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Reform im Bistum Würzburg geplant Pfarreien sollen völlig neu gebildet werden

Das Bistum Würzburg soll künftig nur noch aus wenigen Dutzend Pfarreien bestehen in denen einzelne Gemeinden organisiert sind. Dieses Konzept stellten der Würzburger Bischof Friedhelm Hofmann und Generalvikar Thomas Keßler am Wochenende dem Diözesanrat auf dem Volkersberg (Landkreis Bad Kissingen) in der Rhön vor.

Von: Eberhard Schellenberger

Stand: 13.03.2016

Das Foto zeigt den Würzburger Kiliansdom mit seiner freigelegten und renovierten Westfassade.  | Bild: picture-alliance/dpa

Der Allgemeine Geistliche Rat, das höchste Beratergremium des Bischofs, hatte auf einer Klausursitzung im Februar das Konzept beschlossen und Bischof Friedhelm Hofmann zur Entscheidung vorgelegt. Bis dahin sollen die Pläne jetzt in den Dekanaten, Seelsorgekonferenzen und Pfarreien diskutiert werden.

"Wir freuen uns über bestärkende Reaktionen, aber wir wollen auch Sorgen ernst nehmen und in die Planung einbeziehen."

Generalvikar Thomas Keßler

Der Würzburger Bischof Friedhelm Hofmann.

Grundgedanke der Reform ist es, die bisherigen Pfarreien, Kuratien und Filialen künftig als Gemeinden innerhalb neuer Pfarreien zusammenzufassen. Für jede dieser neuen Pfarreien wird eine Kirchenstiftung errichtet und eine Kirchenverwaltung gewählt. Für die Gemeinden können Förderstiftungen eingerichtet werden, in die die Mittel der bisherigen Kirchenstiftungen zweckgebunden übertragen werden. Zuschnitt der Pfarreien und der jeweilige Sitz der Verwaltung wird vom Bischof nach Befragung der Gremien festgelegt, heißt es weiter.

Für diese Pfarreien wird jeweils vor Ort eine zentrale Verwaltung mit einer Verwaltungsleitung aufgebaut. Auf dem Weg dorthin ist die Zusammenarbeit oder Fusion bisheriger Pfarreiengemeinschaften als Zwischenschritt möglich. Für die Entwicklung der Pfarrei und ihrer Gemeinden wird es Unterstützung seitens des Bistums geben. Die Diözese umfasst bisher 618 Pfarreien. Wieviele Pfarreien es nach der Reform sein sollen wurde nicht genannt.

Gemeinden Last nehmen

Für die Umsetzung dieses neuen Konzeptes soll es keine feste Frist geben, innerhalb derer alle künftigen Pfarreien gegründet sein müssen. Der Generalvikar betonte, es gehe nicht um eine Zentralisierung. Durch vereinfachte Strukturen und durch eine Unterstützung durch professionelle Verwaltung werde den Gläubigen, die sich in den Gemeinden engagieren, eine Last genommen. Seelsorgerinnen und Seelsorger könnten so näher bei den Menschen sein, meint Generalvikar Keßler. Die Lebenswelt der Menschen ändere sich schnell. Die Menschen hätten in der Regel zwei Bezugsgrößen: Einerseits die unmittelbare Umgebung, also beispielsweise das Dorf oder den Stadtteil; andererseits den größeren Lebensraum, in dem sie arbeiten, einkaufen, zur Schule gehen.

Aus Sicht der Gemeinden denken

Diözesanratsvorsitzender Karl-Peter Büttner erklärte, die Diskussion bei der Versammlung habe deutlich gemacht, dass viel von dem bislang vorhandenen Misstrauen der Gläubigen im Gespräch abgebaut werden konnte. Dennoch sei das Modell der zukünftigen Pfarrei mit vielen Gemeinden als selbständige Einheiten zu sehr aus der Perspektive des Amts gedacht. "Wir müssen mehr aus Sicht der Gemeinden denken." Er lobte die Tradition im Bistum Würzburg, die Menschen bei Veränderungen mit einzubeziehen. Auf einer außerordentlichen Vollversammlung des Diözesanrats sollen die Pläne weiter diskutiert werden.


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Gläubige, Donnerstag, 17.März, 19:28 Uhr

5. Fusion

Würzburg will wohl die Pfarrer abschaffen und die, die es noch gibt überlasten bis zum Burnout. Da kann ich nur sagen: arme Pfarrer!

Der Hörende, Montag, 14.März, 19:39 Uhr

4.

Sollen doch bitte mal diejenigen, die sich so etwas ausdenken so eine Großpfarrei übernehmen. Nicht immer nur auf den armen Pfarrer vor Ort ablasten! Selber mal den Finger krumm machen!

Parochus Ecclesiae, Sonntag, 13.März, 21:04 Uhr

3. Antwort auf die Plane zur Reform, die keine Reform bewirken können

Was ist es denn anders als eine Zentralisierung, wenn zusammengefaßt wird. Und wie werden die Pfarrer dann in Zukunft gesehen? Wohl als Befehlsempfänger und Ausführungsorgane! Da braucht es nicht zu wundern, daß der Nachwuchs gänzlich ausbleibt. Dann sperren wir halt noch mal mehr Türen zu, einige Priesterseminare haben es ja schon vorgemacht!
Das kann nur der Dolchstoß sein für eine Bevölkerung, die noch an ihrer Kirche hängt, aber das scheint nicht mehr zu interessieren, wir "wollen zwar die Sorgen ernst nehmen", aber das, klingt schon wie Hohn.

  • Antwort von kleiner Kommentator, Montag, 14.März, 17:59 Uhr

    kann hier nur voll zustimmen.Was sollen hier noch Pfarrer.die braucht man doch nich mehr Viele (nicht aus-ein)gebildete Ehrenamtliche meinen ja, dass nur sie leten können.

Barbara, Sonntag, 13.März, 14:17 Uhr

2. Reformen in Würzburg? Na klar!

Wie heißt es beim Propheten Jesaija? Ich nehme euch das Herz aus Stein und gebe euch ein reines Herz aus Fleisch und Blut! Das ist die wahre Reform des Herzens!

Lydia, Sonntag, 13.März, 12:42 Uhr

1. Geplante Reformen in der Diözese Würzburg

Sehr interessant, was da geplant ist. Leider wurden die Katholiken vor Ort zu diesem Thema noch nicht informiert.
Und was ich ganz dringend vermisse: Wurde auch schon einmal über Reformen in der Bistumsleitung nachgedacht?
Da hätte ich viele Ideen zum Reformieren, da würde eine Menge Personal frei.

  • Antwort von kleiner Kommentator, Montag, 14.März, 17:55 Uhr

    dem stimm ich voll zu:Wie heißt das Sprichwort? Mist auf einem Haufen stinkt; übers Land verteilt bringt es Frucht: