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Reliquie Todestag des heiligen Aquilin jährt sich zum 1.000. Mal

Zum 1.000. Todestag kommt am Wochenende eine Delegation aus Mailand unter der Leitung von Bischofsvikar Carlo Faccendini nach Würzburg. Mit einem Pontifikalamt im Kiliansdom übergibt Faccendini die Reliquie des heiligen Aquilin an Bischof Hofmann.

Stand: 27.01.2017

1000. Todestag heiliger Aquilin in Würzburg | Bild: Bernadette Weimer POW

Der Reliquienschrein wird in einer Prozession in die Pfarrkirche Sankt Peter und Paul übertragen. Dort wird am Sonntag um 16 Uhr eine Pontifikalvesper gefeiert. Schon am Freitag empfängt die Stadt die Gäste aus Mailand im Wenzelsaal des Rathauses. Die Stadt wolle so ihre Verbundenheit mit Mailand bekunden. Unter der Überschrift „Serata Italiana“ wird ebenfalls Freitag ein italienischer Abend gefeiert.

"Mit der erneuten Übergabe einer bedeutenden Reliquie des Heiligen ehrt die Erzdiözese Mailand die Geburtsstadt Würzburg 1.000 Jahre nach seinem Martyrium."

Dompfarrer Jürgen Vorndran

Aquilin wurde in Würzburg geboren. Er ist in Köln ausgebildet worden und dort unter dem Namen Wezelinus bekannt gewesen. Nach seiner Aufnahme in das Domkapitel schlug er als Dompropst die Wahl zum Erzbischof aus und ging nach Mailand in das Kanonikerstift San Lorenzo Maggiore. In Mailand wurde er ermordet, sein genaues Todesjahr ist nicht bekannt. 1705 gelangten die ersten Reliquien des Heiligen unter Fürstbischof Johann Philipp von Greiffenclau-Vollraths nach Würzburg. Eine von Johann Zeckel angefertigte metallgetriebene Dreiviertelfigur für die Würzburger Bürgersodalität sei 1715 mit einem Reliquienpartikel versehen worden. Heute steht die Silberbüste in der Marienkapelle und ist Teil einer Gedächtnisstätte für Opfer von Gewalt.

Inspiration für Künstler

Aquilin war im Bistum Würzburg schon immer sehr beliebt. Der Kupferstecher Johann Leypold hat 1653 ein Bild geschaffen, das Aquilin im Messornat mit Märtyrerdolch und Palme vor dem Hintergrund seiner Heimatstadt zeige. In zahlreichen Kirchen des Bistums findet sich die als Skulptur umgesetzte Darstellung. Die älteste erhaltene Skulptur des heiligen Aquilin stammt aus Karlstadt aus dem Jahr 1689. Eine Ausstellung in Sankt Peter und Paul über Aquilin-Darstellungen wird voraussichtlich von Mitte September bis Mitte Oktober zu sehen sein.


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