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Präsidentenwahl in Iran 58 Prozent für Reformer Rohani

Amtsinhaber Hassan Rohani hat die Präsidentenwahl im Iran gegen den erzkonservativen Gegenkandidaten Ebrahim Raeissi klar gewonnen. Das gab das Innenministerium bekannt. Rohani steht für eine behutsame Öffnung des Landes.

Von: tagesschau.de

Stand: 20.05.2017

Ruhani-Anhänger demonstrieren in Teheran | Bild: picture-alliance/dpa

Die Wahlbeteiligung habe bei 70 Prozent gelegen. Es war die erste Wahl eines Staatsoberhauptes im Iran seit der Einigung auf ein Atomabkommen mit den Weltmächten im Jahr 2015. Wegen des großen Andrangs wurden die Öffnungszeiten an den mehr als 63.000 Wahllokalen mehrmals verlängert. Insgesamt 56 Millionen Iraner waren wahlberechtigt.

Fünf Kandidaten hatten sich zur Wahl gestellt. Chancen wurden aber nur Amtsinhaber Rohani und Raeissi eingeräumt.

Die Wahl galt einmal mehr als Richtungsentscheidung zwischen behutsamen Reformen im Land und einer Rückkehr zur erzkonservativen Auslegung des Islam. Zugleich werteten Beobachter sie als Abstimmung über den Atomdeal mit dem Westen, mit dem Rohani die Politik der Abschottung Irans beendet hatte.

Was Rohani nützte

Die hohe Wahlbeteiligung dürfte nach Ansicht von Beobachtern Rohani in die Hände gespielt haben. Die liberalen und wohlhabenden Einwohner der Städte gelten als Basis seiner Anhängerschaft.

Sein Gegenkandidat Raeissi, ein 56 Jahre alte Juraprofessor und ehemaliger Staatsanwalt, leitet eine einflussreiche religiöse Stiftung. Er soll dem geistigen und politischen Führer des Landes, Ajatollah Ali Chamenei, nahestehen, der ihn schon einmal als "vertrauenswürdig und sehr erfahren" bezeichnet hatte. Öffentlich unterstützt hat Chamenei aber keinen der Kandidaten.

Seit 1981 ist kein amtierender Präsident im Iran damit gescheitert, eine Wiederwahl zu gewinnen.


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