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Sexuelle Übergriffe an Silvester Auch im Freistaat laufen Ermittlungen

Auch in Bayern soll es in der Silvesternacht zu Übergriffen auf Frauen durch Asylbewerber gekommen sein. Erst jetzt erstatten Betroffene Anzeigen, wie in Nürnberg, München, Waldkraiburg, Traunreut und Ansbach.

Stand: 08.01.2016

Auch in Mittelfranken haben sich am Silvestertag Fälle von sexuellen Übergriffen auf Frauen ereignet. Fünf Betroffene im Alter zwischen 16 und 19 Jahren in Nürnberg und Ansbach haben sich nach Polizeiangaben gestern gemeldet und Anzeige erstattet.

Frauen in Nürnberg und Ansbach betroffen

Polizei bittet um Hilfe

Das Polizeipräsidium Mittelfranken bittet, dass sich Opfer und Zeugen bei etwaigen Vorfällen möglichst zeitnah an die Polizei wenden, um eine schnelle Fahndung und eine konsequente Strafverfolgung zu ermöglichen. Auch für Hinweise oder eventuelle Handyaufnahmen gilt folgende Telefonnummer: 0911 2112-3333

In Nürnberg seien demnach zwei 18 und 19 Jahre alte Frauen von einer Gruppe von etwa 20 Männern umringt und trotz heftiger Gegenwehr umarmt, geküsst und unsittlich berührt worden. Die Männer sollen aus dem arabischen Raum stammen. Gestohlen wurde den beiden Frauen nichts. Aus Angst habe eine der Betroffenen erst so spät Anzeige erstattet.

Auch drei junge Frauen aus Ansbach haben sich gestern an die Polizei gewandt. Auf dem Johann-Sebastian-Bach Platz seien die 16-, 18-, und 19-Jährigen durch vier dunkelhäutige Männer eingekreist und sexuell attackiert worden. Die Polizei sucht nun nach Zeugen, die möglicherweise die Tatorte auch zufällig mit ihren Handys gefilmt haben. Anzeige hat gestern auch eine eine 19-jährige Frau aus Feuchtwangen erstattet, die sich an Silvester in Köln aufgehalten hatte, und dort ebenfalls Opfer eines sexuellen Übergriffes geworden war. Die Anzeige wurde nach Köln weitergeleitet.

Vorfall in München

Zwei junge Frauen wollten in der Silvesternacht vor einer Diskothek eine Raucherpause einlegen, als sie von unbekannten Männern angesprochen wurden. Nach Angaben der Polizei berichteten die 19- und 20-jährigen Frauen von bis zu 15 Männern, die sie eingekreist und am Arm festgehalten hätten. Die 20-Jährige wurde zudem von einem der Männer begrapscht. Sie konnten sich aber loßreißen und in die Diskothek zurückkehren. Anzeige erstatteten sie erst Tage nach dem Vorfall, am vergangenen Dienstag.

Verdächtiger in Waldkraiburg festgenommen

In Haft sitzt mittlerweile auch ein 19 Jahre alter Asylbewerber aus Afghanistan. Dieser steht unter dem dringenden Verdacht, in einem Hauseingang am Stadtplatz in Waldkraiburg (Lkr. Mühldorf am Inn) in der Silvesternacht eine 27-Jährige vergewaltigt zu haben. Trotz der schwerwiegenden Vorwürfe hatte ihn unmittelbar nach der Festnahme ein Amtsrichter in Altötting wieder auf freien Fuß gesetzt. Dagegen legte die Staatsanwaltschaft Beschwerde ein. Dieser folgte jetzt die Justiz und erließ gegen den tatverdächtigen Asylbewerber einen Haftbefehl.

Betroffene auch in Traunreut, Landkreis Traunstein

Zeugen gesucht

Zeugen werden gebeten sich bei der Kripo Traunstein unter der Telefonnummer 0861/98730 oder bei jeder anderen Polizeidienststelle zu melden.

In der Innenstadt von Traunreut, Höhe Cityhaus wurden in der Silvesternacht zwei 17-Jährige von zwei jungen Männern angegriffen. Einer soll eines der Mädchen zu Boden gerissen und sich auf sie geworfen haben, möglicherweise, um sich an ihr zu vergehen. Zudem versuchte er wohl, ihr das Handy zu entwenden. Durch Gegenwehr und lautes Schreien wurden die Angreifer vertrieben. Derjenige, der die zweite Schülerin festgehalten haben soll, sitzt mittlerweile in Haft. Er habe den Vorfall weitgehend eingeräumt, so die Polizei. Nach dem Komplizen wird noch gefahndet.  

Weitere Übergriffe werden angezeigt

In Burghausen im Landkreis Altötting soll ein 16-jähriger Afghane am vergangenen Dienstag eine 15-Jährige angesprochen haben; als sie nicht reagierte, sei er zudringlich geworden. Die Hilferufe des Mädchens hörte eine Anwohnerin, die die Polizei verständigte und der Jugendlichen zu Hilfe eilte. Die Polizei hat den zum Zeitpunkt der Tat stark alkoholisierten jungen Flüchtling vorläufig festgenommen, gegen ihn laufen Ermittlungen wegen versuchter sexueller Nötigung.

Ein 15-jähriger Flüchtling hat am heutigen Freitag mehrere Frauen in Kühbach im Landkreis Aichach-Friedberg geängstigt. Der bereits wegen seiner Aggressionen bekannte Jugendliche war aus dem Heim für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge in Rapperzell ausgerissen. Am Vormittag hatte er zwei Joggerinnen im Kühbacher Wald mit einem Brotmesser bedroht und ihre Taschen nach Diebesgut durchsucht. Später soll er eine 56-Jährige sexuell belästigt haben. Der junge Syrer wurde festgenommen und soll morgen dem Haftrichter vorgeführt werden.


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