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KKW Grafenrheinfeld Gemeinde will keinen Atommüll "vor der Haustür"

Die Gemeinde Grafenrheinfeld will ihren Atommüll früher los werden. Sie fordert, schwach- und mittelradioaktive Abfälle aus dem stillgelegten Kraftwerk schon ab 2022 im "Schacht Konrad" in Salzgitter zu lagern.

Von: Norbert Steiche

Stand: 22.08.2017

Das Atomkraftwerk Grafenrheinfeld am 28. Juni 2015 | Bild: BR/Julia Kuhles

Grafenrheinfeld im Landkreis Schweinfurt gehört zu der "Arbeitsgemeinschaft der Standortgemeinden mit kerntechnischen Anlagen in Deutschland", kurz ASKETA. Diese fordert nun, die Mitgliedsgemeinden vom Atommüll "vor der Haustür" zu entlasten.

Zwischenlagerung in 100 Meter langen Halle

Sabine Lutz, Bürgermeisterin von Grafenrheinfeld, wendet sich dabei gegen die Planungen der Kernkraftwerksbertreiberin "Preussen Elektra", schwach-und mittelradioaktiven Müll vom Kernkraftwerk Grafenrheinfeld in einer bis zu 100 Meter langen Halle zu lagern. "Preussen Elektra" will sich damit die Möglichkeit offen halten, schwach- und mittelradioaktive Abfälle von anderen KKW-Standorten nach Grafenrheinfeld zu bringen.

Hintergrund

Das KKW Grafenrheinfeld wurde vor über zwei Jahren nach 33-jähriger Laufzeit endgültig abgeschaltet. Alle 193 Brennelemente wurden aus dem Reaktordruckbehälter entfernt und in das sogenannte Nasslager gebracht. Unter Wasser werden derzeit 597 Brennelemente gekühlt und gelagert. Bis Ende 2020 sollen alle Brennelemente in Castoren verpackt und dann im Atommüllzwischenlager unweit des Reaktorgebäude untergebracht sein. KKW-Betreiberin "Preussen Elektra" will das Kernkraftwerk Stück für Stück zurückbauen. Bis 2030 sollen auch die beiden 143 Meter hohen Kühltürme verschwunden sein. Erst nach der Entlassung aus dem Atomgesetz könnte mit dem konventionellen Abriss begonnen werden. Für den gesamten Rückbau des KKW Grafenrheinfeld geht das Unternehmen von einem Zeitraum von zehn und 15 Jahren aus.


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