Begründer der Optogenetik Pflanzenphysiologe Nagel ausgezeichnet
Der Würzburger Pflanzenphysiologe Georg Nagel erhält den mit 700.000 Schweizer Franken dotierten Louis-Jeantet-Preis für Medizin zusammen mit dem Berliner Biophysiker Peter Hegemann. Die beiden gelten als Begründer der Optogenetik.
Die beiden Forscher teilen sich nun den mit 700.000 Schweizer Franken – umgerechnet rund 564.000 Euro – dotierten Preis. Der überwiegende Teil davon, nämlich 625.000 Euro ist für Forschungsprojekte vorgesehen, teilte die die Louis-Jeantet-Stiftung mit. Mit seiner Vergabe würdigte das Preisgericht in Genf die Entdeckung von Ionen-Kanälen, die durch Licht aktiviert werden können. Damit gelten Nagel und Hegemann als Begründer der so genannten Optogenetik, einer neuen vielversprechende Disziplin auf dem Gebiet der Neurowissenschaften.
Neue Methode in der Behandlung von Nervenkrankheiten
Laut der Universität Würzburg kommt die Optogenetik bei der Heilung von Augenkrankheiten aber auch in der Grundlagenforschung von neurologischen Erkrankungen wie Epilepsie, Parkinson, Depression oder Altersblindheit zum Tragen. Bereits 2002 mündeten die Ideen von Nagel und Hegemann in ein Patent, das sich erst vor Kurzem ein großer Arzneimittelhersteller für die Gentherapie von Augenkrankheiten gesichert hat, die durch Nervenschäden bedingt sind, so die Hochschule.
Hintergrund Optogenetik
Bei der Optogenetik handelt es sich um eine Kombination aus Methoden der Optik und der Genetik, um bestimmte Funktionen in spezifischen Zellen oder in lebendem Gewebe an- oder abzuschalten. Auf gentechnischem Wege werden lichtsensitive Proteine durch Manipulation verändert und anschließend etwa in Nervenzellen eingebracht. Unter Lichteinfluss ist es dann möglich, das Verhalten der modifizierten Zellen zu steuern. So können exakt definierte Ereignisse in komplexen biologischen Systemen gezielt und überaus schnell kontrolliert werden.

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