Nach Feuer in Flüchtlingsunterkunft Brandursache in Waldaschaff weiter unklar

Auch vier Wochen nach dem Feuer in einer Flüchtlingsunterkunft in Waldaschaff hat die Polizei noch keine gesicherten Hinweise auf die Brandursache. Bei dem Feuer am 18. Juli wurde glücklicherweise niemand verletzt.

Stand: 21.08.2015

Brand in Flüchtlingsunterkunft in Waldaschaff | Bild: Bayerischer Rundfunk

Polizei und Staatsanwaltschaft veröffentlichten am Freitag (21.08.16) das Ergebnis der bisherigen kriminaltechnischen Untersuchungen. Demnach wurde der Brand eines Papiercontainers nicht durch Selbstentzündung oder einen technischen Defekt ausgelöst. Ein Brandbeschleuniger hat sich aber ebensowenig nachweisen lassen.

Soko "Container" ermittelt weiter

Offen bleibt damit den Ermittlungsbehörden zufolge, ob möglicherweise eine achtlos weggeworfene Zigarettenkippe den Brand entfachte - oder ob doch ein fremdenfeindlicher Hintergrund gegeben ist. In jedem Fall setzt die Sonderkommission "Container" ihre Ermittlungen wegen fahrlässiger oder vorsätzlicher Brandstiftung fort.

Haustüraktion der Polizei

Die Flüchtlingsunterkunft war zum Zeitpunkt des Brandes am 18. Juli mit 30 Asylsuchenden belegt. 18 von ihnen waren im Haus, als der Papiercontainer in einer offenen Garage in Flammen aufgegangen ist. Ein Passant rollte den Container ins Freie und verhinderte so Schlimmeres. Niemand wurde verletzt. Im Zuge der Ermittlungen hatte die Polizei in einer großanlegten Aktion die Anwohner der Unterkunft befragt. Mehr als 30 Beamte gingen von Haus zu Haus in der Hoffnung, wertvolle Hinweise zu bekommen.

"Es ist ein relativ kleiner Ort, wo sich auffällige Personen und verdächtige Wahrnehmungen mehr in den Gedächtnissen der Leute einbrennen. Zusätzlich haben wir auch noch ein Hinweistelefon geschaltet. Der Ansturm ist nicht groß. Da ist das persönliche Gespräch zielführender."

Peter Häusinger, Sprecher des Polizeipräsidiums Unterfranken

Den erhofften Durchbruch hat die Befragungsaktion jedoch nicht gebracht. Auf den Brand hatten viele Bürger in Waldaschaff fassungslos reagiert. "Die Menschen, die hier bei uns um Asyl suchen, haben so schreckliche Dinge hinter sich - wir müssen ihnen doch das Gefühl geben, willkommen zu sein“, sagte eine Frau dem Bayerischen Rundfunk. Wie die meisten im Ort mag sie nicht glauben, dass jemand vorsätzlich Feuer in der Goethestraße gelegt hat.

Noch keine Hinweise auf fremdenfeindlichen Hintergrund

Auch Bürgermeister Marcus Grimm hat der Brand sichtlich beschäftigt. Dem Bayerischen Rundfunk sagte Grimm:

"Den Menschen in der Goethestraße geht es gut, das ist das Wichtigste. Die Ermittlungen der Polizei laufen noch und wir können eigentlich noch gar nichts sagen. Vielleicht war es auch wirklich nur eine weggeworfene Zigarettenkippe. Wenn es allerdings einen fremdenfeindlichen Hintergrund geben sollte, dann würde mich das wirklich schwer treffen."

Bürgermeister Marcus Grimm

Gibt es einen dunkel gekleideten Unbekannten?

Laut Aussagen von Zeugen soll sich kurz vor dem Ausbruch des Feuers ein Mann im Hof des Anwesens aufgehalten haben. Er soll etwa 1,80 Meter groß, schwarz gekleidet und von athletisch-kräftiger Statur gewesen sein. Ob er mit dem Feuer etwas zu tun hat, ist unklar.

Brand an Asylbewerberheim

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