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Nach Spannungen Türkei will Beziehung zu Deutschland "normalisieren“

Der türkische Außenminister Mevlüt Cavusoglu erwartet eine deutliche Entspannung zwischen Deutschland und seinem Land. Noch in diesem Monat will er in die Bundesrepublik reisen.

Von: Gabriel Wirth

Stand: 01.01.2018

Fahnen: Deutschland und Türkei | Bild: colourbox.com

Cavusoglu befindet sich vor allem mit dem deutschen Außenminister Sigmar Gabriel in einem guten Dialog wie er erklärte. Gabriel habe ihn für Januar in dessen Heimatort Goslar eingeladen.

"Wenn Deutschland sich einen Schritt auf uns zubewegt, geht die Türkei zwei Schritte auf Deutschland zu. Das ist keine Schwäche, das kommt von Herzen. Aber wenn Deutschland die Türkei bedroht, wird die Türkei zurückschlagen."

Türkischer Außenminister Mevlüt Cavusoglu

Seine Regierung erwartet von  Deutschland, als gleichwertiger Partner betrachtet zu werden, wie er der Deutschen Presseagentur sagte.

Urlaub in der Türkei

Seit dem Putschversuch im Juli 2016 und den Terrorangriffen im gleichen Jahr ist die Türkei seinen Worten nach wieder stabilisiert worden. Der Wahlkreis des türkischen Spitzenpolitikers ist Antalya, bisher das beliebteste Ziel deutscher Urlaubern in der Türkei. Seit 2016 ist die Zahl der deutschen Touristen deutlich eingebrochen. Wegen der Festnahme mehrerer Deutscher in der Türkei hatte die Bundesregierung die Reisehinweise im Sommer deutlich verschärft.

Baldiges Verfahren gegen Yücel

Cavusoglu ist "nicht sehr glücklich darüber", dass es nach wie vor keine Anklage gegen Deniz Yüsel gibt. Der Korrespondent der "Welt“ sitzt seit nun mehr als zehn Monaten in Untersuchungshaft. Er könne die Justiz nur ermutigen, den Prozesse zu beschleunigen, so der Außenminister. Seiner Aussage zufolge ist es eine komplexe Situation, die einige Zeit dauert. Die Vorwürfe seien sehr ernst. Derweil hat die türkische Regierung erneut zahlreiche Staatsbedienstete entlassen.


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Adler, Montag, 01.Januar, 12:35 Uhr

2. Gleichwertig?

"Seine Regierung erwartet von Deutschland, als gleichwertiger Partner betrachtet zu werden, wie er der Deutschen Presseagentur sagte."

Nichts leichter als das. Dazu bedarf es nur der Kleinigkeit, Menschenrechte, Rechtsstaatlichkeit, Pressefreiheit und Demokratie einzuhalten. Mit Willkür haben wir Deutschen ein Problem.
Dann steht dem guten Miteinander nichts im Wege.

Es sind ja nicht die Menschen der Türkei, die angeprangert wurden.

Squareman, Montag, 01.Januar, 11:47 Uhr

1. Normalisieren?

Solange Erdogan nicht zurücktritt und sich die AKP nicht auflöst, die politischen Gefangenen nicht freigelassen und entschädigt werden,die entlassenen Leute nicht wieder eingestellt , die ganzen Anklagen eingestellt werden und sich Erdogan und Co für ihre Hetze gegen Deutschland und Europa nicht entschuldigen wird dich da hoffentlich nichts normalisieren. Die Türkei ist auf dem Weg in eine islamistische Diktatur und das kann man nicht einfach schönreden.

  • Antwort von Franz, Montag, 01.Januar, 13:33 Uhr

    Warum sollte sich die AKP auflösen ? Sie sind mir ja ein schöner Demokrat. Wenn man Demokratie und Menschenrechte, zurecht, einfordert, muss man das allen gewähren.

  • Antwort von Kritikwürdig , Montag, 01.Januar, 13:34 Uhr

    Sie haben absolut Recht!
    Aber vermutlich wird Frau Merkel zum Wohle der deutschen Wirtschaft andere Maßstäbe ansetzten und sich mit dem Diktator versöhnen. Moral gilt in der Wirtschaft nicht wirklich

  • Antwort von Leo Bronstein, Montag, 01.Januar, 13:50 Uhr

    @ Squareman

    Aus meiner Sicht noch die Zypernproblematik. Nicht ohne Grund sind dort Blauhelme ( UNFICYP - United Nations Peacekeeping Force in Cyprus) stationiert.

    Außerdem noch die Verfolgung von Kurden. Oder wurden überwiegend von Kurden bewohnte Städte nicht in den letzten Jahren beschossen und bombardiert?

    Und was außerdem noch ein, aus meiner Sicht wichtiger Punkt ist, ist die Haltung gegenüber Christen in der Türkei. In Deutschland sind in den letzten Jahrzehnten ca. 143 klassische Moscheen und 2.660 islamische Gebetshäuser errichtet worden, während zu selben Zeit selbst die Instandsetzung, oder Reparatur von Kirchen in der Türkei untersagt wurde.