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Hollywood-Gala Golden Globe für "Aus dem Nichts"

Großer Erfolg für Regisseur Fatih Akin: Sein NSU-Drama "Aus dem Nichts" hat den Golden Globe als bester nicht-englischsprachiger Film erhalten. Die Hollywood-Gala steht in diesem Jahr im Zeichen der Debatte um sexuelle Belästigung. Viele Gäste trugen Schwarz.

Von: tagesschau.de

Stand: 08.01.2018

Diane Kruger und Fatih Akin bei der Verleihung der Golden Globes, Los Angeles, 7.1.2018 | Bild: picture-alliance/dpa/Hahn Lionel/ABACA

"Aus dem Nichts" - das deutsche Drama über den NSU von Regisseur Fatih Akin hat einen Golden Globe gewonnen. Akin nahm bei der Hollywood-Gala in Los Angeles den Preis für den besten nicht-englischsprachigen Film entgegen.

Hauptdarstellerin des Films ist Diane Kruger, die auch für einen Oscar nominiert ist. Mit der Trophäe in der Hand sagte Akin zu Kruger: "Das ist Deine, das ist unsere."

Akins Thriller erzählt von einem Anschlag in Hamburg, bei dem ein Kurde und dessen Sohn ums Leben kommen. Für ihre Rolle als verzweifelte Ehefrau, die die Schuldigen zur Rechenschaft ziehen will, hatte Kruger im vorigen Jahr den Darstellerpreis der Filmfestspiele von Cannes gewonnen.

Sein Thriller setzte sich unter anderem gegen die schwedisch Satire "The Square" durch, die den Europäischen Filmpreis gewonnen hatte. Weitere Nominierungen in der Sparte waren der kambodschanische Film "First They Killed My Father" von Angelina Jolie, "Fantastic Woman" aus Chile und "Loveless" aus Russland.

Es war die erste Golden-Globe-Nominierung für den 44-jährigen Akin. Vor einem Jahr war "Toni Erdmann" im Rennen um die Goldene Weltkugel. Die Tragikomödie von Maren Ade ging bei der Verleihung in Beverly Hills aber leer aus.

"Three Billboards Outside Ebbing, Missouri" bestes Filmdrama

Die Schauspielerin Frances McDormand wurde als beste Schauspielerin in einem Filmdrama ausgezeichnet. Sie holte die Trophäe für ihren Auftritt in dem Independent-Film "Three Billboards Outside Ebbing, Missouri". Der Streifen über eine Mutter, die Vergeltung für den Mord an ihrer Tochter sucht, wurde auch als bestes Filmdrama ausgezeichnet.

Die düstere Zukunftsvision "The Handmaid's Tale - Der Report der Magd" erhielt die Auszeichnung als bestes TV-Drama. Damit konnte die Produktion bereits ein zweites Mal punkten: Hauptdarstellerin Elisabeth Moss bekam zuvor bereits für ihre Rolle den Golden Globe als beste Schauspielerin in einem TV-Drama.

Die Tragikomödie "Lady Bird" von Regisseurin Greta Gerwig gewann den Golden Globe als beste Filmkomödie.

Der aus Frankfurt stammende Star-Komponist Hans Zimmer ging leer aus. Die Trophäe für die beste Filmmusik ging stattdessen an den französischen Komponisten Alexandre Desplat für den Film "Shape of Water - Das Flüstern des Wassers".

In Schwarz auf dem roten Teppich

Zur diesjährigen Verleihung der Golden Globes im Beverly Hilton kamen viele Stars in Schwarz, um ein Zeichen gegen sexuelle Belästigung und Vergewaltigung in der US-Unterhaltungsindustrie zu setzen.

Auslöser der Proteste war der Skandal um den US-Film- und Fernsehmogul Harvey Weinstein, der viele Frauen sexuell belästigt oder gar vergewaltigt haben soll. Schauspielerin Meryl Streep sagte: "Die Leute sind sich jetzt eines Ungleichgewichts der Macht bewusst. Das hat zu Missbrauch in unserer Branche geführt." Die dreifache Oscar-Gewinnerin hob hervor, Männer und Frauen fühlten sich nun "ermutigt, in einer breiten, schwarzen Reihe zusammenzustehen".

Als Zeichen der Solidarität für mehr Geschlechtergleichheit trugen viele Stars einen Anstecker der Initiative "Time's Up - Die Zeit ist vobei". Der Bewegung finanziert auch einen Rechtsfond. Ihr gehören Filmstars wie Meryl Streep, Emma Stone, Cate Blanchett und Gwyneth Paltrow an.

Viele Stars brachten zudem als Begleitung Aktivistinnen oder Aktivisten mit. So kam Streep mit Ai-jen Poo, der Vorsitzenden der Nationalen Vereinigung der Hausangestellten. Unter den Gästen war auch Tarana Burke, die den Hashtag #MeToo ins Leben gerufen hatten. Unter diesem Schlagwort hatten zahllose Frauen und Männer in den sozialen Netzwerken von ihren Erfahrungen mit sexuellen Übergriffen berichtet.

Der TV-Moderator Seth Meyers eröffnete die Gala sogleich mit einigen Seitenhieben: "Guten Abend Ladies und übrig gebliebene Gentlemen!" Es sei das erste Mal seit drei Monaten, dass männliche Stars keine Angst haben müssten, wenn ihr Name laut vorgelesen werde.

Meyers schoß bei seiner Eröffnung auch verbal gegen einige Nominierte und US-Präsident Donald Trump.

Die Goldenen Weltkugeln, nach den Oscars Hollywoods höchste Auszeichnung, werden vom Verband der Auslandspresse (HFPA) in 25 Film- und Fernseh-Kategorien verliehen.


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