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Entscheidung gefallen "Haßberg-Kliniken" schließen Krankenhaus in Hofheim

Die "Haßberg-Kliniken" werden Ende Juni ihren Standort in Hofheim schließen. Weiterhin wird die Geburtshilfestation im Haus Haßfurt Ende nächsten Jahres dicht gemacht. Das hat der Verwaltungsrat der "Haßberg-Kliniken" am Montag beschlossen.

Stand: 15.05.2017

Als Grund für die Entscheidung nannte der Verwaltungsratsvorsitzende der "Haßberg-Kliniken", Haßberge-Landrat Wilhelm Schneider, das erneut gestiegene Defizit des Krankenhaus-Verbunds. Von den zuletzt 25 Betten in Hofheim waren im Durchschnitt noch 13 Betten ständig belegt. Rund 1.000 Menschen wurden hier pro Jahr stationär behandelt.

Mitarbeiter sollen nach Ebern und Haßfurt wechseln

Die 15 Pflegekräfte von Hofheim werden künftig in Ebern und Haßfurt eingesetzt werden. Die internistische ambulante Versorgung in Hofheim soll weiterhin durch eine Praxis im Erdgeschoss des Hauses sichergestellt werden. Weiterhin sollen von Haßfurt aus chirurgische und gynäkologische Sprechstunden in Hofheim angeboten werden.
Weiterhin hat der Verwaltungsrat beschlossen, die Geburtshilfe in eine gynäkologische Abteilung umzuwandeln. Den sechs Hebammen in Haßfurt wird angeboten, im Krankenhaus Haßfurt als Pflegekräfte arbeiten zu können. Die werdenden Mütter werden künftig nach Schweinfurt, Bamberg oder Coburg zum Entbinden gehen müssen.

Verluste sollen begrenzt werden

2012 kamen die "Haßberg-Kliniken" das erste Mal in die Verlustzone. Da lag das Minus bei 300.000 Euro im Jahr. 2013 lang der Verlust schon bei 900.000 Euro, 2014 bei 1,9 Millionen Euro, 2015 bei 2,75 Millionen Euro und 2016 bei etwa drei Millionen Euro. Mit den jetzt getroffenen Maßnahmen soll der Verlust der "Haßberg-Kliniken" in den kommenden Jahren rechnerisch auf knapp 1,9 Millionen Euro begrenzt werden. Dabei dürfe es jedoch laut Schneider nicht bleiben, auch dieser erwartete Verlust müsse noch weiter gedrückt werden, sagte er.

Die Haßberg-Kliniken verfügen insgesamt über 240 Betten – 145 in Haßfurt, 70 in Ebern und 25 in Hofheim. Haßfurt soll künftig um die Bettenkapazität von Hofheim aufgestockt werden.


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Kommentare

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loisachtaler, Dienstag, 16.Mai, 10:35 Uhr

2. Privatisierungswahnsinn

Rein Wirtschafts-orientiertes Denken und verpflichtende Grundversorgung von kranken Menschen gehen nicht zusammen, das ist eigentlich allgemein bekannt. Der Landrat ist in erster Linie den Bürgern verpflichtet, nicht irgendeiner Privatfirma. Aber alles und jedes privatisieren müssen, das Problem haben wir doch jetzt überall (siehe Kommentar unten). Nicht nur dieser Landrat verletzt eindeutig die Dienstpflichten, welche mit seinem Amt verbunden sind, unter anderem die medizinische Grundversorgung der Bürger in seinem Landkreis sicher zu stellen. Wofür zahlen denn die Bürger eigentlich Krankenversicherungsbeiträge, wofür wurden Landrat und Kreisräte eigentlich gewählt? Da stellen sich unzählige Fragen ...?

Roter Stern, Dienstag, 16.Mai, 09:58 Uhr

1.

Die Bevölkerung in Bayern wächst - die Krankenhäuser schließen. Glaubt diese Politik noch einer?