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Bundestagswahlkampf Schulz attackiert Autobosse

Sechs Wochen vor der Bundestagswahl versucht SPD-Kanzlerkandidat Schulz mit scharfen Attacken auf die Autokonzerne zu punkten. Sie hätten "die Zukunft verpennt", sagte ein siegessicherer Merkel-Herausforderer im ZDF.

Von: tagesschau.de

Stand: 13.08.2017

SPD-Chef Martin Schulz | Bild: picture-alliance/dpa

Die Bundestagswahl im Blick schießt sich SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz auf die Autokonzerne ein. Im ZDF sprach er von "verantwortungslosen Managern", die "die Zukunft verpennt" hätten. "Wegen des kurzfristigen Effekts in ihren Bilanzen haben sie nichts investiert in den Bereichen, wo wir hätten investieren müssen."

Nun gebe es in der Abgas-Affäre das Problem, dass die Dieselfahrer - hauptsächlich Pendler, kleine Handwerker, Lieferanten - "die Zeche zahlen" sollten. "Nee, da bin ich entschieden gegen", sagte Schulz.

Den Diesel-Gipfel vor zwei Wochen bezeichnete der Merkel-Herausforderer erneut als gescheitert. Da sei "ja nichts bei rumgekommen". Die Verantwortung dafür trage in erster Linie Verkehrsminister Alexander Dobrindt von der CSU.

Vorwürfe an die Autoindustrie hatte auch CDU-Chefin Angela Merkel bei ihrem Wahlkampfauftritt in Dortmund am Samstag erhoben. "Weite Teile der Automobilindustrie haben unglaubliches Vertrauen verspielt."

Unstrittig ist offenbar ebenfalls, dass dem Diesel-Gipfel Anfang August im Herbst ein weiterer folgen soll. Den Vorschlag von Schulz, eine europaweite Quote für Elektroautos einzuführen, lehnte Merkel aber klar ab.

"Ich werde Kanzler"

Bis zur Bundestagswahl sind es noch gut sechs Wochen. Die Union liegt in Umfragen weit vor der SPD. Dennoch will Schulz von Pessimismus nichts wissen. "Ich rechne damit, dass ich eine gute Chance habe, die nächste Bundesregierung anzuführen", sagte er. "Ich werde Kanzler." Auf die Frage einer Fortsetzung der Großen Koalition gab er die gleiche Antwort wie Mitte Mai in der ARD: "Ich habe nichts gegen eine Große Koalition unter meiner Führung."

SPD-Fraktionschef Thomas Oppermann kündigte im Berliner "Tagesspiegel" eine Ende der "Schonzeit" für die Kanzlerin an. Man werde die CDU-Vorsitzende von jetzt an "Tag für Tag mit den Herausforderungen und Problemen unseres Landes konfrontieren, aber auch mit den Chancen, die sie verspielt" habe.


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BR macht Unionswahlkampf, Montag, 14.August, 10:08 Uhr

2. Weiter so, alles für die Firma, alles für den Chef

Vorsicht: Gefährliche Hetze kommt:
Schulz blablabla = Merkel blablabla
Alles das selbe.
Und wie alle vier Jahre... sechs Wochen vor der Wahl entdecken alle plötzlich ihr Gewissen und offenbaren dass sie sich schon immer , einzig und allein, um den Wähler und Steuerzahler sorgen...
Ich habe heute ein Plakat gesehn auf dem für eine Rente in angemessener Höhe geworben wurde.... revolutionär, fällt mir da nur ein.
Wie vor jeder Wahl wird von allen Parteien folgendes Versprochen:
Bessere Renten
Mehr Lohn
Weniger Abgaben
Besserer ÖPNV
Mehr Sicherheit, mehr Polizeistellen
Geld für Infrastruktur usw...

Und wie nach jeder Wahl wird keiner dieser Punkte wirklich erfüllt.

Ich werde die FDPm wählen , immerhin haben die als einzige Partei der letzten Jahre auch mal ein Wahlversprechen durchgesetzt.
Der Steuersatz für Hotels. Das waren mal gut angelegte 1,1 Millionen Euro.
Bezahlt, geliefert. Mit solchen Politikern macht man doch gerne Geschäfte.

Claus D., Sonntag, 13.August, 18:04 Uhr

1. Bitte nicht nur auf die Autobosse

Schulz ist wie Merkel, Merkel ist wie Schulz ...,
aber nun zum Thema:
Schulz soll nicht (nur) die Autobosse attackieren, sondern vor allem seine Parteifreunde, die Oberbürgermeister in Städten mit Feinstaub- und/oder Stickoxidgrenzwertüberschreitungen sind - z. B. den Münchner OB. Dieser hätte doch das Recht und die Pflicht, seit Jahren den Kfz-Verkehr mit geeigneten Maßnahmen zu reduzieren. Dann hätten die Autokonzerne ein großes Eigeninteresse an weniger schmutzigen Fahrzeugen.