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Sturm über Deutschland Tote durch Sturmtief "Sebastian"

"Sebastian", der erste schwere Herbststurm der Saison, hat in Teilen Nord- und Westdeutschlands Schäden angerichtet: Orkanartige Böen entwurzelten Bäume und deckten Dächer ab. In Hamburg und Nordrhein-Westfalen wurden mindestens drei Menschen getötet.

Von: tagesschau.de

Stand: 13.09.2017

Ein Baum liegt am 13.9.2017 auf einer Straße in Flensburg (Schleswig-Holstein) wegen des ersten großen Herbststurms der Saison. | Bild: picture-alliance/dpa/Benjamin Nolte

"Sebastian", der erste schwere Herbststurm der Saison, hat in Teilen Nord- und Westdeutschlands Schäden angerichtet: Orkanartige Böen entwurzelten Bäume und deckten Dächer ab. In Hamburg kamen zwei Menschen ums Leben.

Mit heftigen Windböen und Starkregen zieht das Sturmtief "Sebastian" über Teile West- und Norddeutschlands hinweg. Im Norden führte der erste große Sturm in diesem Herbst zu umgestürzten Bäumen, geschlossenen Kitas und abgesagten Sportveranstaltungen.

In Hamburg wurde ein 38-jähriger Mann von einem umgestürzten Baugerüst erschlagen. Wie die Feuerwehr mitteilte, wurde am Elbanleger Blankenese ein Rollstuhlfahrer nach Angaben von Zeugen in den Fluss geweht. Ein Großaufgebot suchte mit Tauchern, Booten und einem Hubschrauber nach dem Mann, konnte ihn aber nur noch tot bergen. Der WDR berichtet, dass im nordrhein-westfälischen Brilon ein Mann durch einen umstürzenden Baum getötet wurde.

In Schleswig-Holstein wurde mindestens ein Mensch verletzt. In Flensburg hatte die Stadtverwaltung empfohlen, am Nachmittag und frühen Abend lieber zu Hause zu bleiben. Die städtischen Kindergärten wurden geschlossen, den Schulen wurde dies nahegelegt.

Orkanartige Böen auch weiterhin

Nach Angaben des Deutschen Wetterdiensts wurden an der Nordseeküste teils orkanartige Böen mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 130 Kilometern pro Stunde gemessen. Hier gab das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie eine Sturmflutwarnung heraus. Im Fährbetrieb kam es zu Unterbrechungen und Verspätungen.

Für Bremen, Hamburg, Niedersachsen und Schleswig-Holstein warnt der Wetterdienst weiter vor orkanartigen Böen. Gefahren drohten etwa durch entwurzelte Bäume oder herabstürzende Dachziegel. In der Nacht soll sich die stürmische Wetterlage nach Angaben der Meteorologen zunehmend in Richtung Osten verlagern.

"Sebastian" auch im Binnenland

Auch im Binnenland von Nordrhein-Westfalen, Hessen und Niedersachsen brachte "Sebastian" verbreitet Sturm, Gewitter und Regen. Für Hessen und Baden-Württemberg gab der Wetterdienst eine Warnung vor Starkregen heraus. Bäche und Flüsse könnten Hochwasser führen, zudem seien Überschwemmungen von Straßen und Erdrutsche möglich. Im Odenwald und im Schwarzwald wurde mit Niederschlägen von mehr als 50 Litern pro Quadratmeter gerechnet, im Saarland von bis zu 30 Litern pro Quadratmeter.

In Duisburg riss der Sturm zahlreiche Bäume aus dem Boden, Bauzäune und Beschilderungen kippten um. In Bielefeld gab es mehrere Verletzte, als ein Baum auf ein Wohnhaus stürzte. In Münster wurde eine Frau durch Glassplitter verletzt. Ein Sprecher der Deutschen Bahn teilte mit, dass es in Nordrhein-Westfalen immer wieder Probleme im Schienenverkehr gäbe. Bereits am Morgen war bei Gummersbach ein Zug mit einem Geäst kollidiert. Die Strecke blieb für etwa zwei Stunden gesperrt.

In Karlsruhe löste sich laut Polizei eine Sicherung an einem Baukran, woraufhin der Wind dessen Arm erfasste und drehte. Eine an dem Arm hängende Kette beschädigte drei Häuser und blieb in einer Stromleitung hängen, die aber heil blieb.


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