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Nahost-Konflikt Trump erkennt Jerusalem als Hauptstadt Israels an

Trotz internationaler Warnungen hat US-Präsident Donald Trump Jerusalem als Hauptstadt Israels anerkannt. Es sei nicht mehr und nicht weniger als die Anerkennung einer Realität, sagte Trump.

Von: Jonathan Schulenburg

Stand: 06.12.2017

Palästinenser schauen die Rede von US-Präsident Donaöd Trump | Bild: Reuters (RNSP)/AMMAR AWAD

Trump sprach von einem "lange überfälligen Schritt", um den Friedensprozess im Nahen Osten voranzubringen. Zuvor hatten unter anderem die EU, Deutschland und zahlreiche muslimische Staaten vor einer solchen Entscheidung gewarnt, da sie den Konflikt zwischen Palästinensern und Israelis schüren dürfte.

Verlegung der US-Botschaft nach Jerusalem

Trump wies das Außenministerium an, mit dem Prozess zur Verlegung der US-Botschaft von Tel Aviv nach Jerusalem zu beginnen. "Dieser Prozess beginnt sofort", sagte Trump. Eine Zwei-Staaten-Lösung zur Beendigung des Nahost-Konfliktes werde er unterstützen, wenn sie von beiden Konfliktparteien gewünscht werde.

Ostteil Jerusalems arabisch

Jerusalem wird auch von den Palästinensern als Hauptstadt eines möglichen künftigen Staates beansprucht. Der Ostteil der Stadt ist arabisch geprägt und wird vorwiegend von Arabern bewohnt.

Warnung vor Ausschreitungen

In Gaza zündeten am Mittwoch hunderte Demonstranten Trump-Bilder und US-Flaggen an. Die Bundesregierung warnte vor möglichen Ausschreitungen in Jerusalem, dem Westjordanland und dem Gazastreifen. Auch Papst Franziskus zeigte sich besorgt. Er sagte: Jerusalem sei Juden, Christen und Muslimen gleichermaßen heilig, ein Ort an dem Heilige aller drei Religionen verehrt würden und ein Ort, der, "eine besondere Berufung zum Frieden" habe. Der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Josef Schuster, sagte der Zeitpunkt sei unglücklich.

Jerusalem international nicht als Hauptstadt anerkannt

Israel hatte 1967 während des Sechs-Tage-Kriegs den arabisch geprägten Ostteil der Stadt erobert und später annektiert. Es beansprucht ganz Jerusalem als seine unteilbare Hauptstadt. Dieser Anspruch wird international nicht anerkannt.


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Kommentare

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Erich , Donnerstag, 07.Dezember, 23:43 Uhr

6. Also Russland hat am 6. April 2017

West Jerusalem als Hauptstadt Israels anerkannt!

Wo war da das Problem?

  • Antwort von Blechmann13, Freitag, 08.Dezember, 06:30 Uhr

    Sie sagen es: "West-Jerusalem"
    Das die Stadt im Falle einer Zweistaatenlösung quasi "geteilt" würde, war schon immer klar.

    Trump hat mit seiner Entscheidung aber Jerusalem ganz Israel "zugesprochen", und damit gleichzeitig durch die Hintertür klar gemacht, dass es für ihn keine Lösung und damit einen Palästinenser-Staat geben wird.

    Man muss bei solchen Aussagen immer zwischen den Zeilen lesen...

    mfg

Therese , Donnerstag, 07.Dezember, 12:07 Uhr

5. Das ist eine Strafe für den Terrorismus der Palestinenser.

Den bestialischen Mord 1972 in München auf die Israelische Olympiamanschaft und die vielen kleineren Anschläge gegen unschuldige israeliche Bürger kann man nich einfach verzeihen und vergessen. Terror darf nicht belohnt werden.

  • Antwort von Blechmann13, Freitag, 08.Dezember, 06:37 Uhr

    Das ist wahr, aber dies sind nur die Folgen, einer westlichen Politik der Einmischung und der jahrzehntelangen Ausbeutung, sowie des "Ausspielens" der dortigen Parteien/Länder gegeneinander, im Interesse der westlichen Welt, allen voran der USA.
    Wenn Staaten wie die USA und Saudi-Arabien jahrzehntelang "Partner" sind, dann ist wohl klar, wo die eigentlichen Beweggründe liegen...

    Man erntet was man säht...

    mfg

Hallo, Donnerstag, 07.Dezember, 10:01 Uhr

4. Längst überfällig...

...in einer Welt die immer judenfeindlicher wird.

Die religiösen Gefühle von Muslimen sind uns Deutschen inzwischen wichtiger als der Kampf gegen den Antisemitismus.
Es vergeht keine Woche in der ich kein Kind "Du Jude!" schimpfen höre. Reaktionen? Keine. Anerkanntes Schimpfwort auf Spielplätzen und Pausenhöfen.

  • Antwort von Blechman13, Donnerstag, 07.Dezember, 12:24 Uhr

    Da können sie sich bei der israelischen Regierung und den "Hardlinern" dort bedanken!
    Zwangsumsiedlungen, widerechtliche Beschlagnahme von Land ("Siedlungspolitik"), Unterdrückung, illegale Verhaftungen, ect.,...
    Da braucht man sich nicht zu wundern, wenn Israel nicht gerade beliebt ist im nahen Osten und speziell bei den Palästinensern.

    Aber Kritik darf man natürlich nicht äußern, sonst kommt sofort die "Nazi-Keule" aus dem Sack.
    Gleichzeitg erhält Israel dadurch quasi einen Freifahrtschein, natürlich mit Unterstützung der USA und meist auch Europas, für alle derartigen Aktionen, und die letztlich acuh gar nicht anders können, da sie uns 1949 alle diese Sache, mit wenig Intelligenz, bis zum heutigen Tag aufgehalst haben!

    Um Nordkorea & Co. braucht sich niemand groß Sorgen zu machen.
    Wenn so etwas wie Flächenbrand kommen sollte, dann wird er genau dort ausbrechen, weil keiner den Mumm hatte, Tacheles zu reden!

    mfg

hannes, Donnerstag, 07.Dezember, 09:46 Uhr

3. leider

kann man sich darauf verlassen, dass die Extremisten auf der Palistinänserseite auch nicht intelligenter sind als Trump.
Was wäre das für ein Signal gewesen, wenn die Hamas gesagt hätte - Wir wissen was Trump ist und ignorieren seine Pläne!
aber nein! man kann sich darauf verlassen, dass die Idioten wieder das sagen haben. So wird es zu keinem Frieden kommen
und die Unschuldigen auf beiden Seiten sterben.

  • Antwort von madhu dagmar frantzen, Donnerstag, 07.Dezember, 10:53 Uhr

    "Leider" ...sagen Sie; Hannes und ich mag Ihrer Einschätzung über ´Spieler`auf dem politischen Parkett beipflichten, nur nicht Ihrem Sarkasmus.
    Allein zu sehen, welche Wellen das jetzt schon in allein- bayerischen sozialen Netzwerken schlägt ist entmutigend was den Zustand einer Intelligenz (des Herzens) angeht, nach befriedenden Lösungen zu suchen in einer Region, in der drei der grossen grossen Weltreligionen ihren Ursprung nahmen.
    Als diese Nachrichten gesendet wurden, habe ich gedacht: ach, beinahe jedes Jahr um die Weihnachtszeit gibt es genau solcherart kriegslüsternde Vorstösse, der einen und oder anderen Art.
    Ich wünsche mir sehr , dass Ihre düstere Prophezeihung nicht eintreten möge, so wie auch, dass Politiker , die besinnungslos handeln vom Souverän der Völker abgesetzt werden. Kurz: Ich wünsche mir, dass in demokratischen Systemen, ausführende bürokratische Organe und Wähler selbst auch zur Besinnung kommen.
    Auch hier und auch in sozialen Netzwerken.

    Madhu

Blechmann13, Donnerstag, 07.Dezember, 09:23 Uhr

2. Ich glaube inzwischen,...

...der Mann bereitet sich darauf vor, die Welt so weit wie möglich zu destabilisieren, um möglichst viele amerikanische Interessen, auch auf Kosten von "Verbündeten", auch mit Hilfe militärischen Aktionen, durchzusetzen.

Sein "America first" funktioniert auf Dauer nur, wenn der Rest der Welt möglichst abhängig, bzw. kontrolliert von den USA ist.
Das war zwar bereits in der Vergangenheit oft der Fall, Hr. Trump möchte diese Form der Außenpolitik jedoch steigern und neu zementieren.

Eines hat der Mann aber bereits heute "gesteigert", die USA, selbst im Vergleich zur Bush-Arä, zu einen am meisten unbeliebten, oder gar gehassten Land der Welt zu machen.
Der Mann richtet auf allen Gebieten dermaßen viel Schaden an, dass die USA nach der "Trump-Ära", wahrscheinlich viele Jahre brauchen werden, um sich davon zu erholen...

mfg