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Krankenhaus Karlstadt Aufgeheizte Stimmung bei Bürgerversammlung

Die Stimmung bei der Bürgerversammlung ausschließlich zum Thema Krankenhaus in Karlstadt war aufgeheizt. Landrat Thomas Schiebel und Klinikreferent Gregor Bett wurden mit Buh-Rufen begrüßt, für die Ärzte gab es mehr Applaus.

Stand: 10.02.2017

Bürgerversammlung in Karlstadt zum Krankenhaus | Bild: BR Sylvia Schubart-Arand

Die knapp 400 Gäste in der restlos überfüllten Schwenk-Kantine haben zwar viele Informationen, aber nicht die Antworten auf ihre drängenden Fragen bekommen, die sie sich erhofft hatten. Die Karlstadter haben geschluckt, dass es nur noch ein Zentralklinikum Main-Spessart in Lohr geben wird. Nur auf den Weg dorthin wollen sie keinen schnellen Schnitt und nicht die sofortige Schließung von chirurgischer und internistischer Abteilung noch in diesem Jahr.

Entscheidung im März

Belegärzte fürchten die Zerschlagung der Infrastruktur und als Folge die Schließung des Hauses in kürzester Zeit. Die Hausarztkollegen warfen der Klinikleitung schlechte Kommunikation vor. Der Landrat kündigte für kommenden Freitag ein Nachnutzungskonzept für die Krankenhäuser Marktheidenfeld und Karlstadt in einer öffentlichen Kreistagssitzung an. Entschieden werden soll darüber dann am 10. März, ebenfalls wieder im Kreistag.

Krankheitsbedingte Ausfälle

Bekannt wurde am Abend bei der Bürgerversammlung, dass am Donnerstag die Karlstadter Patientenaufnahme geschlossen und zwei Abteilungen zusammengelegt wurden aus Krankheitsgründen: ein Viertel der 101 Mitarbeiter ist aktuell im Krankenstand ist. 42 Betten sind aber belegt und werden auch versorgt. Sobald das Personal wieder gesund ist, werden die Abteilungen wieder geöffnet, haben Landrat und Klinikreferent bestätigt.

Hintergrund:


Im Kreistag wurde beschlossen, dass das Klinikum Main-Spessart nur noch als ein Standort geführt und dafür ein neues Krankenhaus in Lohr auf dem Gelände des Bezirkskrankenhauses gebaut wird. Die beiden Krankenhäuser in Marktheidenfeld und Karlstadt sollen geschlossen werden. Für Aufregung sorgt, dass sowohl die Chirurgie als auch die Notaufnahmen in Karlstadt und Marktheidenfeld bereits im Frühjahr geschlossen werden sollen. Dagegen wehren sich 10.000 Marktheidenfelder Bürger mit einer Unterschriftenliste und die Stadträte beider Städte mit Beschlüssen. Sie fordern Nachnutzungskonzepte für ihre Häuser, bevor es Veränderungen gibt.

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Andrea, Sonntag, 12.Februar, 19:11 Uhr

1. Dieses Krankenhaus in Karlstadt sollte erhalten werden.

Dazu sage ich mal ganz ehrlich:

die ortsnahe Gesundheitsversorgung wird auch in Zukunft gebraucht. Es sollten daher nicht zu viele kommunale Kliniken geschlossen werden. Das gefährdet die Versorgungssicherheit. Außerdem kann dass dann im echten Notfall sehr schnell zu Toten fuehren.
Aus diesem Grund bin ich auch dafuer, dieses Krankenhaus in Karlstadt zu erhalten und falls nötig finanziell zu sanieren. Außerem wäre wohl auch eine Geburtsabteilung in Karlstadt wuenschenswert.

Aus diesem Grund kann ich die Buerger von Karlstadt sehr gut verstehen, die hier um die Versorgungssicherheit fuerchten.