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Proteste in Venezuela Elf Tote bei nächtlichen Unruhen

Bei nächtlichen Unruhen in Venezuela sind mindestens elf Menschen getötet worden. Damit stieg laut Staatsanwaltschaft die Zahl der Todesopfer seit Beginn der Protestwelle gegen Präsident Maduro vor drei Wochen auf insgesamt 20.

Von: tagesschau.de

Stand: 21.04.2017

Polizisten bei der Spurensuche vor einer Bäckerei in Caracas | Bild: picture-alliance/dpa

In der venezolanischen Hauptstadt Caracas und anderen Orten des Landes sind erneut Zehntausende Menschen auf die Straßen gegangen. Dabei kam es abermals zu Ausschreitungen und Plünderungen, bei denen mindestens elf Menschen getötet und etliche verletzt wurden. Insgesamt wurden seit Beginn der Proteste vor drei Wochen mindestens 20 Menschen getötet.

Die meisten Toten hat es nach offiziellen Angaben in dem Bezirk El Valle gegeben. Dort sind nach Angaben der Staatsanwaltschaft Plünderer durch Stromschläge eines Elektrozauns getötet worden, als sie versuchten, in eine Bäckerei einzubrechen.

Die konservativen Regierungsgegner machen Präsident Nicolás Maduro für die schwere Wirtschaftskrise in dem ölreichen Land verantwortlich. Sie kämpfen für eine Volksabstimmung über seine Amtsenthebung. Die Opposition wirft der Regierung zudem vor, Teilnehmer der Proteste gezielt von Milizen erschießen zu lassen.

Gemeinsamer Schweigemarsch der Opposition

Im Osten von Caracas gaben die Anführer mehrerer Oppositionsgruppen eine gemeinsame Pressekonferenz unter freiem Himmel. Für Samstag wurde ein Schweigemarsch angekündigt: Weiß gekleidet wollen die Regierungsgegner vereint in das Zentrum der Hauptstadt ziehen, um an die Toten der jüngsten Gewalt zu erinnern. Am Montag sollen Sitzblockaden auf wichtigen Straßen folgen.

Staaten und UN appellieren an Maduro

Neun lateinamerikanische Staaten forderten die Behörden in Venezuela dazu auf, wieder auf den "Pfad der demokratischen Institutionen" zurückzukehren. In einer Mitteilung der Regierungen von Argentinien, Brasilien, Chile, Kolumbien, Costa Rica, Mexiko, Paraguay, Peru und Uruguay hieß es zudem, dass die Regierung in Caracas die politischen Gefangenen freilassen und ein Datum für Wahlen ansetzen solle.

Zuvor hatte bereits UN-Generalsekretär António Guterres alle Konfliktparteien zu einem verstärkten Bemühen um Dialog ermahnt. Die Opposition wirft Maduro vor, mit zunehmend diktatorischen Mitteln seine Macht ausbauen zu wollen.


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