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Bundesweite Störungen im Telekom-Netz Hinweise auf Hackerangriff

Nach den massiven Störungen im Festnetz der Deutschen Telekom vermutet das Unternehmen einen Hackerangriff. Auch das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) geht davon aus. Laut einem Telekom-Sprecher wurde Schadsoftware auf rund 900.000 Internet-Router aufgespielt. Die ersten Gegenmaßnahmen würden nun aber greifen.

Von: Eva Böck, Stefanie Gentner

Stand: 28.11.2016

Die Störungen waren erstmals am Sonntagabend aufgetreten und betreffen das Festnetz der Telekom. Die Probleme wirken sich im Internet, Fernsehen und Telefon aus. Schnell deutete laut dem Unternehmen einiges darauf hin, dass es sich bei den Router-Ausfällen um einen Eingriff von außen handelt, "und nicht um einen normalen, aber ebenfalls ärgerlichen Systemausfall", so ein Sprecher. Das Unternehmen beruhigte aber, dass es keinen Hinweis darauf gebe, "dass Daten von Kunden abgegriffen wurden."

Laut BSI waren die Störungen Folge einer weltweiten Attacke. Dabei seien gezielt Fernverwaltungsports von DSL-Routern angegriffen worden, teilte die Behörde am Montagabend mit. Laut BSI waren die Angriffe auch in dem von der Behörde selbst geschützten Regierungsnetz bemerkbar, konnten dort aber mit effektiven Schutzmaßnahmen abgewehrt werden.

Analysten der IT-Sicherheit und Forensiker hätten erste Gegenmaßnahmen ergriffen. Die Zahl der Störungen sei inzwischen durch Software-Updates zurückgegangen. Probleme haben laut Telekom Kunden mit bestimmten Routern, den so genannten Speedport-Routern. Das meldet das Unternehmen auch auf seiner Facebook-Seite "Telekom hilft". Ob auch andere Modelle der Telekom betroffen sind, war zunächst nicht bekannt.

Ohne Router geht kein Telefonieren, Surfen und Online-Fernsehen

Die Telekom riet betroffenen Kunden, den Router für etwa eine Minute vom Netz zu nehmen und dann wieder anzuschließen. Das habe schon zu Erfolgen geführt. Das Netz selbst war den Angaben zufolge nicht gestört, sondern die Identifizierung der Router. Die Geräte dienen der Einwahl ins Festnetz der Telekom und ermöglichen damit Telefonie, Internet und auch den Online-Fernsehempfang. Laut Telekom ist am frühen Morgen eine neue Software in das Netz eingespeist worden, die den Fehler beheben soll. Deshalb könnten sich viele Router nach dem Neustart wieder einwählen. Bis wann die Probleme vollständig gelöst sind, kann der Konzern derzeit nicht sagen.

"Internet, Telefonie und Fernsehen sind davon betroffen. Wir arbeiten an der Behebung der Ursache."

Meldung auf der Telekom-Facebook-Seite

Auch Bayern betroffen

Nach Medienberichten sind von der Störung Bayern, aber auch das Ruhrgebiet, die Region rund um Frankfurt am Main sowie Hamburg und Berlin betroffen. Auch aus den Regionen Hannover und Braunschweig liegen mehrere Störungsmeldungen vor, heißt es. Dass besonders die Ballungsräume betroffen sind, stimmt dabei laut Telekom nicht. Hier gebe es lediglich aufgrund der Bevölkerungsdichte mehr Störungsmeldungen.

Beschwerden via Twitter

In den sozialen Netzwerken machten viele User ihrem Ärger Luft: "Haben schon den ganzen Tag Probleme mit unserem Internet. Mal fällt das WLAN aus, dann ist es wieder da. Sehr nervig", schrieb beispielsweise ein Nutzer im Kurznachrichtendienst Twitter. "Wenn ihr diesen Tweet lesen könnt, seid ihr zum Glück nicht bei der Telekom", schrieb ein anderer User.

Immerhin: Das Mobilfunknetz ist laut Telekom diemal nicht betroffen. Hier war es zuletzt im Juni bei der Deutschen Telekom zu einem massiven Ausfall gekommen. Grund war eine Datenbankfehler, der dazu geführt hatte, dass die SIM-Karten der Handys nicht mehr korrekt in das Netz eingebucht werden konnten.


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Kommentare

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Archie, Dienstag, 29.November, 06:49 Uhr

27. Tolle Aussichten!

Da freu ich mich doch jetzt gleich noch mehr auf unsere smarte Zukunft mit selbstfahrenden Autos und Heizungen, Rolladen, Türschlössern, Haushaltsgeräten,... , die man alle so supertoll per App steuern kann!
Vielleicht stoppt mal jemand diesen Schmarrn und lässt uns einfach analog in Ruhe weiterwursteln!

  • Antwort von Stephania, Dienstag, 29.November, 09:33 Uhr

    Genau meine Meinung. Das ist doch alles so verrückt. Danke für Ihren Kommentar.

Fritzi, Montag, 28.November, 23:04 Uhr

26. Pauschalerklärung Feindbild: Hackeranriff

Nun wird also der Hackerangriff vermutet, der 900000 Telekom Router zerhackstückelt haben soll.

Mal ehrlich. Für wie blöd halten wir dann diese Hacker?

Wer sich an das TR-069 Protokoll wagt und das mit dem Ziel tut, ein Botnet zu erweitern, ja Entschuldigung, der fängt doch nicht gleich seinen "Experimentalhack" mit dieser grossen Zahl an Targets an. Ich gehe mal davon aus, daß Hacks in dieser Größenordnung in Form der APT (advanced persistent threats) mit meinetwegen 5, 10 oder 20 Zielen "versucht" werden und immer mit dem Ziel möglichst spurlos und lautlos zu agieren. Ein Botnet soll ja gerade nicht mit riesen Tamtam "Hallo, hier ist ihr freundlicher Hacker von nebenan" sagen.
Insofern kann ich mir einen Hackerangriff fast nicht vorstellen. Er wäre "script-kiddies-like".
Da beißt sich etwas an der schon fast primitiven Art der Vorgehensweise im Verhältnis zum angestrebten Ziel 900 000 Router bzw. Privatnetze/Computer als Zombies zu kapern.
Nein, unlogisch.

Bin gespannt!

Gabi, Montag, 28.November, 21:44 Uhr

25. Smart-Home

Stellt nur alle eure Wohnungen auf Smart-Home um, dann können die Einbrecher online überprüfen, ob jemand zuhause ist, und sparen sich Kontrollanrufe...

seppl, Montag, 28.November, 17:59 Uhr

24.

Hauptsache, die Geldautomaten funktionieren (noch).

  • Antwort von Bling Bling, Montag, 28.November, 19:12 Uhr

    Ja, für den einen oder anderen funktionieren die Geldautomaten sicherlich immer hervorragend! Bleibt nur die Frage, wessen ahnungslosen Kontoinhabers Konto irgendwann mal ein fünfstelliges (oder mehr oder weniger) Minus aufweist!!!!

Schnurstracks ..., Montag, 28.November, 16:00 Uhr

23. Hackerangriff

... offenen Auges ins Verderben!
Ich freue mich auf die digitale Zukunft Deutschlands und der Welt!!!
Aber der Bürger kann ja beruhigt sein, denn wie es aussieht, leisten die Verantwortlichen, in der EU z.B. der skandalträchtige H. Günther Oettinger, ganze Arbeit!!!