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Pressekonferenz in New York Trump vermutet Russland hinter Hackerangriffen

Donald Trump hat bei seiner ersten Pressekonferenz seit seinem Wahlsieg im November erstmals Russland als möglichen Verursacher der Hackerangriffe im US-Wahlkampf genannt. Er wolle aber das Verhältnis zu Putin verbessern. Außerdem versprach er den Amerikanern viele neue Jobs.

Von: Michael Bartmann

Stand: 12.01.2017

Über den Hackerangriff während des Wahlkampfes sagte Trump: "Ich glaube, es war Russland." Allerdings würden viele andere Staaten in US-Systeme eindringen. Zudem kritisierte er die Demokraten für ihre laxe Computersicherheit. Er werde die besten Experten zusammenholen, um Hackerangriffe in Zukunft unmöglich zu machen.

Trump weist Medienberichte als "Fake-News" zurück

Donald Trump | Bild: picture-alliance/dpa zum Artikel Donald Trump Pressekonferenz Beispiellos

Noch immer gelingt es dem Mann, der am 20. Januar um 12 Uhr auf den Stufen des Kapitols den Amtseid auf die amerikanische Verfassung ablegen wird, negativ zu überraschen. Auf der nach oben offenen Trump-Skala der politischen Peinlichkeiten hat der künftige US-Präsident einen neuen Höchstausschlag zu verzeichnen, meint Clemens Verenkotte. [mehr]

Trump hatte bislang Zweifel an der Einschätzung der amerikanischen Geheimdienste geäußert, wonach Russland hinter den Angriffen auf Computer der Demokraten stand. Die Dienste werfen dem russischen Präsidenten Wladimir Putin vor, sich damit in den Wahlkampf eingemischt und die Wahl von Trump favorisiert zu haben. Die Berichte, wonach Russland über belastendes Material über ihn verfüge, wies Trump abermals entschieden als "Fake-News" zurück. Er kritisierte dabei den Teil der Medien scharf, die diese Berichte verbreitet haben.

"Wir werden sehen, was ich für ein Verhältnis zu Russland haben werde. Ich hoffe, ich komme mit Putin klar. Kann gut sein, dass nicht. Aber ich bin sicher, wir werden ein besseres Verhältnis zu Russland haben, als jetzt."

Donald Trump über sein Verhältnis zu Russland

Für seine Präsidentschaft kündigte Trump an, der "größte Arbeitsmarktbeschaffer aller Zeiten" werden zu wollen. Dieses Versprechen hatte er bereits im Wahlkampf gegeben. Er wolle es nicht weiter erlauben, dass Firmen aus den USA nach Mexiko oder in andere Staaten ziehen. Wenn sie es tun, würden sie für ihre Produkte immense Einfuhrabgaben zahlen müssen, so Trump.

"Wir werden der größte Arbeitsplatzbeschaffer sein, den Gott je geschaffen hat. Daran glaube ich. Das versichere ich Ihnen."

Donald Trump

Trump kündigte an, umgehend mit dem Bau einer Mauer an der mexikanischen Grenze zu beginnen. Er wolle damit nicht ein Jahr oder eineinhalb Jahre warten. Mexiko werde die Kosten entweder mit einer Steuer oder einer direkten Zahlung übernehmen.

Firmenimperium geht an die Söhne

v.li: Eric, Donald, Ivanka Trump sowie Jared Kushner

Wie soll es denn nun mit seinem verzweigten Firmen-Imperium weitergehen? Auch diese Frage wurde bei der Pressekonferenz beantwortet. Trump wird sein Firmenimperium offiziell an seine Söhne übergeben. Er tue das, obwohl er das eigentlich nicht müsste, so der künftige US-Präsident. Sein Firmenimperium werde eine Struktur haben, die ihn komplett vom Management enthebe. Unter der neuen Struktur sollen Trumps Unternehmen keine neuen Deals im Ausland abschließen. Seine Anwältin sagte in der Pressekonferenz, die Amerikaner könnten sicher sein, dass Trump als Präsident eine Kollision mit seinen Interessen als Immobilienunternehmer vermeiden werde.

Am Ende der Pressekonferenz sagte Trump, er hoffe, er könne in acht Jahren zurückkommen und zu seinen Söhnen sagen, sie hätten einen guten Job gemacht. Falls nicht, werde er sie wohl feuern müssen, so der designierte US-Präsident scherzhaft.

Proteste vor dem Trump Tower

Vor dem New Yorker Trump Tower ist es während der Pressekonferenz zu Protesten gekommen. Mehrere Grüppchen von Demonstranten versammelten sich am Mittwoch vor dem Hochhaus in Manhattan, in dem die Pressekonferenz stattfand, und riefen teils lautstark Anti-Trump-Slogans. Zudem hielten sie Plakate in die Höhe, auf denen unter anderem "Schmeißt Trump in die Tonne" stand. Unter die Dutzenden Demonstranten, Schaulustigen und Journalisten auf der noblen Fifth Avenue waren auch einzelne Trump-Befürworter. Die Polizei hatte den Bereich um den Eingang des Wolkenkratzers allerdings weiträumig abgesperrt und ließ Proteste nur auf der anderen Straßenseite zu.


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Kommentare

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Schaumburger, Donnerstag, 12.Januar, 09:43 Uhr

9. Berichterstattung

Ich finde es es nicht gut, das die Medien so viel aufsehen um den zukünftigen Präsidenten der USA machen. Der Mann ist noch nicht einmal im Amt.
Was haben wir davon, wenn uns die Vergangenheit von Herrn Trump oder von seiner Frau immer schön in Wort und Bild vorgehalten wird.
Wurden jemals in den Medien über deutsche Politiker /innen in so einer Art und Weise berichtet ? ( Nacktfotos u.s.w. )
Wir hier in Deutschland sollten mal kräftig vor den eigenen Türen fegen, da ist genug zu tun !

Thomas, Donnerstag, 12.Januar, 09:35 Uhr

8. Trump verschafft sich Respekt

Offensichtlich hat man Respekt vor Trump. Dass Ford jetzt ein ganzes Werk statt in Mexiko nun in den USA baut ist schon beachtenswert. So jemanden bräuchten wir auch in Deutschland.

wilhelm, Donnerstag, 12.Januar, 03:31 Uhr

7. Trump / Russland

Hinter der 'Sympathie' des Republikaners Trump für Russland könnte sich auch das Säen von Zwietracht in die neuerdings bessere Zusammenarbeit zwischen Russland und China verbergen, damit die Russen den USA bei deren Ostasienplänen und speziell in einem Konflikt mit China nicht dazwischenfunken.

Rudi, Mittwoch, 11.Januar, 20:37 Uhr

6. Hackerangriffe

Nur gut das die Amis keine Hackerangriffe machen und auch andere Staaten nicht ausspionieren. Hat Frau Merkel eigentlich keine Milliardenklage eingereicht?

OH, Mittwoch, 11.Januar, 19:49 Uhr

5. Respekt vor Andersdenkenden

Ein Plakat mit der Aufschrift "Schmeißt Trump in die Tonne" finde ich inakzeptabel. Trump hat es trotz vielfältiger Widerstände geschafft, Präsident zu werden. Seine Pressekonferenz habe ich auf Phoenix verfolgt, weil es mich sehr interessiert hat.