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Stark gefährdet Dem Feldhasen geht es an die Löffel

Die fränkische Trockenplatte im Raum Würzburg-Schweinfurt-Kitzingen gilt als eine Hochburg für die Feldhasenpopulation. Dennoch gehen seit Jahren die Bestände so stark zurück, dass der Feldhase als gefährdete Tierart gilt.

Stand: 23.03.2016

Feldhase | Bild: picture-alliance/dpa

Dass sich die Zahl der Feldhasen so drastisch dezimiert, liegt vor allem daran, dass den Tieren der natürlich Lebensraum geraubt wird, so Marion Ruppaner vom Bund Naturschutz in Nürnberg. Gerade blühende Wiesenfelder mit Kräutern sind elementar für das Überleben der Hasen. Weil Blühwiesen immer seltener werden, verschanzen sich die Hasen meist in Erdmulden auf Feldern. Wenn dann große landwirtschaftliche Maschinen die Mulde eines Hasen passieren, duckt sich das Tier, anstatt zu fliehen. Das Ducken ist sein angeborener Reflex, der ihm in diesen Situationen zum Verhängnis wird.

"Der Feldhase braucht ganz einfach Brachflächen. Er braucht ungestörte Zonen, wo er seine Jungen zur Welt bringen kann und wo er Nahrung findet. Diese Flächen gehen massiv zurück."

Marion Ruppaner, Bund Naturschutz in Nürnberg

Wissenschaftliches Experiment

Vor drei Jahren wurde von der Universität Kiel im Ochsenfurter Gau im Landkreis Würzburg ein wissenschaftlicher Versuch durchgeführt, um nachvollziehen zu können, wie sich der Feldhase in seiner Umwelt verhält. Dazu wurden mehrere Tiere mit Sendern versehen und 24 Stunden lang beobachtet. Das Ergebnis: Der Wildhase benötigt bis zu 100 Wildkräuter- und Gräser als eine Art natürliche „Wildapotheke“.

Fressfeinde tun das Übrige

Neben den Eingriffen des Menschen stellen auch die natürlichen Fressfeinde des Wildhasen ein Problem dar. Diese haben sich in den letzten Jahren rasant vermehrt, versichert Klaus Damme. Vor allem beim Fuchs seien die Jäger aufgerufen zu handeln. Da durch flächendeckende Impfung die Fuchspopulation nicht mehr durch Tollwut oder andere Seuchen reguliert wird, müssen höhere Abschüsse erzielt werden, um der Feldhasendezimierung beizukommen. Es sei fünf vor zwölf für den Feldhasen, meint Klaus Damme, Obmann der Jäger im Landkreis Kitzingen.

Abschusszahlen bestätigen die Sorgen

Die Zahl der Feldhasen, die bei Treibjagden geschossen wird, ist laut Klaus Damme stark rückläufig. Normalerweise lag der Abschuss immer bei 3.000-4.000 Hasen. In den letzten zwei Jahren ging die Zahl auf etwa 1.200 zurück. Das ist etwa ein Drittel von dem, was vor 20 Jahren geschossen wurde.

"Wir sollten uns ernsthaft um seinen Lebensraum und um die Verbesserung des Lebensraums Gedanken machen bevor es zu spät ist."

Gerhard Klingler, Kreisobmann des bayerischen Jagdverbandes im Ochsenfurter Gau und Experte für Niederwild


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much, Sonntag, 27.März, 09:48 Uhr

6. das wäre doch ein Anfang

Ja lieber Herr Klingler, wie wärs denn wenn ihr keine Hasen mehr abschießt, dann wären es in eurem Landkreis schon mal 1200 mehr

Gaia, Mittwoch, 23.März, 16:43 Uhr

5.

Ja, stabil auf niedrigem Niveau. Vor 30 Jahren war die Jagdstrecke doppel so groß.
Der Feldhase steht in Deutschland auf der Roten Liste der gefährdeten Tiere in der Kategorie 3 - gefährdet bzw. in manchen Bundesländern in Kategorie 2 - stark gefährdet.

Hofmann, Mittwoch, 23.März, 15:33 Uhr

4. Hastenbestände sind stabil

Bitte keine unnötige Panik verbreiten: In der Pressemeldung des Deutschen Jagdverbandes vom 11. März 2016 heißt es: "Osterhasen-Bestand seit 14 Jahren stabil. Ausgewertet haben Wissenschaftler die Daten aus rund 450 Referenzgebieten im Rahmen des Wildtier-Informationssystems der Länder Deutschlands (WILD). Vorsichtige Hochrechnungen ergeben: In Deutschland leben derzeit rund 3 bis 3,5 Millionen Feldhasen - auf 25 Bundesbürger kommt also ein Osterhase. Die Bestände des Feldhasen sind seit Beginn der bundesweiten Erfassung im Jahr 2002 trotz leichter Schwankungen stabil."

wassserrenner, Mittwoch, 23.März, 15:00 Uhr

3. Bauer tötet Hasen

Der Verbraucher entscheidet gar nix.
Der Bauer tötet die Hasen.Die Felder werden mit Unkrautvernichtungsmitteln besprüht und anschließend abgemäht.Dann aber als Landschaftspfleger agieren.
Grundwasser verseuchen,Hasen dezimieren und dafür wie immer noch Subventionen kassieren.

  • Antwort von Gaia, Mittwoch, 23.März, 16:05 Uhr

    Sie sind wieder einer, der sichs ganz einfach machen möchte. Natürlich entscheidet der Verbraucher. Kauft er konventionell, unterstützt er die umweltzerstörende Landwirtschaft. Kauft er sie nicht, kann die konventionelle Landwirtschaft ihre Waren nicht mehr absetzen. Sie muss dann reagieren und auf ökologisch umschwenken oder zu Grunde gehen.

Gaia, Mittwoch, 23.März, 14:06 Uhr

2.

Die Intensivierung und Industrialisierung der Landwirtschaft schreitet voran, gerade durch die, die am heutigen Tag demonstrieren => Wechsel zur ökologischen Landwirtschaft und der Verbraucher entscheidet durch sein Einkaufsverhalten mit.