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Trump in Saudi-Arabien Reden, handeln - und nicht an Comey denken

Drei Monate hat es gedauert, bis US-Präsident Trump zu seiner ersten Auslandsreise aufbrach. Nun ist er in Saudi-Arabien angekommen. In Riad geht es um den Kampf gegen den IS und um milliardenschwere Geschäfte. Doch die US-Innenpolitik reist mit.

Von: tagesschau.de

Stand: 20.05.2017

Donald Trump ist auf seiner ersten Auslandsreise als US-Präsident in Saudi-Arabien eingetroffen. Er landete nach einem nächtlichen Flug mit der Air Force One in der Hauptstadt Riad und wurde am Flughafen von König Salman bin Abdelasis al Saud mit militärischen Ehren begrüßt.

In der saudischen Hauptstadt kam Trump im Königspalast zu einem Gespräch mit dem saudischen Staatsoberhaupt zusammen. Dort erhielt der 70-Jährige von dem Monarchen die höchste Medaille des Königreichs als Auszeichnung für seine Versuche, die Beziehungen beider Länder weiter zu vertiefen. Am Nachmittag sind Treffen mit Kronprinz Mohammed bin Najif sowie dessen Stellvertreter Mohammed bin Salman geplant.

Saudi-Arabien verspricht sich viel vom Besuch Trumps. Unter dessen Vorgänger Barack Obama hatten sich die Beziehungen deutlich abgekühlt. Dass der König persönlich am Flughafen erschien, war vor diesem Hintergrund eine besondere Geste, wie ARD-Korrespondentin Sabrina Fritz berichtet. Dazu gehört auch, dass al Saud Trumps Ehefrau Melania die Hand gab - eine Ausnahme in dem streng islamischen Land.

Milliardenschweres Rüstungsabkommen

US-Präsident Donald Trump wird von König Salman am King Khalid International Airport in Riad (Saudi-Arabien) empfangen. | Bild: picture-alliance/dpa zum Video mit Informationen Erste Auslandsreise Trumps heikler Trip

Es ist eine Reise, die dem US-Präsidenten neun Tage lang Fingerspitzengefühl abverlangt: Saudi-Arabien, Israel, Vatikan, NATO. Gelingt ihm der diplomatische Balanceakt oder holt ihn das Washingtoner Chaos ein? Ina Ruck über Trumps heiklen Trip. [mehr]

Wie geplant wurde inzwischen ein gigantischer Waffendeal im Wert von fast 110 Milliarden US-Dollar (rund 98 Milliarden Euro) geschlossen. Der Deal werde die langfristige Sicherheit Saudi-Arabiens und der Golfregion "angesichts der Bedrohungen" aus dem Iran garantieren, teilte ein Vertreter des Weißen Hauses mit.

Das Paket beinhaltet nach Medienberichten Panzer, Kampfschiffe, Raketenabwehrsysteme und Cyber-Sicherheitstechnologie. Der saudi-arabische Ölriese Aramco teilte mit, es werde auch mit der Unterzeichnung von Abkommen mit mehreren US-Unternehmen im Umfang von 50 Milliarden Dollar gerechnet.

50 Staatenlenker auf einen Streich

Am Sonntag wird Trump mehr als 50 arabische und muslimische Staatenlenker treffen. In einer Mitteilung vor seinem Abflug in Washington betonte Trump, es sei an der Zeit, dass die muslimischen Führer eine "viel größere Rolle" im Kampf gegen den Terror im Nahen Osten einnähmen. Amerika könne nicht alle Probleme der Welt lösen, aber anderen Staaten bei der Lösung helfen.

Trump ist der erste Präsident in der Geschichte der USA, der Saudi-Arabien oder irgendein anderes mehrheitlich muslimisches Land zu seinem ersten Auslandsstopp im Amt gemacht hat. Die Wahl für Saudi-Arabien soll nach Ansicht von Beobachtern nach monatelanger antimuslimischer Wahlkampfrhetorik Trumps Respekt für die Region zeigen.

Umfangreiches Reiseprogramm

Der Besuch in Riad gibt den Startschuss zu einem ambitionierten internationalen Debüt des 70-Jährigen. Im Anschluss wird Trump nach Israel reisen, eine Audienz bei Papst Franziskus im Vatikan haben und mit Verbündeten bei einem NATO-Gipfel in Brüssel und beim Treffen der G7-Staaten auf Sizilien zusammenkommen. Die Reise wird überschattet von den Russland-Affäre Trumps. Während Trump in Richtung arabischer Halbinsel unterwegs war, erklärte sich der von ihm gefeuerte FBI-Chef James Comey sich zu einer Aussage im Geheimdienstausschuss des US-Senats bereit.


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