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Erfolgreiche Bilanz Ein Jahr Würzburger Nachtbus

Ein Jahr nach der Einführung der Würzburger Nachtbusse ziehen die Initiatoren eine positive Bilanz. Der Nachtbus gehört mittlerweile zu den attraktivsten und beliebtesten Omnibuslinien in Würzburg.

Von: Ansgar Nöth

Stand: 10.11.2017

Würzburger Nachtbus | Bild: Würzburger Versorgungs- und Verkehrs-GmbH (WVV)

Seit dem 4. November 2016 bringen in Würzburg am Wochenende vier Busse Nachtschwärmer auf acht Routen nach Hause. Durch einen extra so getakteten Fahrplan können alle Linien durch zentrales Umsteigen an der Juliuspromenade erreicht werden - immer zur Minute 18. So ist es stündlich möglich, von jedem beliebigen Stadtteil in jeden anderen zu kommen. Das Konzept, das die Anbindung der wichtigen Kneipenstraßen und beliebten Diskotheken berücksichtigt, ist "ein voller Erfolg", resümiert Paul Lehmann, von der Würzburger Straßenbahn GmbH (WSB), die den Nachtbus betreibt.

Ein Jahr Nachtbus in Zahlen

In den zurückliegenden zwölf Monaten hat der Nachtbus 76.000 Passagiere befördert. Das sind durchschnittlich 500 Nutzer pro Nacht an den Wochenenden - in Spitzenzeiten sind es sogar über 1.000 Nutzer in einer Nacht. Der Nachtbus ist damit nahezu kostendeckend, auch weil die Studierenden ihn zu zwei Dritteln über ein Solidarmodell mitfanzieren. Ein weiterer Teil der Aufwendungen wird durch den Verkauf von Fahrscheinen gedeckt. Es verbleibt derzeit nur noch ein geringfügiges Defizit, das durch die WVV getragen wird.

Nachtbusse als Blaupause für künftige Kooperationen

WSB und Studierende waren sich bei ihrer Bilanz einig, dass der Nachtbus aufgrund einer fairen Kooperation ein voller Erfolg sei:

"Wenn Studierende und Stadt sich auf Augenhöhe begegnen und jeder Partner dem anderen gönnt, was er zur Umsetzung braucht, entstehen Erfolge."

Stephan Hemmerich, Student und Mitinitiator

Zurzeit wirbt Hemmerich für eine weitere Kooperation zwischen Studierenden, Studentenwerk und Stadt, für die das Nachtbusmodell als Vorlage dient. So soll auf Basis einer Umlage aller Studierenden eine Kooperation mit dem Mainfrankentheater begonnen werden, in deren Rahmen die Studierenden freien Eintritt zu Aufführungen erhalten. Noch bis einschließlich 4. Dezember wird die Zustimmung der Studierenden für diese Idee in einer Onlinebefragung unter www.openpetition.de/!TheaterWue ausgelotet.


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ich, Freitag, 10.November, 12:38 Uhr

2. Nachtbus

In Aschaffenburg gibt es schon seit Jahren das Anrufsammeltaxi. Rechtzeitig bestellt wird man an gewissen Haltestellen abgeholt. Das Taxi nimmt nach Platzzahl im Taxi die wartenden Fahrgäste mit und bringt sie nach Hause. Zum normalen Fahrpreis ist noch ein Komfortzuschlag von 2 Euro zu zahlen. Eine günstige Art nachts nach Gaststättenbesuch nach hauses zu kommen. Das Anrufsammeltaxi -in Würzburg der Nachtbus, in Aschaffenburg Land der Nachschärmerbus - ermöglicht einen Ausgang -auch für Landbewohner- ohne eigenes Auto. Was aber noch viel wichtiger ist, dass die Jugend, die noch kein Auto hat auch in den Nachtstunden ausgehen kann und sicher nach hause kommt. Das muss uns die Jugend wert sein, dass sie ausgehen kann und sicher nach hause kommt. Oder wollen wir die Jugend zum trampen -mit all seinen Gefahren- animieren. Nein: Nachschwärmerbus oder Nachtbus oder Anrufsammeltaxi haben ihre wichtige Daseinberechtigung auch wenn ein Minus eingefahren wird.

Nürnberger, Freitag, 10.November, 11:43 Uhr

1. wow, Nachtbus schon in 2016 eingerichtet

Da haben die Würzburger aber lange gebraucht mit der Einführung des Nachtbuses vor einem Jahr. Andere Städte blicken da schon auf zwei Jahrzehnte Nachtbus zurück.
Nachtbus nahezu kostendeckend - das ist schön formuliert. Es ist nur die Frage, mit welchen Anteil man die Dauerkarten der Stdierenden bzw. des WVV bei der Berechnung des Nachtbusergebnisses berücksichtigt. Auf diesem Wege kann man das schön rechnen (was bei einer positiven Bilanz gewollt ist) oder man kann es realistisch rechnen. Allein durch die Nachtfahrten mit den entsprechenden Lohnzuschlägen haben diese Busse die höchsten Kosten pro gefahrenen Kilometer. Oder sind die Busfahrer nicht bei den Städtischen Verkehrsbetrieben anstellt, sondern sind für weniger als den Mindestlohn ohne Zuschlag fahrende Subunternehmer?

Ich will den Bus nicht schlechtreden, schön dass es ihn gibt. Aber wenn die Kommunen zurückblicken, wird alles immer einseitig schön gesehen und dargestellt.