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Blizzard hat US-Ostküste fest im Griff Von "Jonas" werden noch Generationen erzählen

Der Wintersturm "Jonas" hat ein gigantisches Ausmaß erreicht. Er tobt vom südlichen Florida bis ins nördliche Neuengland an der Ostküste der USA mit viel Schnee und Orkanwinden. Mindestens 18 Menschen kamen ums Leben. Am schlimmsten trifft es Washington und New York.

Von: tagesschau.de

Stand: 24.01.2016

Der Wintersturm hat nahezu das gesamte öffentliche Leben an der US-Ostküste zum Erliegen gebracht. Die rund 80 Millionen Menschen in den betroffenen US-Staaten wurden aufgefordert, zu Hause zu bleiben.

Mindestens 19 Menschen sterben

Mehrere Staaten riefen den Notstand aus, darunter Tennessee, North Carolina, Virginia, Maryland, Pennsylvania, der Hauptstadtbezirk D.C. und New Jersey. Auf glatten Straßen, beim Schneeräumen und durch Unterkühlung kamen bislang mindestens 19 Menschen ums Leben. Für bis zu 240.000 Bewohner von North Carolina, New Jersey und Virginia fiel der Strom aus.

Dem Nationalen Wetterdienst zufolge schneite es selten zuvor so stark in Washington und New York. In den beiden Metropolen wurden tausende Flüge gestrichen. Landesweit fielen Freitag und Samstag fast 7000 Verbindungen aus. Auch heute sollen nach Informationen des Trackingdienstes FlightAware 3300 Maschinen nicht abheben. Zehntausende Reisende sitzen fest. Auch der öffentliche Nahverkehr kam vielerorts zum Erliegen.

Fahrverbot in New York

Allein in New York türmte sich der Schnee bis Samstagabend (Ortszeit) auf bis zu 64 Zentimeter. Die Menge ist nah an dem im Februar 2006 gemessenen Rekord in Höhe von 68,3 Zentimetern. Die Chancen, den Rekord zu überbieten, stehen gut, denn es wird noch mehr schneien und der Wind wird an Stärke zunehmen.

Die gewöhnlich vollen Straßen rund um das Rockefeller Center, Penn Station und andere Wahrzeichen New Yorks waren am Samstagabend menschenleer. Auch auf dem Broadway blieb es dunkel, alle Shows wurden abgesagt. Der Gouverneur von New York, Andrew Cuomo, erließ ein Fahrverbot in New York City, Long Island sowie auf Brücken und in Tunneln von und nach New Jersey. Zudem rief er den Notstand aus. Von der Polizei gab es eine klare Ansage:

"Wenn Sie ohne dringenden Grund mit dem Auto unterwegs sind, dann werden wir Sie festnehmen. Wir machen das nicht gerne, aber wir werden es tun."

Andrew Cuomo, Gouverneur von New York

Bürgermeister Bill de Blasio stellte in Aussicht, das Fahrverbot in Laufe des Tages wieder aufzuheben. Dann sollen auch Busse und oberirdische Bahnen langsam wieder den Betrieb aufnehmen.

Blitz und Donner über Washington

Auch in der Region um Washington türmen sich die Schneemassen - inzwischen gute 60 Zentimeter hoch. Neben Schneetreiben brachte Blizzard "Jonas" der US-Hauptstadt auch ein kräftiges Gewitter mit: Blitze zuckten am Himmel, Donner grollte.

Die U-Bahn, Schulen, Behörden und sogar die US-Regierung hatten schon am Freitag dichtgemacht. Präsident Barack Obama harrte im Weißen Haus aus, wie sein Sprecher betonte. Die Behörden riefen auch hier die Bürger auf, in ihren Wohnungen zu bleiben.

Vielleicht der mächtigste Sturm seit Aufzeichnungsbeginn

Nach Angaben des Nationalen Wetterdienstes könnte der Sturm regional zum mächtigsten seit Beginn der Aufzeichnungen gehören und Schäden von bis zu einer Milliarde Dollar verursachen.

"Das ist eines jener Ereignisse, die Generationen prägen, von denen deine Eltern erzählen, wie schlimm es war."

Meteorologe Ryan Maue aus Florida

Die Wetterdienste würden sich schwer tun mit einer exakten Prognose, berichtet John Davitt, Chef-Meteorologe des New Yorker Senders NY1. Er sagte, mit solchen Schneebergen habe New York nicht gerechnet: "Dies ist ein großer Sturm. Viel größer als wir jemals angenommen hatten. Viel stärker, viel nördlicher - und er verlässt uns nur langsam". Dennoch rechnen die Meteorologen damit, dass sich die extreme Wetterlage im Tagesverlauf etwas beruhigt. Am Montag soll es zu tauen beginnen.

Gesammelte Eindrücke:


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