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Gravierende Tierschutz-Verstöße Tierschützer kritisieren Tiertransporte ins Ausland

Die Zahl der Tiertransporte von Deutschland in Länder außerhalb der EU ist in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen. Gleichzeitig hat sich die Transportdauer deutlich erhöht, wie die Bundesregierung in einer Antwort auf eine Anfrage der Grünen-Bundestagsfraktion schreibt. Tierschützer kritisieren das.

Von: Arne Meyer-Fünffinger

Stand: 24.05.2017

Tiertransport an der türkischen Grenze | Bild: Animal Welfare Foundation / Eyes on Animals

Vor allem die Zahl der Transporte von Rindern in die Türkei und nach Russland ist seit 2013 deutlich gestiegen. Während es damals noch 90 Rinder-Transporte von Deutschland in die Türkei gab, stieg diese Zahl nach Erkenntnissen der Bundesregierung bis 2016 um mehr als das Zehnfache auf knapp 1.000. Ähnlich die Entwicklung bei Exporten nach Russland. Während sich 2013 noch 22 dieser Transporte auf den Weg machten, waren es im vergangenen Jahr über 300. Mit Blick auf den Libanon hat die Bundesregierung Kenntnis von einer Verdreifachung der Transporte im gleichen Zeitraum.

Viele Transporte dauern auch immer länger

Die Zahlen stammen aus der TRACES-Datenbank der EU. Darin wird auch die jeweilige Dauer der Transporte erfasst. Bemerkenswert daran: Die Fahrten in die Türkei dauerten 2016 durchschnittlich knapp 69 Stunden und damit etwa 27 Stunden länger als noch 2013. Nach Russland waren die Tiere im Vergleich fast zehn Stunden länger unterwegs. In den Libanon eine Stunde länger.

Kritik von Tierschützern

Tierschutzverbände wie die Animal Welfare Foundation und Veterinäre wie Alexander Rabitsch aus Österreich, der mehrere Bücher zum Thema geschrieben hat, gehen allerdings davon aus, dass die tatsächliche Transportdauer viel länger ist. Schließlich handele es sich bei TRACES nur um die geplante Transportdauer. Außerdem reiche die Erfassung oft nur bis zur EU-Außengrenze. Nach Ansicht von Alexander Rabitsch widerspricht diese Entwicklung zudem der europäischen Tiertransportverordnung (EG 1/2005). Punkt 5 dieser Verordnung sieht vor: "Aus Tierschutzgründen sollten lange Beförderungen von Tieren — auch von Schlachttieren — auf ein Mindestmaß begrenzt werden." Aber offenbar werde gezielt für den Export produziert, so Rabitsch.

Agrar-Ausschuss macht sich vor Ort ein Bild

Mitglieder des Agrar-Ausschusses des Deutschen Bundestages machen sich heute an der bulgarisch-türkischen Grenzstelle "Kapitan Andreevo" ein Bild von der Lage. Im Vorfeld dieses Besuchs hätten bulgarische Experten bereits berichtet, der enorme Anstieg der abzufertigen Exporte sei für das Land eine Überforderung, von Brüssel fühle man sich alleine gelassen, so der Grünen-Agrarexperte Friedrich Ostendorff. "Der Boom der Langstreckentransporte von Rindern sei die dunkle Seite der knallharten Exportstrategie von Bundeslandwirtschaftsminister Schmidt", kritisierte er.

Bundesministerium: Länder sind für Überwachung zuständig

Das Schmidt-Ressort betonte, der Export von lebenden Tieren gerade in die Türkei sei über einen längeren Zeitraum nicht so stark wie in den Jahren zwischen 2013 und 2016. Für Deutschland gehöre die Türkei aber zu den wichtigsten Exportländern für Zucht- und Nutzrinder. Zu Berichten, wonach es speziell bei diesen Tiertransporten über die bulgarisch-türkische Grenze Probleme beim Tierschutz gegeben habe, betonte das Ministerium, seit 2016 seien entsprechende Meldungen deutlich zurück gegangen. Für die Überwachung der Einhaltung der tierschutzrechtlichen Anforderungen seien zudem die Behörden der Bundesländer zuständig.


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Renate Rosol, Samstag, 27.Mai, 19:59 Uhr

10. Tiertransporte sind barbarisch!

Schluß mit Qualzuchten für Tierexporte. Schluß mit dieser Tierfolter - auch wegen des Klimawandels, dem Hunger in der dritten Welt, der Abholzung von Regenwäldern, der Antibiotika-Resistenz, der Grundwasser-Verseuchung!
Niemand hat das Recht wegen kurzfristiger Gewinne Tiere zu missbrauchen und den Planeten zu zerstören!

Dorothea Gmeiner-Jahn, Samstag, 27.Mai, 14:33 Uhr

9. Erschütternd und nicht nötig

Lebende Tiere, wie die Rinder in dem Bericht, sind keine Ware, die "exportiert" wird. Es sind freude- und leidensfähige Lebewesen, denen wir Menschen Qualen zufügen. Es macht mich traurig und hilflos, dass die geltenden Tierschutzrichtlinien so abgrundtief missachtet werden. Danke für den Bericht, Aufklärung ist so nötig!

Anita Potempa, Freitag, 26.Mai, 21:15 Uhr

8. Keine transporte mehr für die armen tiere

Ich bin gegen tiertransport, denn die sind für die armen Tiere sehr grausam. Fast immer ohne Wasser ohne Futter, total überfüllt und mehrere Stunden. Nicht zu vergessen ist die Hitze oder kalte. Einfach nur grausam. Das muss endlich ein Ende haben. Man kann auch nur das Fleisch transportieren oder das ganze Leid.

Gott Spricht, Freitag, 26.Mai, 15:08 Uhr

7. Tierschutz

Menschen haben keine Ohren, Sie glauben nicht an Gott, diese Quälerei muss ein STOPP haben.

Ursula Gollenz, Freitag, 26.Mai, 13:43 Uhr

6.

Schluss mit Lebendtiertransporten!!! Tiere gehören zum Nächstliegenden Schlachthof transportiert ,so stressfrei wie möglich.