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Braveheart-Battle 2016 Extremer Lauf, harsche Kritik an Veranstalter

Nur 50 Prozent der Läufer kamen ins Ziel, 110 Menschen wurden medizinisch versorgt und 16 mussten ins Krankenhaus. Das ist die Bilanz des "Braveheart-Battle" rund um Bischofsheim. Trotzdem waren viele begeistert. Aber es gab auch Kritik.

Von: Norbert Steiche und Michael Franz

Stand: 14.03.2016

Mehrere Männer versuchen aus einem Erdloch zu klettern - ein Mann wird von einem anderen nach oben gezogen | Bild: picture-alliance/dpa

Bei dem Hindernisrennen in der Rhön kamen von knapp 2.800 gestarteten Läufern nur rund 1.400 ins Ziel. Die restlichen wären über das Zeitlimit gekommen und wurden deshalb aus dem Rennen genommen. 377 Läufer gaben von alleine vorzeitig auf. Im letzten Jahr kamen noch weniger, nämlich 45 Prozent aller Läufer, ins Ziel.

Eindrücke vom Braveheart -Battle 2016

Bei dem Lauf über rund 30 Kilometer mit rund 50 Hindernissen versorgten Einsatzskräfte der Rettungsdienste und der Bergwacht die erschöpften und verletzten Teilnehmer. 16 Läufer wurden unter anderem mit Brüchen oder Unterkühlungen ins Krankenhaus eingeliefert. Ein Läufer wurde per Rettungshubschrauber ins Krankenhaus geflogen.

Zuschauer und Teilnehmer üben Kritik

In den Kommentaren eines Online-Artikels, in dem BR-Online über dieses knallharte Hindernisrennen berichtet hatte, äußerten sich etliche Teilnehmer und Zuschauer sehr kritisch über die Veranstaltung. Sie bemängelten eine unzureichende Organisation und die mangelnde Versorgung der Läufer. So berichtete zum Beispiel Jeanette Kuhnert, dass Verpflegungspunkte "leergefegt" gewesen seien und es weder Wasser noch Essen gegeben habe. "Das geht leider bei einem solch anspruchsvollen Lauf GAR NICHT, Daumen runter dafür", machte sie ihrem Ärger Luft. Andere Kommentatoren berichteten von ähnlichen Erlebnissen.

Kommentare auf BR.de

N.L.

Als mehrmalige BHB-Finisherin muss ich sagen, dass die diesjährige Veranstaltung alle vorherigen übertroffen hat!!!! Zumindest an Planlosigkeit ... Schon als wir angekommen sind, wurden wir überrascht von nicht vorhandenen Umkleiden, Möglichkeiten zur Gepäckablage, geschweige denn Duschen. Da stand eine schöne Halle, aber da durfte leider niemand rein! Das Zelt - völlig unterdimensioniert für 3.000 Personen.
Naja, ich könnte das so weiterführen, vom ewigen Warten beim Start (wie immer - aber angesichts der Kälte hätte das auch etwas schneller gehen können) über nicht vorhandene Verpflegung (Zitat:" Wir haben nur noch Wasser, der Tee ist aus!" "Wenigstens warm?" "Nein, kalt!") über wieder Warten bei den Hindernissen....
Aber nun will ich ein Fazit ziehen: Die Strecke war anspruchsvoll, aber das wollen wir ja so ... jedoch bestimmt nicht auf soviel Teilnehmer ausgelegt. 
Es stellt sich mir bzgl. der dürftigen Orga die Frage, ob sich angesichts der Erfahrung, die der Herr Masterchief bei derartigen Veranstaltungen hat, entweder systematisches Kaputtmachen der Läufer (Jaja ... der härteste Lauf und so weiter ... muss man sich ja auf die Fahnen schreiben!) oder simple Profitgier verbirgt?!?
Leider habe ich mich kürzlich für den im November anstehenden Dragonheartbattle vom selben Veranstalter angemeldet. Im Moment bin ich mir nicht sicher, ob ich dort antreten soll ...?

Jeanette Kuhnert

Klasse Idee, insbesondere aufgrund der Höhenmeter, tolle Hindernisse ... aber die Versorgungssituation war heute mehr als fragwürdig. Der erste Verpflegungspunkt nach 12 km war leergefegt - kein Wasser, kein Essen - so auch an einigen anderen "Verpflegungspunkten". Das geht leider bei einem solch anspruchsvollen Lauf GAR NICHT, Daumen runter dafür :-( Selbst die Zuschauer haben ihre Verpflegung teilweise an die Läufer verteilt - da ist was gewaltig schief gegangen dieses Mal!!

Alex

Die Athleten konnten gar nicht wissen, worauf sie sich einlassen, weil die Organisatoren gar nicht wussten, worauf sie sich da einlassen: Keine sichere Gepäckabgabe, viel zu kleines Meldezelt, überall lange Warteschlangen, viel zu schmale Wege für Hin- und Rückläufer, abschüssige Pisten, kaum Verpflegung, unsichere Angaben, wie lang nun die Strecke ist, Warten und Frieren an sinnlosen Hinternissen (Waterbox - Danke an die lieben Menschen dort, die heißen Tee ausgaben), Schlammlöcher, die nicht mehr passierbar waren und die Sportler rausgezogen werden mussten, übertrieben oft die selben Hinternisse (Warum achtmal durch die Schlammgruben?) Kreativloses Hin- und Hergerenne und Warten, warten, warten, Shuttlechaos ... Mein Gefühl und Rennerfahrung sagt mir, dass die ORGA schon nach knapp drei Stunden die Kontrolle über den weiteren Verlauf verloren hatte, da Teilnehmerzahl und der Austragungsort in einem Missverhältnis standen. Naja, jedenfalls war es Pressewirksam und bestimmt profitabel.

Zuschauer

Ich war zum ersten mal als Zuschauer bei so einem Ereignis dabei, als fast Einheimischer konnte ich mir das ja nicht entgehen lassen.
Leute ihr habt einen Knall, Hut ab vor jedem, der auch nur die ersten 10 km durchgehalten hat. 
Meiner Meinung nach hätten die, die Aufgegeben haben, besser versorgt werden müssen, da war kein System zu erkennen, dass da irgendeine Hilfe kam, denn mancher irrte Ziellos, frierend und nass in der Gegend rum.
Die Versorgung der Athleten war aus meiner beschränkten Sicht auch sehr dürftig.
Für so manchen Läufer hätte ich mir jedoch einen Arzt an der Strecke gewünscht, der für ihn den Wettkampf beendet.
Im übrigen empfand ich bei soviel natürlichem Wasser alle anderen nassen Hindernisse als unnötig.
Zum Wetter kann ich nur sagen, es hätte auch Schnee sein können.

Werner Müller

Gute und sehr Anspruchsvolle Strecke,mit schweren An- und Abstiegen auf den ersten 12 km. Aber auch ich muß die Verpflegungstellen kritisieren, manchmal nur Wasser, Tee, was auch nicht schlecht war, aber zu wenig. Auch der Start war schlecht geplant. Bin in der vorletzten Gruppe gestartet, habe 1 Stunde auf den Start gewartet. Masterchief wo war Deine Ansage (...). Also Strecke - Daumen hoch, Verplegungorganisation und Start - Daumen unten.

Finisher2016

Zur Orga muss ich sagen, dass ein Extrem-Lauf mit 28 Kilomtern ausgeschrieben wurde, bei mir und Freunden weit über 33 Kilometern auf der GPS-Uhr zustande kamen. Vielleicht weil wir alle Hindernimme mitnahmen?... Auch sind die über 1.200 Höhenmeter verschwiegen worden. Diese Informationen hätte man vorher an geeigneter Stelle kundtun können und sollen, um die Anforderung an körperlicher Fitness klar zu machen. Wie ein Vorschreiber bereits angedeutet, hätte das Verpflegungsnetz engmaschiger sein müssen - angesichts der Kälte.
Zu den Finisher-Zeiten und den Videos, wie die Zieleinläufer mit makellos sauberen Starternummern und Shirts daherkommen: ich kann nur lachen. Leute die sich positionieren wollen. Mir tun die armen, echt haten Jungs und Mädels leid die zwischen 6 bis 7 Stunden jedes Hindernis genommen und mit den Elementen gekämpft haben. Das sind Bravehearts und nicht die, welche des lächerlichen Zeitlimits wegen, sämtliche Bundeswehr-Fields, Schlammgruben scheinbar ausgelassen haben. Hahaha.

Marc Handel

Ich war am Samstag dabei. Es war zwar sau anstrengend, aber auf der anderen Seite Hammer geil. An Alle die hier so rummotzen, Ihr wusstet worauf Ihr Euch einlasst, oder dachtet Ihr, es wird ein Kindermarsch werden.
Zur Orga: Ja, diese muss im nächsten Jahr wesentlich verbessert werden! Die Umzieh- und Duschmöglichkeiten waren miserabel, vor allem kalt duschen nach dem Lauf ist nicht gut!
Aber im Großen und Ganzen, ich bin froh dabei gewesen zu sein.
Das geilste Gefühl war der Zieleinlauf. (Endlich geschafft!)

Michael Kestler

Hallo Leser-Gemeinde,
es war wohl jedem klar dass es sich bei dieser Veranstaltung nicht um Sandkastenspiele handelt, so kann ich die vielen Kritiken nicht ganz nachvollziehen. Als Zuschauer war ich von 10.00 Uhr bis 17.00 Uhr bei allen Stationen dabei und kann nur sagen, dass jeder zu jedem Zeitpunkt hätte abbrechen können (was auch viele getan haben). Unfälle gibt es bei jedem Sport und da sind oft nur 22 Mann auf dem Spielfeld! Es waren ausreichend Helfer und Hilfsorganisationen vor Ort.
Die Kritik an die Organisatoren muss man teilweise gelten lassen, es gab zu wenig Verpflegungsstationen an der Strecke und diese waren nicht ausreichend bestückt. Auch über den Streckenverlauf könnten man diskutieren, ob es sinnvoll war die gleichen Hindernisse nochmals zu durchlaufen ...?
Gegen Abend konnte ich mich mit einem Teilnehmern länger unterhalten. Er war bis auf die schlechte Versorgung mit dem Ablauf zufrieden und meinte "jeder wusste worauf er sich da einlässt" 

Josef

Finde auch das viele Läufer die bei einer Zeit unter 6 bis 7 Stunden ins Ziel gelaufen sind, einige Hindernisse ausgelassen haben.
Habe Runtastic (GPS) die ganze Strecke an geschalten gehabt, wir haben eine Distanz von 31,71 Kilometer zurückgelegt in der Zeit von 6 Stunden und 55 Minuten.
Verpflegung war echt dürftig.
Strecke war ok., doch für die zu bewältigenden Höhenmeter und teilweise Wartezeiten an den Hindernissen war die Zeit nicht ausreichend.

Organisator: "Vollends zufrieden"

Organisator Joachim von Hippel hingegen war mit dem Ablauf des Rennens "vollends zufrieden“. Er habe nur positive Rückmeldungen erhalten, sagte er auf Anfrage des Bayerischen Rundfunks. Die achte Auflage des "Braveheart Battle" soll im nächsten Jahr zur gleichen Zeit wieder in und um Bischofsheim in der Rhön stattfinden.

Mehrere tausend Zuschauer

Nach sieben Stunden war am Samstagabend (12.03.16) kurz vor 18.00 Uhr wegen Dunkelheit und Kälte das Rennen abgebrochen worden. Die letzten Läufer wurden mit Bussen von der Strecke geholt. Die Strecke wurde nochmals abgefahren, um sicherzustellen, dass keine Läufer mehr unterwegs sind. Mehrere tausend Menschen standen an der Strecke und feuerten die Läufer an.

Teilnehmer aus aller Welt

Unter den Teilnehmern waren Läufer aus ganz Deutschland, Malaysia, China, Australien, Mexiko, Brasilien, Tadschikistan, USA, England, Norwegen, Schweden, Holland, Schweiz oder Österreich. Dabei mussten die oft fantasievoll verkleideten Athleten durch einen Bach waten oder robben, über teilweise Meter hohe Hindernisse aus Stroh oder Holz klettern, durch Schlamm robben oder bis zum Kreuzbergsattel laufen. Die Strecke führte weitgehend rund um Bischofsheim. Die Läufer mussten rund 1.400 Höhenmeter überwinden. 184 Einsatzkräfte von Rettungsdiensten, zehn Notärzte und rund 100 Feuerwehrleute standen bereit. Vier Landeplätze für Rettungshubschrauber standen zur Verfügung.

Battle-Training in Bischofsheim

Hintergrund

Die "Braveheart Battle" gilt nach Angaben der Veranstalter mittlerweile als eines der härtesten Hindernisrennen der Welt. Schnellster Athlet war in 3:17:37 Phil Reuß aus Thüringen. Die Tradition der "Braveheart Battle" kommt aus England und hat einen militärischen Ursprung. Viele Hindernisse


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Zuschauer 2, Sonntag, 20.März, 12:42 Uhr

10.

Ich war zusammen mit meinem Bruder für den BHB angemeldet, jedoch konnten wir beide aus gesundheitlichen Gründen nur zuschauen. Die kritischen Äußerungen (von Läufern und anderen Zuschauern) zur Organisation kann ich nur bestätigen. Indes lässt der Veranstalter eine Erklärung zu vielfach kritisierten absolut undiskutierbaren Fehlleistungen, wie der nicht ausreichenden Versorgung der Sportler mit Flüssigkeit und Nahrung (obwohl vorher zugesichert) oder der fehlenden Betreuung der aufgrund von Erschöpfung oder Unterkühlungserscheinungen aufgebenden Sportler, gänzlich vermissen.
Der Veranstalter wäre gut beraten gewesen, wenn er bzgl. der vielfachen Kritiken mehr Einsicht gezeigt hätte, so hat er sich selbst nun mit seinen Erklärungen im Nachgang des Sportevents einen Bärendienst erwiesen.
Es bleibt nur zu hoffen, dass dieser Veranstalter niemals auf die Idee kommt, Sportevents mit höherem natürlichen Gefahrenpotenzial (z.B. Bergläufe im alpinen Bereich) organisieren zu wollen.

koch , Dienstag, 15.März, 19:27 Uhr

9. organisation

Die Stationen waren vom Grund her gelungen und die ungenauen Daten gehören mit dazu. mal nicht greifbar ungewissheit aushAlten war angesagt.
Doch leider war der Rahmen für die Menschenmenge nicht passend . Am Freitg Abend bei der Startnummerausgabe mussten wir lange nach dem zelt suchen es gab keine beschilderung kein licht und eine fertigpizza für 7€.. da kann man sichä schon fragen wo auf welcher veranstaltung ist man den hier gelandet.
wie sagt man so schön der erste eindruck ist entscheident.
Unverständlich war für mich das man bei start keine berüssung für alle hörbar hingekriegt hat mit ein paar boxen wäre alles gelöst geweswen.
Das man wie ein vieh in ein gatter geträgt wurde war für mich höchst unprofessionell.
das es aauf der strecke zuwenig essen gab swie tee und gerade in der endphase auf den letzten km unvorstellbar. Ich hoffe das das team diese fehler kein zweitesmal begeht !

Lexx, Dienstag, 15.März, 16:14 Uhr

8. gibt es belastbare Zahlen?

einige Zahlen im Artikel decken sich nicht mit denen von mir ermittelten:
-mit (gewertetem) Platz 16xx war ich noch lange nicht der Letzte, "nur 50%" kann ich rechnerisch nicht nachvollziehen.
-der mitgelaufene GPS-Tracker hat 33,5km und gut 1200 Höhenmeter ausgewiesen.

und leider kann ich die Kommentare von N.L und anderen nur betätigen...

Den Rest haben wir so gewollt ;-)

Krieger, Dienstag, 15.März, 12:06 Uhr

7. BB

Es lebe der Schwachsinn!;)

Rhoener EISENMANN, Montag, 14.März, 21:22 Uhr

6. Boarisch forever

Habt Ihr denn keinen bayerischen oder fraenkischen Namen für diesen Unfug?

Und wenn schon auswaerts - was hat denn da ueberhaupt fuer ein (e) B A T T L E stattgefunden? Wer hat da gegen wen geBATTELT?