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Gerichtsurteil Tod des Mieters zu verschweigen ist Kündigungsgrund

Wer dem Vermieter verschweigt, dass die eigentliche Mieterin seit Monaten tot ist, muss mit einer Kündigung rechnen. Genau in so einem Fall hat das Amtsgericht München nun geurteilt.

Von: Peter Kveton

Stand: 21.04.2017

Mietvertrag und Schlüssel  | Bild: picture-alliance/dpa

Eigentlich hatte die Mutter den Mietvertrag unterschrieben, doch nach ihrem Tod ist die Tochter einfach in der Wohnung geblieben. Den Vermieter informierte sie nicht darüber, dass die eigentliche Mieterin gestorben ist. Mehr als zehn Monate lang ging das gut. Als es aber zu Problemen bei den Mietzahlungen kam, erfuhr der Vermieter schließlich vom Tod seiner eigentlichen Mieterin. Und kündigte ihrer Tochter.

Das ist der Fall, über den das Amtsgericht München nun geurteilt hat. Wenn Mitbewohner den Tod der verwandten Wohnungsmieterin nicht beim Vermieter melden, darf dieser eine Kündigung aussprechen, heißt es in dem Urteil.

Tod eines Vertragspartners muss gemeldet werden

Im vorliegenden Fall war die Frau bereits zwei Monatsmieten im Rückstand, als der Vermieter vom Tod seiner Mieterin erfuhr. Ein derartiges Verhalten sei in nicht hinnehmbarer Weise vertragswidrig, stellte das Gericht fest und gab der Räumungsklage des Vermieters statt.

Laut Gericht gibt es schon deshalb erhebliche Zweifel an der Zuverlässigkeit der Beklagten, weil sie über mehr als zehn Monate den Tod der eigentlichen Mieterin, und damit der Vertragspartnerin, verschwiegen hatte. Die Tochter der verstorbenen Mieterin lebte mit ihrem Sohn und ihrem Enkel weiter in der Wohnung. Die Familie bekam vom Gericht trotzdem noch mehrere Monate Zeit, die Wohnung zu räumen. Die Richter verwiesen dabei auf den angespannten Mietmarkt in München und die schwierige finanzielle Situation der Betroffenen. Das Urteil ist rechtskräftig.


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