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Lkw-Unfall bei Rohrbrunn Mit Wasser gegen Gaffer: Kein Verfahren gegen Feuerwehrmann

Das eigenmächtige Vorgehen eines Feuerwehrmannes mit dem Schlauch gegen Gaffer auf der A3 bei Rohrbrunn am 9. November hat wohl kein juristisches Nachspiel. Laut Staatsanwaltschaft Aschaffenburg hat keiner der betroffenen Gaffer Anzeige erstattet.

Von: Anke Gundelach

Stand: 13.11.2017

Wie Burkhard Pöpperl, der Leitende Oberstaatsanwalt in Aschaffenburg, mitteilte, sei bislang keine entsprechende Strafanzeige eines betroffenen Gaffers bei ihm eingegangen. Auch sehe die Staatsanwaltschaft derzeit allein aufgrund der vorliegenden Bildberichte keine zureichenden tatsächlichen Anhaltspunkte für das Vorliegen einer strafbaren Handlung der betreffenden Feuerwehrleute. Es bestehe deshalb auch kein hinreichender Anlass für eine Verfahrenseinleitung von Amts wegen.

Kein Verstoß gegen die Straßenverkehrsordnung

Auf den Bildern und Filmen sei zu erkennen, dass die Gaffer in der sehr langsam fahrenden Fahrzeugkolonne mit dem Schlauch mit geringem Spritzdruck besprüht worden seien, wobei vor allem die geschlossenen Fenster der Beifahrerseite getroffen wurden. Ein versuchter oder vollendeter gefährlicher Eingriff in den Straßenverkehr könne hierdurch nicht festgestellt werden. Anschließend seien die jeweiligen Fahrer von der Polizei angehalten und zur Anzeige gebracht worden.

Nur die Polizei ahndet Vergehen

"Die Polizei ist sich mit der Feuerwehr für künftige Einsätze einig, dass das Anspritzen von Gaffern mit Wasser kein adäquates Vorgehen für Einsatzkräfte darstellt. Für die Ahndung und Unterbindung von Ordnungswidrigkeiten und/oder Straftaten an der Einsatzstelle ist die Polizei zuständig. So wurden auch am vergangenen Donnerstag Lkw-Fahrer angehalten, Personalien festgestellt und Ordnungswidrigkeitenverfahren eingeleitet. Darüber hinaus wurden mögliche Verstöße gefilmt, welche jetzt ausgewertet werden."

Michael Zimmer, Pressesprecher Polizeipräsidium Unterfranken

Hintergrund:

Am 9. November war einem Feuerwehrmann bei den Bergungsarbeiten nach einem schweren Lkw-Unfall mit drei Todesopfern der Kragen geplatzt, als mehrere Lkw-Fahrer ihre Handys gezückt und das Geschehen gefilmt hatten. Er spritzte mit einem Feuerwehrschlauch gegen deren Beifahrerfenster.


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