22

Baumbestand in Schweinfurter Gärten Stadtrat fällt Baumschutzverordnung

Der Stadtrat von Schweinfurt hat die bisherige Baumschutzverordnung der Stadt zu Fall gebracht - und zwar komplett. Naturschützer sind enttäuscht und befürchten nun einen Kahlschlag in Schweinfurter Privatgärten.

Von: Norbert Steiche

Stand: 22.02.2017

26 zu 18 Stimmen lautete am Dienstagabend (21.02.17) das Votum gegen die bisherige Baumschutzverordnung der Stadt Schweinfurt. Die CSU-Stadtratsfraktion hatte den Antrag gestellt, die Verordnung komplett abzuschaffen und dafür geschlossen gestimmt.

CSU reichte vorgeschlagene Lockerung nicht

Die Entscheidung, die Schutzverordnung völlig zu kippen, geht über den Vorschlag der Stadtverwaltung hinaus. Diese hatte ursprünglich nur eine Neuregelung vorgeschlagen, der zufolge erst Bäume ab einem Stammumfang von einem Meter besonderen Schutz genießen sollten. Bisher unterlagen bereits Bäume mit geringerem Stammumfang einem besonderen Schutz. Der CSU im Stadtrat reichte eine Lockerung der Verordnung aber offenbar nicht. Auch der Schweinfurter CSU-Oberbürgermeister Sebastian Remelé stimmte für den Abschaffung der Baumschutzverordnung und damit gegen den Vorschlag seiner eigenen Verwaltung.

Enttäuschung bei Naturschützern

Vor der entscheidenden Sitzung hatte die Stadtratsfraktion "Schweinfurter Liste" im Rathausinnenhof für den Erhalt der Baumschutzverordnung demonstriert. Ulrike Schneider von der "Schweinfurter Liste" fürchtet nun, "dass ganz viele Bäume in Privatgärten fallen werden". Edo Günther, der Kreisvorsitzende Schweinfurt des Bund Naturschutz, sagte dem BR:

"Ich finde das absolut traurig, wenn man etwas Positives in Sachen Naturschutz hat und dann eigentlich ohne Grund kippt. Ich finde es weiterhin traurig, so ein positives Instrument des Naturschutzes aufzugeben. Bäume schließlich sind gut fürs Klima."

Edo Günther, Schweinfurter Kreisvorsitzender Bund Naturschutz

Zum jetzigen Zeitpunkt können noch keine Bäume gefällt werden. Dazu muss noch eine Aufhebungsverordnung beschlossen werden. Grundsätzlich dürfen aus Gründen des Natur- und Vogelschutz bis einschließlich 30. September 2017 keine Bäume gefällt werden.

Programmhinweis

  • zur Sendungshomepage Regionalnachrichten aus Mainfranken von 6.00 bis 18.00 Uhr, jeweils zur vollen und halben Stunde, Bayern 1

Alle Regionen

Regionen Bayerns Region Unterfranken auswählen Region Mittelfranken auswählen Region Oberfranken auswählen Region Oberpfalz auswählen Region Niederbayern auswählen Region Oberbayern auswählen Region Schwaben auswählen

22

Keine Kommentare mehr möglich. Hinweise zum Kommentieren finden Sie in den Kommentar-Spielregeln.)

Andrea, Sonntag, 26.Februar, 21:51 Uhr

3. Gut so dass diese Verordnung vom Stadtrat gekippt wurde

In der Sache finde ich es gut, wenn wir Buerger in Schweinfurt und Umland jetzt endlich wieder selbst bestimmen können, wann Bäume wirklich raus muessen im eigenen Garten oder eben nicht. Denn es gibt auch hier bei uns in Dittelbrunn immer wieder Stress mit Bäumen die zu nah an Grundstuecksgrenzen stehen und deswegen weg sollen. Außerdem sehen wir Buerger doch selber wenn ein Baum soweit sturmgeschädigt ist, dass er beim nächsten Mal aufs Haus oder in des Nachbars Garten zu kippen droht. Bei uns ist im Hintergarten ein Baum in dieser Kategorie drin, der eventuell die nächsten Jahre fliegen muss, weil er schon mehrfach Stuerme ueber sich ergehen lassen musste und an einer Grundstuecksgrenze steht. Die Nachbarn haben schon berechtigterweise Angst, dass der irgendwann ansonsten wirklich mal in den Nachbarsgarten abkippt und dass muss ja nicht sein.

Von daher finde ich es richtig, dass wir Buerger endlich jetzt wieder selbst ueber unsere Gärten bestimmen duerfen.

brain09, Mittwoch, 22.Februar, 11:19 Uhr

2. Baumschutzverordnung

Bis auf das, das ich von einer solchen Verordnung noch nicht einmal etwas gehört hatte;( Zeigt es mal wieder auf traurige weise, das Alles, das vordergründig keinen großen Wert besitz und keine starke Lobby hat erst einmal unter die Räder gerät! Irgendwann müssen wir vermutlich auf die härteste aller Turen erkennen, das wir Geld nicht essen,trinken und atmen können! Wollen wir hoffen, das es dann nicht zu spät ist! Und ich bin weis Gott kein Grüner Fundamentalist! Wann lernen wir endlich Natur zu schätzen und zu erhalten! ?Mit "Macht Euch die Erde Untertan" laut Bibel war sicherlich kein Kahlschlag oder Raubbau gemeint!

  • Antwort von Andrea, Sonntag, 26.Februar, 21:55 Uhr

    hi bain09

    Hiermit:

    ""Macht Euch die Erde Untertan" laut Bibel war sicherlich kein Kahlschlag oder Raubbau gemeint! "

    haben Sie recht. Aber hier ist es richtig so, dass diese Baumschutz-Verordnung fuer den eigenen Garten vollständig gekippt wurde. Denn wir Buerger sehen doch selbst, wann ein Baum weg muss oder nicht. Beispiel: wenn ein Baum zu stark sturmgeschädigt ist und beim nächsten Mal droht entweder in des Nachbars Garten oder gar aufs eigene Haus zu kippen, dann muss er weg. Er ist dann ein Sicherheitsrisiko.

    Oder was ich gut finde dass man es jetzt endlich selbst bestimmen kann ist, wann ein Baum in der Höhe zurueckgeschnitten werden muss, weil er zu hoch geworden ist und ueber das Hausdach hinausragt. Da ist ebenfalls bei uns eine Zierkirsche in dieser Kategorie. Die ist dieses Fruehjahr dran, dass sie in der Höhe zurueckgeschnitten werden muss, weil sie bereits ueber das Dach rausragt.

  • Antwort von Andrea, Sonntag, 26.Februar, 22:15 Uhr

    @ brain09

    Diese Zierkirsche von der ich rede bei uns im Hintergarten, die ragt schon gut ein bis anderthalb Meter ueber das Dach raus und wenn jetzt demnächst da ein stärkerer Sturm kommt und da eventuell ein paar Äste abreißt und auf das Dach des Nachbarn wirft, dann ist dass nicht gerade sehr nett fuer unsere Nachbarin. Die hat letztes Jahr erst ihren Mann an den teuflischen Krebs verloren und die kann sowas auch nicht selbst. Um da dranzukommen, muessen wir entweder vom Dach aus ran oder mit einer ziemlich großen Leiter von unserem Garten aus.
    Und da muessen wir selbst handeln können ohne solche Handschellen durch solche Baumschutz-Verordnungen. Unser eigener Garten gehört uns und nicht der Bundesregierung und erst recht nicht den Landesregierungen und längstens nicht den Stadträten.

    Warum kuemmert sich die Bundesregierung nicht lieber endlich mal um das Glyphosat-Verbot oder darum dass die Guelle auf den Feldern weniger wird?? Wann wird unser Trinkwasser gereinigt??

caramel.b.hazelnut, Mittwoch, 22.Februar, 11:05 Uhr

1. Kahlschlag in Schweinfurter Privatgärten...

...na ganz sicher. Zuerst höchstwahrscheinlich in den Gärten der CSU-Stadträte und deren Freunde. Aber recht so - das Volk bekommt immer die Vertreter die es verdient.