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US-Factchecker Trump mit 1600 falschen Aussagen in 300 Tagen

Die Factchecker der Washington Post sammeln seit Amtsantritt falsche Aussagen des US-Präsidenten. Jetzt haben sie eine Zwischenbilanz veröffentlich. Fazit: Trump verbreitet durchschnittlich 5,5 falsche Aussagen - und das pro Tag.

Von: Max Muth

Stand: 14.11.2017

US-Präsidentschaftskandidat Donald Trump | Bild: picture-alliance/dpa

5,5 Lügen oder Falschaussagen pro Tag - das ist der Durchschnitt von US-Präsident Donald Trump in den ersten 298 Tagen seiner Amtszeit. Wenn Trump bei seiner aktuellen Rate bleibt, dann werden es laut den Statistikern der Washington Post zum Ende des ersten Amtsjahres 1.999 Falschaussagen sein. Doch derzeit sieht es eher so aus als würde der US-Präsident die 2000 deutlich knacken. In den letzten Wochen hat er seinen Output nämlich noch einmal deutlich gesteigert. Aktuell liegt der US-Präsident demnach bei neun falschen Aussagen pro Tag.

Beliebtestes Ziel: Obamacare

Dabei ist nicht jede der Aussagen neu - im Gegenteil. Die meistwiederholte Fehlinformation ist laut den Journalisten die Aussage, Präsident Obamas Gesundheitsprogramm, der Affordable Care Act, sei so gut wie tot. Das zu parteipolitischer Neutralität verpflichtete Haushaltsbüro des US-Kongresses sagt, dass das Programm trotz einiger Probleme recht stabil dasteht. Andere recht häufig geäußerte Fehlinfos sind laut den Factcheckern die Aussagen, sein Steuerplan sehe die größte Steuersenkung vor, die es je gab - und dass die Steuern in den USA höher seien als überall sonst auf der Welt.

Die Urlüge gab es am Tag der Amtseinführung

Die erste und wahrscheinlich berühmteste Lüge seiner Amtszeit hat allerdings nicht der Präsident selbst verbreitet, sondern sein damaliger Pressesprecher Sean Spicer. Der hatte am Tag der Amtseinführung die Aufgabe zu verkünden, nie habe eine größere Menschenmenge eine Amtseinführung verfolgt:

"Es war das größte Publikum, das jemals eine Amsteinführung sah. Basta! Sowohl direkt vor Ort als auch auf der ganzen Welt."

Sean Spicer

Aussagen der Washingtoner Verkehrsbetriebe und Fotos vergangener Amtseinführungen zeigten allerdings deutlich, dass die Aussage falsch war.


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