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AKW Grafenrheinfeld Pokert E.ON weiter?

Erst vor zwei Tagen hat der Betreiber E.ON bekannt gegeben, dass das AKW Grafenrheinfeld am 27. Juni endgültig vom Netz geht. Doch ein Aktionsbündnis zweifelt stark daran, dass dieser Termin eingehalten wird.

Von: Volker Hensel

Stand: 05.06.2015

In einer Pressemitteilung zeigt sich das Schweinfurter Aktionsbündnis gegen Atomkraft zunächst erleichtert über das Urteil des Europäischen Gerichtshofs (EuGH). Der hatte am Mittwoch (03.06.15) entschieden, dass die Brennelementesteuer in Deutschland rechtmäßig ist. Auf BR-Nachfrage hatte E.ON daraufhin den Abschalttermin auf den 27. Juni festgelegt.

Aktionsbündnis sieht Termin nicht als fix

Bis zum Urteil, so das Bündnis, seien alle vom Kernkraftwerk angekündigten Abschalttermine reine Absichtserklärungen gewesen. Denn nach Recht und Gesetz könnte dort noch bis 31.12.2015 Atomstrom produziert werden. Hätte der EuGH den Atomkonzernen Recht gegeben, wäre der Einsatz neuer Brennelemente wieder rentabel für das Unternehmen gewesen.

Trotzdem sieht das Aktionsbündnis das letzte Wort in Sachen Abschaltung noch nicht gesprochen: Die Aktivisten befürchten, dass E.ON weiter auf Zeit spielt. Denn noch läuft eine Klage der Atomkonzerne am Bundesverfassungsgericht zum Gesetz über den Ausstieg aus der Kernkraft.

"Der Termin für die Abschaltung des Kernkraftwerks Grafenrheinfeld hat sich zwischenzeitlich konkretisiert. Wir werden den Leistungsbetrieb am 27.06.2015 einstellen. Den bisher kommunizierten Terminen lagen Abschätzungen zugrunde. Unter der Prämisse einer optimalen Ausnutzung aller Brennelemente, vor der Abschaltung, hat E.ON Kernkraft erstmalig bei einem Kernkraftwerk Abschätzungen zum Abschaltzeitpunkt vornehmen müssen."

Dr. Petra Uhlmann, Pressesprecherin von E.ON auf BR-Nachfrage

Bei der Abschaltung des AKW Grafenrheinfeld (Lkr. Schweinfurt) sind laut Sprecherin Petra Uhlmann keine Pressevertreter zugelassen. Das hätten sich die Mitarbeiter gewünscht.

Bilderslider: Grafenrheinfeld mit und ohne Kernkraftwerk

Verlängerung der AKW-Laufzeit

Mit dem neuen Termin bleibt das AKW vier Wochen länger am Netz als ursprünglich geplant. Zuerst hatte E.ON den 31. Mai als selbst gewählten Abschalttermin genannt. Ende April hatte der Betreiber dann mitgeteilt, dass das Kraftwerk doch erst um den 20. Juni abgeschaltet werde. Der Grund für die Verlängerung: Nach dem letzten warmen Winter sei die Restverfügbarkeit an Kernbrennstoff im Reaktor des AKW höher als ursprünglich angenommen, hieß es in einer Pressemitteilung. Mit der Beladung des Reaktorkerns im letzten Stillstand sei das neu berechnet worden.

"Die Berechnung ergab, dass die noch enthaltene Energie einen Betrieb bis um genannten Zeitraum ermöglicht."

Betreiber E.ON zum späteren Abschalttermin

Bei der letzten Revision im Frühjahr hatte E.ON bereits gebrauchte Brennelemente in den Reaktor in Grafenrheinfeld eingesetzt. So wollte der Betreiber umgehen, für neue Brennelemente die so genannte Brennelementesteuer zahlen zu müssen. Die längere Laufzeit bis Juni ist durch die vorhandene Betriebsgenehmigung abgedeckt. Diese reicht ohnehin bis Ende 2015.

Kritik von SPD und Atomkraftgegnern

Babs Günther vom Schweinfurter Aktionsbündnis gegen Atomkraft hatte den späteren Abschalttermin im April kritisiert: Das zeige, "dass man sich auf alle Verlautbarungen und Aussagen von E.ON nicht verlassen kann". Auch Natascha Kohnen, Energieexpertin und Generalsekretärin der Bayern-SPD, zeigte sich verwundert über den späteren Abschalttermin. Sie hielt die Erklärung von E.ON in einem "Land der Ingenieure" für mehr als verwunderlich und vermutete, dass sich die Atomlobbyisten schon die Hände reiben würden. 


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G.Giermann Nienhofstr.16 45894 Gelsenkirchen, Mittwoch, 01.Juli, 21:21 Uhr

19. Abschaltung des Atomkraftwerkes Grafenrheinfeld

Es wird von Gegnern der Atomkraft immerwieder darüber räsoniert, welcheSummen von Steuergeldern beim Bau der Atomkraftwerke geflossen sind. Die Produktion von Grafenrheinfeld betrug 1.6% der in Deutschland erzeugten Strommenge.Das entspricht in etwa der aus Biogas gewonnen Stromerzeugug. Welche Steuermittel sind denn bis Dato in diese unsinnige Subvention geflossen ? Dieser Nonsens verführt die Bauern wegen der Subventionsgelder dazu, Mais anbauen und damit zu einem nicht wieder gut zu machenden Schaden Ihrer Böden wegen Errosion beizutragen.Wer kann mir mit exakten Zahlen Auskunft erteilen?. Die wegfallende erzeugte Strommenge von circa 1300 MW wird durch welchen Strom wie kompensiert ? Hoffentlich nicht durch Atomstrom aus Frakreich.Mir war bisher nicht klar, welche Unmengen an Dreck aus dem Main vor Verwendung des Kühlwassers gefiltert werden mußten.Verzichtet man in Zukunft auf diese im Nebeneffekt wichtige Umweltmaßnahme ? Das alles auch noch zu`` besaufen ``finde ich schlimm.

Dennis, Mittwoch, 24.Juni, 00:24 Uhr

18. Oh mann Leute, denkt doch bitte mal nach und beschäftigt euch richtig!

Ich würde gerne mal eure Reaktionen sehen wenn die jedem von euch ein Windrad in den Garten setzen.
Man kann es euch doch nie recht machen...

Atomkraft ist gefährlich und verschandelt die Landschaft, Kohle und Öl ist umweltschädlich, Windräder machen Lärm und verschandeln die Landschaft, Solarzellen blenden mich mittags um 13 Uhr wenn ich in die Richtung schaue, ... etc pp.

Ist euch eigentlich schon mal aufgefallen das wir nur noch am meckern sind?
Aber den Strom wollt ihr trotzdem alle haben.

Ihr wisst schon das der nicht nur aus der Steckdose kommt, sondern auch irgendwie da rein muss?

Ich bin wirklich mal gespannt was ihr in ein paar Jahren zu eurer Stromrechnung sagt wenn alle AKW's abgeschaltet wurden. Dann stehen die Kinnladen genauso weit unten wie wenn ihr tanken geht.

Denkt auch mal an die Städte, Dörfer und gewerbetreibenden die von den Kraftwerken leben und ohne diese eigentlich schon fast bankrott sind?

Wenn ich gläubig währe, würde ich für euch beten...

Andrea, Dienstag, 16.Juni, 22:21 Uhr

17. Seit heute Mittag keine Dampfschwaden von Dittelbrunn aus mehr zu sehen

In dieser Sache habe ich mal von hier aus weiter beobachtet und von Dittelbrunn aus sind seit heute Mittag - etwa 11 Uhr - keine Dampfwolken mehr zu sehen. Auch heute Abend nicht. Von daher vermute ich mal messerscharf, dass E-on in aller Stille dieses Teil doch vom Netz genommen haben könnte ohne dass es irgednwer bemerkt hat.
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Andrea Koeth, Dienstag, 16.Juni, 10:32 Uhr

16. Beobachtung: Dampfsäule von AKW Grafenrheinfeld wird weniger

hi zusammen,

also irgendwie sieht es von hier so aus, als wäre die Dampfsäule von Grafenrhenfeld am Sterben. Seit heute Morgen wird der Dampf kontinuierlich weniger. Weiss da jemand was, ob die Abschaltung bereits in Gang ist?? Kann es sein, dass der Betreiber bereits in aller Stille dabei ist, die Abschaltung zu vollziehen??

Gruß
Andrea

Andrea Koeth, Dienstag, 16.Juni, 10:23 Uhr

15. Beobachtung: Dampfsäule von AKW Grafenrheinfeld wird weniger

hi zusammen,

also irgendwie sieht es von hier so aus, als wäre die Dampfsäule von Grafenrhenfeld am Sterben. Seit heute Morgen wird der Dampf kontinuierlich weniger. Weiss da jemand was, ob die Abschaltung bereits in Gang ist?? Kann es sein, dass der Betreiber bereits in aller Stille dabei ist, die Abschaltung zu vollziehen??

Gruß
Andrea