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Braveheart-Battle 2016 Extremlauf nach sieben Stunden abgebrochen

Der Braveheart-Battle, heuer in Bischofsheim an der Rhön ausgetragen, wurde selbst den Organisatoren zu extrem: Nach sieben Stunden brachen sie das Rennen ab. Zwei Läufer mussten bereits mit dem Rettungshubschrauber abtransportiert werden.

Von: Norbert Steiche

Stand: 12.03.2016

 Eine Teilnehmerin des Extremlaufs Braveheart-Battle überwindet am 12.03.2016 in Bischofsheim a.d. Rhön (Bayern) ein Schlamm-Hindernis. | Bild: dpa-Bildfunk/Daniel Karmann

Als Grund für den Abbruch des Hindernisrennens gab der Organisator Joachim von Hippel auf Anfrage des Bayerischen Rundfunks Dunkelheit und Kälte an. Die letzten Läufer wurden mit Bussen von der Strecke geholt. Die Strecke wurde nochmals abgefahren um sicherzustellen, dass keine Läufer mehr unterwegs ist.

Mindestens zwei Läufer verletzt

Zwei Läufer mussten mit Verletzungen per Rettungshubschrauber in ein Krankenhaus geflogen werden. Wie viele Läufer sich sonst verletzt haben und wie viele der gestarteten rund 2.700 Läufer aufgegeben haben, konnte von Hippel bislang nicht sagen. Im letzten Jahr gaben laut von Hippel 45 Prozent aller Läufer auf.

Auf die rund 30 Kilometer lange Strecke mit rund 50 Hindernissen waren Läufer aus ganz Deutschland gegangen, aber auch aus dem europäischen Ausland und sogar aus Malaysia, China, Australien, Mexiko, Brasilien, Tadschikistan und den USA. Dabei mussten die vielfach fantasievoll verkleideten Athleten unter anderem mehrfach durch den Bach Brend waten, über teilweise meterhohe Hindernisse aus Stroh oder Holz klettern, durch Schlamm robben oder bis zum Kreuzbergsattel laufen. Die größte Herausforderung beim Braveheart-Battle ist die Kälte. Heuer mussten die Sportler aber auch extreme Steigungen bewältigen. In der Spitze ging es hoch bis auf knapp 800 Meter - dort lag sogar noch Schnee.

Eindrücke vom Braveheart -Battle 2016

184 Einsatzkräfte von Rettungsdiensten, zehn Notärzte und rund 100 Feuerwehrleute standen bereit. Vier extra Rettungshubschrauberlandeplätze waren ausgesucht worden.

Thüringer als Erster im Ziel

Mehrere Tausend Menschen waren an der Strecke und feuerten die Läufer an. Schnellster Athlet war in 3 Stunden, 17 Minuten und 37 Sekunden Phil Reuß aus Thüringen.

Megahartes Rennen mit militärischem Ursprung

Der Braveheart-Battle gilt nach Aussage von von Hippel mittlerweile als eines der härtesten Hindernisrennen der Welt. Der Extremlauf hat einen militärischen Ursprung - in der Ausbildung von britischen Elitesoldaten. Das Besondere an dem unterfränkischen Rennen sei der von den Teilnehmern geforderte Teamgeist. Viele Hindernisse konnten die Läufer nur überwinden, wenn sie sich gegenseitig halfen.

Battle-Training in Bischofsheim


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Real Braveheart 2016, Dienstag, 15.März, 13:46 Uhr

26. Distanz, Höhenmeter, Endzeit

Hallo Bravehearts,

nachdem hier die Endzeiten in Frage gestellt werden hier, hier mal unsere Info:

Ich habe die Strecke mit meiner Garmin-Uhr 910XT vollständig aufgezeichnet. Wir haben ALLE Hinternisse (auch Rückweg) vollständig durchlaufen. Laut meiner Uhr waren es 32,98km mit 1701 Höhenmetern (nur im Anstieg). Wir haben etwa 5 Stunden dafür gebraucht. Wenn wir nicht mehrmals Hilfe und Hilfestellung geleistet hätten, wäre eine schnellere Zeit möglich gewesen, was aber nicht unser Ziel war. Es gib natürlich auch noch viel bessere Sportler als wir, deshalb sind die Zielzeiten im vorderen Bereich vollkommen realistisch.

Viele Grüße
ein real Braveheart

PS noch an die ganzen Kritiker: Geht Golf spielen!

  • Antwort von Schmetterling, Mittwoch, 16.März, 11:59 Uhr

    Genau .... Geht Golf spielen!

  • Antwort von Arnd, Donnerstag, 17.März, 07:22 Uhr

    Ich wäre an den Garmin Daten interessiert. Gibt es eine Möglichkeit, die irgendwo zur Verfügung zu stellen?
    Meine Uhr Garmin 310XT kam "nur" auf ca. 1200 Höhenmeter.

Schmetterling, Dienstag, 15.März, 08:43 Uhr

25. Es ist eben ein Braveheart Battle

Hallo. Ich habe noch nie einen Lauf dieser Art gemacht. Um ein Team zu ergänzen habe ich mich relativ kurzfristig für den BHB entschieden und freue mich dabei gewesen zu sein.
Natürlich kann ich manche Kritik nachvollziehen, doch wie schon jemand anders hier seinen Betreff wählte "jeder wusste auf was er sich einlässt".
Wer bei so einem Lauf teilnimmt, ist doch so gross, dass er auf viele Eventualitäten - wie nicht ideale Orga und Bedingungen - vorbereitet ist und sich selber absichert.
Bei einem Marathon gibt es zig Verpflegungsstationen und trotzdem tragen viele Ihre Wasserfläschchen und Gels mit, weil Sie auf Nummer sicher gehen wollen.
Bezüglich Verpflegungsstationen ist den Organisatoren zu empfehlen, dass Sie hier einen erfahrenen Läufer Männlein und Weiblein ins Boot holen.
Ich selber kam mit der Verpflegung gut zurecht, aber nicht jeder ist gleich stabil und jeder verfügt über eine andere Ausdauer.

Claudia Benndorf, Montag, 14.März, 16:43 Uhr

24. Warme Duschen und Gepäckaufbewahrung

Hallo,
Das der Lauf nicht einfach wird, war uns schon bei der Anmeldung klar. Die Schlammgruben fand ich auch nicht unbedingt schön aber mehr weil es immer wieder Teilnehmer gab die einem halb auf den Kopf gesprungen sind. Danke an dieser Stellen an die, die mir+anderen geholfen haben und nicht um jeden Preis überholen wollten. Einen Satz den ich unterwegs aufgeschnappt habe war "Hilfsbereitschaft ist keine Einbahnstraße" Ich fand es an den Hindernissen zu eng. Mit einer geänderten Streckenführung ohne Gegenverkehr hätte man das besser lösen können. Aber hinterher ist man immer schlauer. An manchen Stellen wurde vom Org-Team auch gut und schnell reagiert (Wasserkontainer) Für uns war es nicht der erste Extremlauf aber nach 6 Stunden hatten wir das Ziel erreicht und uns eigentlich auf einen Dusche gefreut. Da hätten wir auch in der Brend baden können!!! Nur gut das unsere Sachen trocken geblieben sind und überhaupt noch auf dem Baum hingen, auf welchem wir sie zurückgelassen hatten.

Kilian Bott, Montag, 14.März, 12:39 Uhr

23. Was ist der Sinn einer solchen Veranstaltung?

Eitelkeit, Sportsgeist, Sensationslust, Rekrutierung von zukünftigen Soldaten, Werbung einer Stadt auf Kosten der Gesundheit von naiven Teilnehmern die sich überhaupt nicht im klaren sind wie Sie Ihre Gesundheit aufs Spiel setzen, Voyeurismus, Unfähige Veranstalter die das Wohlwollen einer Stadt schamlos ausnutzen, Gruppenzwang der Leute dazu bringt über Ihre Grenzen zu gehen. Hatten wir das nicht alles schon mal. Wenn solche Veranstaltungen die Werte unserer Gesellschaft wiederspiegeln, so kann man gerne darauf verzichten. Ich habe schon viele Wettkämpfe in meinem Leben mitgemacht, aber dieser Wettkampf ist kein Wettkampf mit gleichen Bedingungen. Die ersten haben die besten Bedingungen, die letzten versinken im Schlamm und ruinieren Ihre Gesundheit. Für was? Es gibt tolle Laufwettkämpfe in der Rhön (Rhön-Grabfeld-Cup oder Rhöner Supercup). Schade das viele Braveheart Teilnehmer nicht den Mut haben an diesen Veranstaltungen teil zu nehmen und Ihr Können dort unter Beweis stellen. Nach dem Lauf habe ich einen erfrorenen Teilnehmer gesehen der sagte: "Ich friere so, ich möchte noch nicht sterben", bitte lasst mich nicht sterben! Die Äzte haben versucht die Leute zu retten, weil die Organisation unter aller Kannone war. Es macht micht als Sportler traurig, wenn man keine Achtung mehr vor dem Leben hat. Der Veranstalter gehört selbst durch ein Schlammloch gezogen und 4h in der Eiskalten Ostluft getrocknet. Mit sportlichem Gruss Kilian

  • Antwort von Wolke 7, Montag, 14.März, 13:34 Uhr

    ... sprach der auf dem XXL-Sessel sitzende, sich Pringles einverleibende und dabei noch Bier schlürfende Kommentator., der durch einen Flashback an den 3000 Meter Lauf in knapp 30 Minuten in der Schule erinnert wurde und sich jetzt besser wieder auf FussballOnline begibt oder sich das Ticket fürs nächste FCB Spiel bestellt.
    Mit einem augenzwinkernden Gruße

Marc Handel, Montag, 14.März, 10:36 Uhr

22. Ich bin so Glücklich

Ich war am Samstag dabei. Es war zwar sau Anstrengend, aber auf der anderen Seite Hammer Geil. An Alle die hier so rum Motzen, Ihr wusstet worauf Ihr Euch einlasst, oder dachtet Ihr, es wird ein Kindermarsch werden.
Zur Orga: Ja, diese muss im nächsten Jahr wesentlich verbessert werden! Die Umzieh und Duschmöglichkeiten waren Mißerabel, vorallem Kalt Duschen nach dem lauf ist nicht gut!

Aber im großen und ganzen, Ich bin froh dabei gewesen zu sein.
Das geilste Gefühl war der Zieleinlauf. (Endlich geschafft!)