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Dringlichkeitsantrag im Landtag Grüne setzen sich für Kinder-Palliativ-Pflege ein

Die Würzburger Malteser sollen für ihr Kinder-Palliativ-Team mehr Geld von den Krankenkassen bekommen. Das fordern die bayerischen Grünen. Um das zu erreichen, hat die sozialpolitische Sprecherin Kerstin Celina im Landtag einen Dringlichkeitsantrag angekündigt.

Stand: 14.11.2017

Kinderhand liegt in Erwachsenenhand | Bild: picture-alliance/dpa

Gut zwei Wochen nach dem Hilferuf der Maltester kündigen nun die Grünen einen Dringlichkeitsantrag im Bayerischen Landtag an. Die Sprecherin für Sozialpolitik und Jugend, Kerstin Celina, fordert konkrete Lösungswege für eine Kinder-Palliativ-Versorgung in Unterfranken.

"Nur weil die ambulante Kinderpalliativversorgung in Unterfranken an keine Kinderklinik angedockt ist, müssen sich die Malteser mit Spenden über Wasser halten."

Kerstin Celina (Grüne), MdL

Stefan Dobhan widerspricht dem "gerne formulierten Irrtum, dass das Andocken an eine Kinderklinik wesentliche Einspareffekte hätte". Gegenüber dem BR sagt er, dass dies nicht der Fall sei. "Denn auch die Kliniken müssten ja das palliativmedizinisch geschulte Personal - das in Unterfranken übrigens gar nicht vorhanden ist - an uns verrechnen."

Arbeit wird durch Spenden finanziert

Die Malteser betreuen seit 1. Oktober in ganz Unterfranken 15 sterbenskranke Kinder mit einem mobilen Team auf ihrem letzten Weg zuhause. Doch die Krankenkassen wollen dafür nicht genug zahlen. Pro Jahr würden rund 115.000 Euro fehlen, sagte Malteser Diözesan-Geschäftsführer Stefan Dobhan Ende Oktober dem BR, "das Angebot der Kassen ist schlicht inakzeptabel." Die Arbeit wird derzeit über Spendengelder finanziert.

Der Dringlichkeitsantrag der Grünen soll in den nächsten Wochen im Ausschuss für Gesundheit und Pflege behandelt werden. Das Finanzierungsangebot der Kassen reiche bei weitem nicht aus. "Eltern mit einem sterbenskranken Kind müssten sich darauf verlassen können, dass das Angebot einer Kinderpalliativpflege dauerhaft ist und nicht sich fragen müssen, ob der Träger genügend Spenden zusammenkratzen kann, um den Dienst anzubieten", so Celina in einer Erklärung im Internet. Dass sich das bayerische Gesundheitsministerium hier vornehm zurückhalte, gehe gar nicht. 


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Kommentare

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Hallo, Dienstag, 14.November, 12:59 Uhr

1. "das in Unterfranken übrigens gar nicht vorhanden ist"

Das wurde mir, in anderem Zusammenhang, von staatlicher Seite auch erzählt.
Das Personal wäre in Unterfranken nicht vorhanden.
Stellenangebot bei der Agentur für Arbeit aufgegeben, nach zwei Wochen hatten sich 6 qualifizierte Bewerber aus Stadt und Landkreis gemeldet.
Die Gelder wurden daraufhin zähneknirschend genehmigt...

Für die bayerische Regierung ist Unterfranken scheinbar der unterentwickelte Teil Bayerns.
Oder wird diese Argumentation auch in anderen Bezirken verwendet? :-)