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London Zweite Festnahme nach U-Bahn-Anschlag

Im Zusammenhang mit dem Anschlag auf die Londoner U-Bahn hat die Polizei in einem westlichen Vorort der britischen Hauptstadt einen zweiten Verdächtigen festgenommen. Erster Verdächtiger ist ein 18-Jähriger, der im Hafen von Dover gefasst wurde. Die Behörden senkten die Terrorwarnstufe inzwischen von "kritisch" auf "schwer".

Von: tagesschau.de

Stand: 17.09.2017

Schwer bewaffnete Polizisten stehan auf dem Bahnsteig in Parsons Green. | Bild: picture-alliance/dpa

Zwei Tage nach dem Anschlag auf die Londoner U-Bahn mit 30 Verletzten hat die britische Polizei einen zweiten Verdächtigen festgenommen. Wie das Scotland Yard mitteilte, wurde am späten Abend ein 21-Jähriger in Hounslow im Westen der britischen Hauptstadt wegen Terrorverdachts in Gewahrsam genommen.

Am Samstag hatte die Polizei bereits einen 18-jährigen Mann im Ausreisebereich des Hafens von Dover festgenommen. Er soll Medienberichten zufolge bei Pflegeeltern nahe London gelebt haben. Wenige Stunden nach der Festnahme durchsuchten Beamte ein Haus im südwestlichen Londoner Vorort Sunbury.

Noch gab Scotland Yard keine offiziellen Details zu dem 18-Jährigen bekannt, doch es gibt offenbar kaum Zweifel daran, dass er verdächtigt wird, die Bombe am Freitagmorgen in einem Pendlerzug abgestellt zu haben.

Ähnlicher Sprengsatz wie in Manchester

Bei dem Anschlag in London war eine selbstgebaute Bombe in einer voll besetzten U-Bahn nahe der oberirdischen Haltestelle Parsons Green explodiert. Durch den Feuerball und anschließendes Gedränge wurden 30 Menschen verletzt. Daraufhin wurde in Großbritannien die höchste Terrorwarnstufe ausgerufen.

Die IS-Terrormiliz reklamierte den Anschlag für sich. Der BBC zufolge soll es sich bei der Bombe um eine ähnliche Konstruktion gehandelt haben wie beim Attentat in Manchester. Bei dem Anschlag im Mai waren 22 Menschen getötet worden. Großbritannien wurde in diesem Jahr bereits zum fünften Mal zum Ziel eines Terroranschlags.

Trotz Brexit: Weiter Sicherheitskooperation mit EU

Die britische Regierung teilte unterdessen mit, dass sie die enge Zusammenarbeit mit der Europäischen Union in Sicherheitsfragen auch nach dem Brexit ohne Abstriche fortführen wolle. Die Kooperation soll über einen neuen Sicherheitsvertrag mit der EU geregelt werden.


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