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Dieselskandal Erster VW-Manager in USA verurteilt

Ein US-Gericht in Detroit hat den VW-Ingenieur Liang wegen des Dieselskandals zu 40 Monaten Haft und 200.000 Dollar Strafe verurteilt. Der 63-Jährige soll gewusst haben, dass VW bei fast 600.000 Diesel-Fahrzeugen mithilfe von Software gegen US-Abgasregeln verstoßen hat.

Von: tagesschau.de

Stand: 25.08.2017

In den USA ist erstmals ein VW-Mitarbeiter wegen seiner Rolle im Abgas-Skandal verurteilt worden. Der zuständige Richter Sean Cox verurteilte den langjährigen Konzerningenieur James Robert Liang in Detroit zu einer Gefängnisstrafe von 40 Monaten und eine Geldbuße in Höhe von 200.000 Dollar.

"Schlüsselrolle" bei Abgas-Skandal

Der 63-jährige Deutsche wird beschuldigt, die USA über den Einbau einer illegalen Software zur Manipulation von Abgaswerten in Dieselwagen getäuscht zu haben. Cox sprach von einem "ernsten Verbrechen", bei dem der Angeklagte eine "Schlüsselrolle" gespielt habe. In der Reihe der Beschuldigten in dem Skandal sei er jedoch eher ein kleines Licht. Der Angeklagte sei nicht das "Mastermind" in dem Betrug, erklärten die Strafverfolger.

Gericht geht über Forderung der Staatsanwaltschaft hinaus

Liang ist einer von acht amtierenden und früheren Mitarbeitern des VW-Konzerns, gegen die bislang wegen Verschwörung zum Betrug und Verstoß gegen Umweltgesetze US-Strafanzeigen gestellt wurden. Der nach eigenen Angaben seit 1982 bei VW tätige Dieselexperte hatte frühzeitig ein Geständnis abgegeben und mit den US-Ermittlern kooperiert. Das kam ihm beim Urteil zugute - die Strafe liegt deutlich unter dem gesetzlichen Höchstmaß von sieben Jahren Gefängnis und bis zu 400.000 Dollar Geldbuße.

Dennoch verhängte der Richter eine wesentlich härtere Strafe als von der Staatsanwaltschaft gefordert. Die Strafverfolger hatten auf drei Jahre Haft und 20.000 Dollar Geldbuße plädiert.

Volkswagen hatte im September 2015 nach Vorwürfen der US-Umweltbehörden eingeräumt, mit einer speziellen Software in großem Stil bei Abgastests getrickst zu haben. Nachdem die rechtlichen Konsequenzen auf Konzernebene durch mehrere milliardenschwere Vergleiche mit Klägern in den USA weitgehend abgeschlossen sind, versuchen die US-Behörden nun mit Hochdruck, die verantwortlichen Personen zu belangen.


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