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Umstrittener Reaktor Temelin Neue Vorwürfe von bayerischen Atomkraftgegnern

Es sei keine Frage, ob der Reaktor explodiere, sondern wann, sagt die Wunsiedler Grünen-Kreisrätin Brigitte Artmann über das tschechische Atomkraftwerk Temelin. Auch die bayerischen Landratsämter kritisiert sie.

Von: Annerose Zuber

Stand: 15.08.2016

Das Kernkraftwerk Temelin in der Tschechische Republik nahe der bayerischen Grenze | Bild: picture-alliance/dpa

Die oberfränkische Atomkraft-Expertin und Wunsiedler Grünen-Kreisrätin Brigitte Artmann erhebt schwere Vorwürfe gegen bayerische und tschechische Behörden wegen des umstrittenen Atomkraftwerks Temelin: So habe eine ehemalige Inspektorin der tschechischen Atomaufsicht inzwischen bestätigt, dass die Schweißnähte am Kühlwassersystem des Reaktorblocks Temelin 1 nicht sicher seien.

"Es ist keine Frage, ob der Reaktor explodiert, sondern nur noch wann."

Brigitte Artmann im BR-Gespräch

Sie kritisiert gleichzeitig, dass die bayerischen Landratsämter entlang der Grenze keine ausreichenden Katastrophenschutzpläne vorlegen und demnach bei einem Super-GAU im größten tschechischen Kraftwerk die Menschen in Bayern nicht ausreichend schützen könnten.

Temelin-Gegner laden zur Konferenz

Neue "brisante Ergebnisse" zu den Vorgängen rund um das tschechische Atomkraftwerk in Südböhmen nahe der bayerischen Grenze sollen spätestens bei der 6. Temelin-Konferenz am 24. September bekannt gegeben werden. Veranstalter dieser Konferenz direkt am tschechischen Atomkraftwerk sind unter anderem die Grünen im Fichtelgebirge und Atomkraftgegner aus der Oberpfalz und Niederbayern.

Mangelnde Akteneinsicht

Für diese Konferenz wollen sie nun die bayerische Bevölkerung stärker mobilisieren. Auf Initiative von Artmann war im Oktober 2015 die erste Gesprächsrunde zwischen dem deutschen Umweltministerium, der tschechischen Atomaufsicht und dem Temelin-Betreiber zustande gekommen. Doch die Akteneinsicht sei eine Farce gewesen: Die tschechischen Behörden hätten lediglich für kurze Zeit einen einzigen Aktenkarton präsentiert, erklärt Artmann.


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Maria Estl, Dienstag, 16.August, 12:33 Uhr

7. Katastrophenschutz bei GAU

Ein Treppenwitz, die von Tschechien „gewährte“ Akteneinsicht in Form eines Aktenordners. Und die bayerischen Landratsämter entlang der tschechischen Grenze glänzen ebenfalls durch Tatenlosigkeit. Wie sie Öffentlichkeitsbeteiligung verstehen zeigen die Reaktionen auf den Bericht der Endlagerkommission. Die wird als Randnotiz in einem Zeitungsartikel im Regionalteil der Regionalzeitung gebracht. Man zieht das Fazit: „Die Endlagersuche wird diesen Kreistag nicht mehr tangieren.“
Dafür aber der GAU in Temelin. Wie das Landratsamt damit umgehen wird, kann ich mir schon denken. Augen zu und Kopf in den Sand – so haben wir das schon immer gemacht. Und die Staatsregierung verhält sich ebenso.

Katharine S., Dienstag, 16.August, 12:02 Uhr

6. Temelin - defekte Schweißnaht

Während Staatssekretär Füracker in der Oberpfalz auf Bierfesten von der Sicherheit für die Bürger redet, wird von Fachseite bestätigt, wo die Gefahr lauert. Von Temelin geht die Gefahr für die bayerische Bevölkerung aus, die erwähnt er mit keinem Wort. Katastrophenschutzpläne existieren nicht, Jodtabletten sind die einzige Schutzmaßnahme und wer in der Bevölkerung weiß, wie er daran kommt?
Hier zeigt sich einmal wieder die Arroganz der Macht seitens der Staatsregierung. Für die CSU war die Atomtechnologie lange Zeit der Heilsbringer. Und wo war Seehofer, als Deutschlands Kommissar Oettinger 2014 mit der deutschen Stimme pro EU Subventionen für europäische AKW stimmte? Der Beschluss wurde mit einer Stimme Mehrheit gefasst. Jetzt aber gehen sie auf Tauchstation. Weder werden Katastrophenschutzpläne erstellt noch im europäischen Rahmen für die Abschaltung der gefährlichen Technologie gearbeitet. Bayern hat doch beste Verbindungen zu Kommissionschef Juncker und seinem Führungsstab.

Jan Haverkamp - Greenpeace Mittel- und Ost-Europa, Dienstag, 16.August, 11:20 Uhr

5. Temelin Musterbeispiel vom Versagen Atomsicherheitskultur

Dies ist eine wichtige Meldung. Die neue Entwicklungen rundum der schon lange kritisierten Schweissnahtfall des Temelin AKW belegen weiterhin dass die hiesigen Atomsicherheitskultur noch immer nicht ausreichend unabhängige Prüfmomente gibt. Eine aktive Haltung des BMUB ist wichtig. Mehr am 24. September in Temelin. Freue mich über weitere Diskussion.

schrüfer roland, Dienstag, 16.August, 09:14 Uhr

4. atomkraftwerke

Jeden der für Atomkraft ist, gehört ein 200 ltr.Fass Atommüll in den keller gestellt.

Seppl, Montag, 15.August, 19:57 Uhr

3. Temelin

Na hoffentlich ist dann Westwind.