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Tausende Bäume umgerissen Burglind-Bilanz: Kahlschlag im Spessart

Im Spessart wird nach und nach das gesamte Ausmaß der Schäden durch Sturmtief Burglind sichtbar. Der Sturm hat eine regelrechte Schneise der Verwüstung hinterlassen, tausende Bäume müssen jetzt aus dem Wald geschafft werden. Von Sylvia-Schubart-Arand

Von: Sylvia-Schubart-Arand

Stand: 12.01.2018

Burglind-Schäden im Forst Heigenbrücken | Bild: Joachim Kessler/Forstbetrieb Heigenbrücken

Sturmtief Burglind hat Anfang Januar auch im Spessart gewütet, aber erst jetzt wird der Umfang der Schäden im Wald so richtig sichtbar. Wie Forstleiter Bernhard Rückert von der Stadt Lohr dem BR mitteilt, habe der Sturm eine etwa fünf Kilometer lange und 100 bis 300 Meter breite Schneise vom Staatswald im Revier Neuhütten bis in den Stadtwald von Lohr gerissen. Der erfahrene Förster urteilt über den verheerenden Kahlschlag: "Das scheint ein Tornado gewesen zu sein". Und der machte weder Halt vor Eichen, Buchen noch vor Nadelbäumen, die nun kreuz und quer liegen.

Der Spessart und Burglind: tausende Bäume liegen kreuz und quer

50 bis 80.000 Kubikmeter Holz müssen nun aufgearbeitet und möglichst schnell aus dem Wald geholt werden, schätzt Bernhard Rückert. Alleine im Staatswald im Revier Neuhütten sollen auf nur 85 Hektar rund 40.000 Festmeter liegen – das sind tausende Bäume. Die zehn städtischen Forstwirte und die zwei Auszubildenden haben den regulären Hiebbetrieb im zweitgrößten Kommunalwald Bayerns in Lohr eingestellt und kümmern sich nur noch um die Sturmschäden. Zwei Harvester wurden bereits bestellt, um bei der gefährlichen Arbeit zu helfen. Die 20 Mitarbeiter im Staatsbetrieb arbeiten in Neuhütten ebenfalls die Schäden ab.

Forstbetriebsleiter warnt vor "Lebensgefahr" im Spessart

Mit einem Preiseinbruch beim Holz rechnet Forstleiter Rückert dennoch nicht, allerdings sei die Aufarbeitung der Schäden teurer als der Normalhieb. Da kämen schnell einschließlich der Wegeherstellung Mehrkosten von einer halben Million Euro zusammen. Spaziergänger sollten die betroffenen Waldreviere meiden. "Da herrscht derzeit Lebensgefahr", warnt Forstbetriebsleiter Joachim Keßler von den Bayerischen Staatsforsten in Heigenbrücken.


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