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Lufthansa-Pilotenstreik Sechster Tag am Boden

Die Pilotenstreiks bei der Lufthansa gehen in die nächste Runde. Nach Angaben der Airline sind für heute 890 Verbindungen auf Kurz- und Langstrecken gestrichen. Die Kosten des Streiks belaufen sich mittlerweile auf 75 Millionen Euro.

Stand: 30.11.2016

Reisende der Lufthansa müssen auch heute wieder mit Flugausfällen rechnen. Es ist inzwischen der sechste Streiktag innerhalb von anderthalb Wochen. Die Piloten bestreiken Flüge auf Kurz- und Langstrecken, nach Angaben der Airline sind 890 Verbindungen mit 98.000 Passagieren betroffen. Flüge der Töchter Eurowings und Germanwings sowie der Konzerngesellschaften AUA, Swiss, Brussels und Air Dolomiti sollen aber wie geplant stattfinden.

Gegendemonstration des Bodenpersonals

Die Lufthansa hatte am Montagabend ihren Versuch aufgegeben, die Ausstände noch vor Gericht stoppen zu wollen. Ob es bald zu weiteren Arbeitsniederlegungen kommt, blieb zunächst offen. Weitere Streiks sind nach Angaben der Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) jederzeit mit einem Vorlauf von 24 Stunden möglich.

In dem zugespitzten Arbeitskampf kommt es nun auch zu einem öffentlichen Kräftemessen zwischen den streikenden Piloten und Teilen der übrigen Belegschaft. Für heute haben sowohl die VC als auch der Betriebsrat des Frankfurter Bodenpersonals zu entgegengesetzten Demonstrationen vor der Lufthansa-Unternehmenszentrale aufgerufen.

Kosten des Streiks: 15 Millionen Euro pro Tag

Die Streiks kosten den Lufthansa-Konzern offenbar mittlerweile Millionen. Das berichtet die "Bild" unter Berufung auf Unternehmenskreise und Kreise der Vereinigung Cockpit. Demnach lägen die Kosten des Pilotenstreiks bei rund 15 Millionen Euro pro Tag. Der vergangene Woche begonnene Ausstand habe damit schon Kosten von rund 75 Millionen Euro verursacht. Im Dezember könnte der Piloten-Streik bei Lufthansa enden. Dafür könnten die Piloten bei Germanwings in den Ausstand treten.

EU-Kommission ruft zur Einigung auf

Wegen der anhaltenden Streiks bei der Lufthansa hat die EU-Kommission die Beteiligten zu einer raschen Einigung aufgefordert. Verkehrskommissarin Bulc sagte der Zeitung "Die Welt", natürlich gebe es ein Grundrecht der Arbeitnehmer auf Streik. Alle Beteiligten müssten sich dabei aber auch konstruktiv verhalten und einen Weg zu einer Lösung finden. Bulc warnte wegen der engen Verwebungen der Luftfahrtbranche vor negativen Folgen für die europäische Wirtschaft. 

Worum geht es hier?

Lufthansa und die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit streiten im Moment um die Gehälter von rund 5400 Piloten der Lufthansa, Lufthansa Cargo und der Tochter Germanwings. Die VC verlangt für einen Zeitraum von fünf Jahren Tariferhöhungen von zusammen 22 Prozent bis April 2017. Lufthansa hatte für einen noch längeren Zeitraum 2,5 Prozent angeboten. Bei der Lösung weiterer offener Tariffragen lautete die Offerte 4,4 Prozent plus einer Einmalzahlung von 1,8 Monatsgehältern.

Ein weiteres strittiges Thema: Die Übergangsversorgung. Man habe mit der Lufthansa erste Verhandlungstermine vereinbart, sagte VC-Sprecher Jörg Handwerg. Scheitern auch diese Gespräche, wären für dieses Thema neue Streiks möglich, weil bereits eine Urabstimmung der VC-Mitglieder dazu vorliegt. Es sei auch falsch, dass die VC Einfluss auf unternehmerische Entscheidungen des Konzerns im Zusammenhang mit dem Ausbau des Billigangebots nehmen wolle. "Wir wollen die Eurowings nicht verhindern", sagte Handwerg.


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Kommentare

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ABC, Mittwoch, 30.November, 11:10 Uhr

1. Wenn man eine Machtstellung hat!

Gute Piloten sollen und müssen bestens honoriert werden. Ihre Machtstellung hilft ihnen dabei. Ohne stabilen Hintergrund lässt sich nichts erreichen. Weil dem so ist, geht es den unteren 50% der Menschen in Deutschland schlecht.