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Hinweise von Geheimdiensten Potentielle Attentäter sollen Syrer und Iraker sein

Bei den Terrorwarnungen in München haben die Behörden von Geheimdiensten Namen von einigen Verdächtigen bekommen. Die Abklärungen laufen noch - so der Münchner Polizeipräsident Hubertus Andrä in einer Pressekonferenz.

Von: Beate Posch und Jochen Eichner

Stand: 01.01.2016

Die Gefahrensituation in München ist dem Münchner Polizeipräsidenten Hubertus Andrä zufolge so groß wie vor dem abgelaufenen Jahreswechsel, also entsprechend der des internationalen Terrorismus. Konkrete Anschlagspläne gebe es derzeit nicht mehr. Dennoch sind noch 100 weitere Einsatzkräfte vor Ort, insbesondere in der Innenstadt Münchens und den Bahnhofsbereichen Hauptbahnhof und Pasinger Bahnhof.

Kein Fehlalarm - es gab konkrete Hinweise

Pressekonferenz zur Terrorwarnung an Silvester in München

Polizeipräsident Hubertus Andrä betonte, es sei kein Fehlalarm gewesen, bei einem so konkreten Hinweis habe man handeln müssen. Festnahmen gab es nicht, da nicht klar war, ob sich die von einem ausländischen Nachrichtendienst genannten Personen auch wirklich in München oder Deutschland aufhalten. Die mutmaßliche Tätergruppe habe demnach fünf bis sieben Personen aus dem Irak und Syrien umfasst. Von etwa der Hälfte seien die Personalien bekannt.

"Wenn sich Hinweise so konkretisieren, müssen wir handeln. Und der Hinweis war sehr konkret."

Hubertus Andrä, Münchner Polizeipräsident

Dank an die Einsatzkräfte

Insgesamt sei der Einsatz sehr reibungslos gelaufen. Der Münchner Polizeipräsident bedankte sich deshalb explizit bei den Beamten. Auch die Bevölkerung habe in der Regel Verständnis gehabt. Sie sollte so leben, wie sie es gewohnt sei. Auch deshalb haben die Einsatzkräfte auf "chirurgische Maßnahmen" gesetzt und nicht flächendeckend gehandelt. Andrä betonte, etwaige Trittbrettfahrer würden sehr deutlich spüren, mit welcher Konsequenz die Behörden gegen sie vorgingen.

"Trittbrettfahrer müssen sich warm anziehen."

Hubertus Andrä, Münchner Polizeipräsident

Die aktuelle Gefahrensituation sei nach wie vor eine konkrete Bedrohung. Noch 100 Einsatzkräfte sind im Dienst und kontrollieren die Innenstadt- und Bahnhofsbereiche. Informationen des Bayerischen Rundfunks zufolge, soll gestern Mittag der erste Hinweis vom amerikanischen Geheimdienst gekommen sein, dieser hatte offenbar auch die Namen der mutmaßlichen Täter übermittelt.


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