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20 Jahre Museum Stammheim Eine zündende Idee wird zur Hollywood-Kulisse

Gleich hinter Stammheim formieren sich Soldaten in historischen Uniformen, ein Kanonenschlag donnert übers Land. Nein, es ist kein Krieg ausgebrochen, im Gegenteil – es gibt Grund zum Feiern: Das Museum für Militär- und Zeitgeschichte feiert 20-jähriges Jubiläum.

Stand: 10.04.2017

Dutzende Zuschauer stehen neugierig um "Long Tom" herum und schauen teils bewundernd, teils respektvoll auf die 13 Meter lange Kanone, die 1941 in den USA gefertigt wurde. Dann ist es so weit. Aus dem Rohr schießt ohne Vorwarnung explosionsartigein Feuerstrahl, der 20 Meter weit reicht. Die Druckwelle ist enorm, die Zuschauer sind begeistert.

"Als die Amerikaner aus Bindlach abgezogen sind, hatten sie 'Long Tom' im Überbestand und wussten nicht, wohin damit. Deshalb haben sie die Kanone Reservisten geschenkt. Die konnten sie irgendwann auch nicht mehr brauchen und haben sie mir übergeben. Damals war das Eisenschrott, nach anderthalb Jahren hatte ich die Kanone so weit, dass sie funktioniert."

Thomas Grenzer, Sprengmeister

George Clooneys Crew in Stammheim

Es sind Exponate und Erlebnisse wie diese, die die Besucher seit 20 Jahren nach Stammheim locken. Und nicht nur die: Auch Hollywood hat die einzigartige Kulisse für sich entdeckt. So wurden hier Streifen wie "Stalingrad" und "The Monuments Men" von und mit George Clooney gedreht. Insgesamt haben das Museum und der Förderverein mehr als 20 Filme mit seinen Fahrzeugen, Uniformen und Komparsen unterstützt und auch die Bunkeranlage war mehrmals Drehort.

"Angefangen hat es im ganz kleinen Kreis. Es war ja nie geplant, ein Museum zu bauen, schon gar nicht in der Dimension. Mittlerweile ist ein Museum entstanden mit internationalen Kontakten auf 17.000 Quadratmetern mit über 20.000 Exponaten. Und unser Förderverein hat europaweit über 500 Mitglieder – Tendenz steigend."

Günter Weißenseel, Museumsgründer und -leiter

Einzigartige Ausstellung mit 20.000 Exponaten

Wer hier her kommt, begibt sich auf eine Zeitreise durch mehr als 200 Jahre fränkischer und deutscher Geschichte: Angefangen bei Napoleon schlägt die Ausstellung einen Bogen über die Kriege im 20. Jahrhundert bis hin zur Wiedervereinigung. "Uns geht es darum, Geschichte aufleben zu lassen und sie begreifbar zu machen", erläutert Museumsgründer Günter Weißenseel die Idee hinter der Ausstellung. Zu der gehören neben einer funktionstüchtigen Dorfschmiede und einer Schreinerei übrigens auch rund 250 Ketten-, Wasser- und Luftfahrzeuge, darunter sogar ein Düsenflugzeug.


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