

    Wer jetzt genau und wie viele ist doch eigentlich egal; vielleicht haben sich die anderen Anwohner entspannt zurückgelehnt, als "die beiden Herren", die offensichtlich schon einen bestimmten Ruf genießen, das Wort ergriffen. Nur nicht selbst unangenehm auffallen, aber die positiven Ergebnisse mit abbekommen. Häufig zu beobachtende Verhaltensweise. Ich weiß es nicht; spielt auch keine Rolle.

    Ich selbst wohne an der Zufahrtsstraße zu einem Freibad und möchte betonen, dass mir klar ist, dass das kaum ein Vergleich ist zu Herden von z.T. gewalttätigen, stockbesoffenen Fans. Trotzdem nervt es. Nicht eventueller Lärm, nächtliche Zusatzveranstaltungen, Flutlichtschwimmen,... - uns Anwohnern völlig egal!

    Aber unsere Einfahrten sind zugeparkt - nicht Falschparker; nein: Blödparker: 30 cm vom Bordstein weg stehen, mit der Motorhaube oder mit dem Heck auf den Millimeter zur Garagenkante,....

  • Antwort von Anwohnende 2, Sonntag, 12.Juli, 09:42 Uhr

    Man kann zum Abbiegen nicht mehr Ausholen und man kommt auch nicht mehr raus. Mit einrm normalen PKW kommt man i.d.R. grade noch vorbei, wenn kein Gegenverkehr ist, aber ständig gibt es Probleme: Lieferdienste, Heizöl, Spedition, Baustelle,... Kein kleiner LKW kommt mehr durch. - Im Ernstfall auch kein Rettungswagen, aber da der zum Freibad eine andere Route hat, wo er täglich auch hinmuss, ist das wohl egal. Den Anwohnern passiert schon nichts.

    Dann der Müll: Papiere und Folienverpackungen aller Art, halb leer gegessene und -getrunkene Essensverpackungen und Becher, auch volle Windeln, kaputte Kühltaschen,... - alles auf unserem Gehweg und oft sogar in den Vorgärten. In einer guten, heißen Woche fällt vor unseren Häusern mehr Müll an, als unsere Haushaltsmülltonnen im 14-Tage-Ausleertakt fassen können.
    Dazu werden soweit die Arme über den Zaun reichen Blumen und Blätter abgerissen und auf den Weg verstreut.

  • Antwort von Anwohnende 3, Sonntag, 12.Juli, 09:50 Uhr

    Außerdem wollen ständig welche zu uns auf die Toilette, "weil man sich auf dem Freibadklo ja wer weiß was holen kann". Wer bei uns nicht klingelt, oder wenn keiner aufmacht, pinkelt halt neben die Garage oder an den Gartenzaun.

    Seit wir diese Sache mal der Gemeinde vorgebracht haben (eigentlich ging es in erster Linie um zusätzliche kostenlose Mülltüten, wenn wir den Dreck schon wegräumen und die vollgek...ten Windeln 2 Wochen in unseren Garagen lagern), gelten wir als schwierige Straße und als Querulanten. Auch gegen die Parkplatzsituation will keiner was unternehmen, die jetzt noch schlimmer ist, seit am Bad Parkgebühren anfallen.

    Begründung: Die paar heißen Tage im Jahr werden wir schon aushalten. Schließlich werden wir ja wohl auch ins Bad gehen.

    Und ich frage mich jetzt: Haben diese rücksichtslosen Typen nicht auch irgendwo einen Wohnsitz, in dessen Einfahrt sie ungehindert fahren möchten und dessen Vorgarten sie unzerstört und müllfrei halten wollen?

  • Antwort von G.Brokschmidt, Donnerstag, 18.Februar, 20:12 Uhr

    @Anwohnende:Da hat sich ja einiges bei Ihnen angesammelt . Tut gut das mal loszuwerden:Nun habe ich aber mal ne Frage:War das Schwimmbad schon vorher da?ILassen sie mich raten....
    @Anwesender:Guter Kommentar, dem ist nichts hinzuzufügen.