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Kraftwerksgespräch Wie soll Abriss des KKW Grafenrheinfeld aussehen?

Preussen-Elektra, der Betreiber des Kernkraftwerks Grafenrheinfeld bei Schweinfurt, hat Dienstagabend zu einem Kraftwerksgespräch eingeladen. Bei dem Gespräch sollte darüber informiert werden, wie der Abriss des seit Juni 2015 stillgelegten Meilers aussehen soll.

Von: Norbert Steiche

Stand: 21.03.2017

Das ehemalige Atomkraftwerk in Grafenrheinfeld  | Bild: Nicolas Armer/dpa

Zu dem Gespräch waren unter anderem Bürgermeister der umliegenden Gemeinden eingeladen. Für 2018 erwartet Preussen-Elektra eine sogenannte Rückbaugenehmigung. Es wird damit gerechnet, dass der Abriss dann bis 2030 dauern wird. Umstritten ist eine rund 100 Meter lange sogenannte Bereitstellungshalle, in der mittel- und schwachradioaktiver Müll aus dem KKW zwischengelagert werden soll. Der Schweinfurter Kreistag hatte bei seiner Sitzung im Juli 2016 die Pläne zum Abriss des Kernkraftwerks Grafenrheinfeld einstimmig abgelehnt.

Kritik aus dem Landratsamt Schweinfurt

Das Landratsamt Schweinfurt wertete die öffentlich ausliegenden Antragsunterlagen "gemessen an Umfang, Zeitdauer, Schwierigkeit und finanzieller Dimension als sehr knapp." Aus Sicht des Landratsamts Schweinfurt hätte das bestehende Lager im oberpfälzischen Mitterteich genügend Kapazitäten, um den Müll aus Grafenrheinfeld aufzunehmen. KKW-Betreiber Preussen-Elektra will die Halle bauen, weil Schacht Konrad als langfristiges Endlager für schwach- und mittelradioaktiven Müll nicht rechtzeitig fertig werden wird.

Was passiert mit den Brennelementen?

Das Landratsamt Schweinfurt hielt zuletzt die vorgelegten Rückbaupläne des KKW-Betreibers für nicht genehmigungsfähig. Das KKW Grafenrheinfeld war im Juni 2015 nach 33 Betriebsjahren endgültig abgeschaltet worden. Laut einem Sprecher des KKW Grafenrheinfeld soll bei dem Gespräch unter anderem darüber informiert werden, wie die Brennelemente noch unter Wasser zur Abkühlung für die Einlagerung in Castoren vorbereitet werden können. Wenn das sogenannte Nasslager mit den letzten Brennelementen geräumt sein wird, werden laut Angaben von Preußen Elektra 55 der 88 Castorstellplätze im Atommüllzwischenlager belegt sein.

Angst vor einem Endlager

Das Atommüllzwischenlager hat noch eine Betriebsgenehmigung bis 2046. Es wird also weit über den geplanten Abriss des KKW hinaus bestehen. Ein Endlager für Atommüll gibt es allerdings bislang weltweit nicht. Viele Menschen fürchten, dass das Atommüllzwischenlager am KKW Grafenrheinfeld zu einem Endlager werden könnte.


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Kommentare

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Wolfgang Schönfelder, Dienstag, 21.März, 12:42 Uhr

3. Bitte keinen totalen Rückbau.

Hallo,
die Kernkraftwerksstandorte haben viel Infrastruktur die auch für GUD-Kraftwerke nutzbar wären, gg. nach Anpassungen.

Zaun, Pförtner, Kantine, Sozial- und Büroräume samt Werkstätten.
Kühlwasser Zu- und Ablauf.
Kühltürme.
Schaltwarten, das Gebäude und die Kabelschächte.
Turbinen und Generatoren, ggf. wegen unterschiedlicher Dampfparameter nur Fundamente und die Turbinenhalle.
Notstromaggregate.
Hochspannungsanschlüsse und Schaltfelder.

B.Dieter, Dienstag, 21.März, 09:39 Uhr

2.

Was mich am meisten verwundert: Es ist nicht der Parteisoldat, der sich im besten Glauben an die Ideologie seiner politischen Heimat vollkommen lächerlich macht. Nein. Es sind wir. Die Bürger. Alle, meine Person eingeschlossen. Wir, die wir wissen, was da alles falsch läuft und dennoch rein gar nichts dagegen tun. Das erstaunt mich am meisten.
M.f.G.

  • Antwort von Hallo, Dienstag, 21.März, 13:33 Uhr

    Es gibt Menschen die etwas dagegen tun. Informieren Sie sich mal wer alles im nächstgelegenen Gefängnis sitzt und warum. ;-)
    Zuviel geschimpft, zuviel "das Falsche verhindert" und Zack! JVA...

Unsicher, Dienstag, 21.März, 09:32 Uhr

1. Alternative Atomkraftwerke

Hallo zusammen, vielleicht kennt sich jemand aus. Ich meine mal etwa von "Sicheren" Atomkraftwerken gelesen zu haben. Sicher im Betrieb und auch der Müll soll nicht so gefährlich und teuer zu entsorgen sein - was für uns alle den Strom viel billiger machen würde. Ich meine es ging um Thoriumkraftwerke, oder so ähnlich! Weil man aber für die Bomben kernwaffenfähiges Plutonium brauchte hat man sich für die aktuellen AKWs entschieden. Sollte die Möglichkeit einer sauberen und sicheren Energieversorgung bestehen, warum setzt man das nicht um? Muss denn alles immer nur Gewinne für Konzerne abwerfen??

  • Antwort von Uwe, Dienstag, 21.März, 13:17 Uhr

    So etwas wie sichere und saubere AKWs gibt es schlichtweg nicht. Im übrigen braucht man für Atombomben nicht zwingend Plutonium. Uran geht auch, wie man an Hiroshima gesehen hat. In Nagasaki wurde Plutonium benutzt. Die Unterschiede in der Wirkungsweise waren marginal.

  • Antwort von Hallo, Dienstag, 21.März, 13:26 Uhr

    Als letztens ein Flugzeug nicht anfunkbar war wurden Atomkraftwerke geräumt!
    Ein "saubereres" Thoriumkraftwerk wäre ein gleichwertiges Ziel, nur will man die dann auch kleiner bauen und viel mehr davon.
    Da freut sich der Terrorist!
    Thoriumreaktoren können im "worst case" auch ganze Landstriche unbewohnbar machen.

    Der aktuelle Atommüll sollte ja auch "weiterverwertet" werden wenn die nötige Technologie denn erstmal erforscht ist. (bis heute nicht)
    Es war nie geplant das Zeug mehrere Millionen Jahre zu lagern.
    Ohne diese völlig offene Zukunftsträumerei der Weiterverwertung hätte es vielleicht nie eine Zulassung für ein deutsches AKW gegeben.

    Die Stromkonzerne nutzen solche "Visionen einer sauberen Atomkraft" gerne um völlig unrealistische positive Erwartungen zu wecken.