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Nach Brand in Zuckerfabrik Hoffnung auf Reparatur bis September

Nach dem Brand im Werk der Südzucker AG in Ochsenfurt setzten heute Experten der Kriminalpolizei am Montag die nach der Ursache fort. Unterdessen hofft der Werksleiter, dass der Schaden bis zum Start der Verarbeitungskampagne im September behoben werden kann.

Von: Barbara Markus

Stand: 20.06.2017

Alles hänge davon ab, dass benötigte Ersatzteile zeitnah geliefert werden können, sagte Werksleiter Stefan Mondel dem BR. Nach ersten Erkenntnissen hatte das Feuer am Samstag von einer Lärmschutzwand aus Strohballen um den Rübenhof auf ein System von Förderbändern zur Weiterverarbeitung übergegriffen, das teils auch unterirdisch verläuft.

Gelände wieder freigegeben

Das Werksgelände der Südzucker Ochsenfurt hat die Kriminalpolizei seit Montagmittag wieder freigegeben. Noch beschlagnahmt ist nach Angaben von Werksleiter Stefan Mondel allerdings der Bereich des ehemaligen Lärmschutzwalls aus Strohballen, von dem der Brand am Samstagnachmittag ausgegangen war. Von den Fenstern aus einem Zuckersilo habe er ein Blick darauf werfen können, so Mondel und sagt hörbar betroffen: " da ist einiges kaputt".

Jetzt gehe es im weiteren darum die Anlagen zu inspizieren. Dazu wird für den morgigen Dienstag ein Statiker erwartet. Er müsse entscheiden, was abgerissen  und was instandgesetzt werden kann. Hauptsächlich betroffen ist die Rübenanlieferung mit einem unterirdischen Förderband. Auch Vertreter der Brandschutzversicherung werden nun in Ochsenfurt erwartet. Eine Schadensschätzung konnte Mondel aber noch nicht abgeben.

Insgesamt brannten rund 4.000 Kubikmeter Stroh ab, so die Polizei. Der aus mit Plastik ummantelten Strohballen errichtete Lärmschutzwall hatte eine Länge von rund 100 Meter und war etwa fünf Meter hoch. Menschen kamen nicht zu Schaden.

Trockenheit stresst Rübenanbauer

Klaus Ziegler vom Verband der Fränkischen Rübenanbauer hofft, dass die Verarbeitung in Ochsenfurt im September wie immer anrollen kann. Auf 23.500 Hektar werden aktuell in Franken Rüben angebaut und bislang profitieren sie mit gutem Wachstum von einem Mix aus Sonne und Regen.

"Was die Niederschläge betrifft, leben wir allerdings von der Hand in den Mund, denn nach dem extrem trockenen Winter und Frühjahr gibt es im Boden keine Wassersspeicher."

Klaus Ziegler, Verband der Fränkischen Rübenanbauer


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Kommentare

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Selim, Montag, 19.Juni, 13:54 Uhr

2. so viele Brände derzeit

liegt das an der vermehrten Berichterstattung, oder brennt es wirklich häufiger als im langjährigen Durchschnitt`?

  • Antwort von Artus, Montag, 19.Juni, 14:55 Uhr

    @selim
    Obs häufiger brennt weiß ich nicht. Auf jeden Fall kommen mehr Menschen ums Leben. London über 70 Menschenleben. In Portugal sind wohl weit über 60 Menschenleben zu beklagen. In London mit Sicherheit durch Pfusch am Bau und mangelnde Kontrolle der Vorschriften bzw. laxe Vorschriften.
    In Portugal ist die Brandkatastrophe zumindest zum Teil dem Klimawandel geschuldet.
    In Ochsenfurt kennen wir die Ursache des Großbrandes noch nicht. Wie in solchen Fällen aber fast immer, ist das Disaster eine Verkettung von unglücklicher Umstände, wie es dann so häufig heißt.
    In München diskutiert eine CSU jetzt darüber ob man jetzt endlich tausende Menschen vor dem Tod durch giftige Autoabgase schützt. Auch hier wird durch laxe Vorschriften das Leben von tausenden Mitbürger aufs Spiel gesetzt.

Artus, Montag, 19.Juni, 07:53 Uhr

1. Arbeits und Brandschutz in der Ochsenfurter Zuckerfabrik muß überprüft werden

Es drängt sich der Eindruck auf als ob dem Brand und Arbeitschutz in der ochsenfurter Zuckerfabrik nicht der erforderliche Stellenwert eingeräumt wird. Werden die Sicherheitsbestimmungen nicht eingehalten kann es in einer solchen Fabrik auch zu Staubexplosionen kommen gegen die das Feuer am Wochenende ein harmloser Vorfall wäre. Die Aufsichtsbehörden sollten den Vorfall zum Anlaß nehmen in der Zuckerfabrik in Sachen Sicherheit mal etwas tiefer zu graben.
Grundsätzlich stellt sich aber wie immer die Frage wozu wir bei uns eine Zuckerfabrik brauchen, wo doch jedes Kind mittlerweile weiß wie gesundheitsschädlich Zucker ist. Eigentlich ist es ein Lebensmittelgift, das auf Teufel komm raus in möglichst vielen Lebensmitteln versteckt wird und die Menschen abhängig macht.
Die Gesundheitskosten darf dann die Allgemeinheit tragen.