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Präsidentenwahl in Tschechien Erste Runde geht an Zeman

Mit klarem Vorsprung aber ohne absolute Mehrheit: Bei der Präsidentenwahl in Tschechien liegt Amtsinhaber Zeman nach Auszählung fast aller Stimmen weit vorne. In der Stichwahl tritt er höchstwahrscheinlich gegen den parteilosen Drahos an.

Von: tagesschau.de

Stand: 13.01.2018

Amtsinhaber Milos Zeman hat die erste Runde der Präsidentenwahl für sich entschieden. Nach Auszählung fast aller Stimmen komme Zeman auf knapp 39 Prozent, teilte die tschechische Statistikbehörde mit. Damit verfehlt er die absolute Mehrheit, was bedeutet, dass es in zwei Wochen eine Stichwahl geben wird.

Dabei trifft er voraussichtlich auf den parteilosen Chemieprofessor und den früheren Präsidenten der tschechischen Akademie der Wissenschaften Jiri Drahos. Derzeit liegt dieser mit knapp 26 Prozent der Stimmen auf dem zweiten Platz. Dritter ist der ehemalige Diplomat Pavel Fischer mit zehn Prozent.

Zwei Tage lang konnten etwa 8,4 Millionen wahlberechtigte Tschechen abstimmen - am frühen Samstagnachmittag schlossen die Wahllokale. Insgesamt gab es neun Kandidaten für das höchste Staatsamt. Zu den prominentesten Kandidaten zählten der frühere Ministerpräsident Mirek Topolanek und Michal Horacek, ein ehemaliger Sänger und Liedermacher.

Zeman - "Kämpfer für die kleinen Leute"

Zeman hatte sich im Wahlkampf als Zuwanderungsgegner und Kämpfer für die kleinen Leute positioniert. Er pflegt gute Kontakte zu Russland und China. Sein größter Herausforderer Drahos will Tschechien wieder stärker nach Westen orientieren. Nach einer Umfrage des tschechischen Fernsehens CT würdigten die Wähler bei Zeman seine starke Persönlichkeit und sein Durchsetzungsvermögen, bei Drahos seine Ehrlichkeit und seine Bildung.

Mäßige Wahlbeteiligung

Mit knapp 60 Prozent war die Beteiligung etwa so hoch wie bei der ersten Direktwahl des Staatsoberhaupts vor fünf Jahren. Bis auf einen Zwischenfall verlief die Wahl ohne besondere Vorkommnisse: Eine Aktivistin der Frauengruppe Femen war mit nacktem Oberkörper und dem Ruf "Zeman - Putins Schlampe" auf den amtierenden Präsidenten zugestürzt, als dieser seine Stimme abgeben wollte. Zeman war im November in Russland mit Kremlchef Wladimir Putin zusammengekommen.


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