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Spannungen vor Zypern Erdogan warnt vor "Fehlschlüssen"

Türkische Kriegsschiffe hindern den italienischen Energiekonzern ENI daran, vor Zypern nach Erdgas zu bohren. Präsident Erdogan verschärft nun die Spannungen: Er warnte vor "Fehlschlüssen" in der Ägäis.

Von: tagesschau.de

Stand: 13.02.2018

Ein Boot der türkischen Küstenwache patrouilliert im Ägäischen Meer. | Bild: picture-alliance/dpa

Seit inzwischen vier Tagen blockiert die Türkei mit Kriegsschiffen ein Gebiet vor der Küste Zyperns, in dem der italienische Energiekonzern ENI nach Erdöl suchen möchte. Die Spannungen beschäftigen bereits den EU-Ratspräsidenten - nun heizt der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan sie weiter an. "Opportunistische Versuche der Erdgasförderung vor Zypern und den ägäischen Inseln entgehen unserer Wahrnehmung nicht", sagte er vor Abgeordneten der Regierungspartei AKP. "Wir warnen die, die mit Fehlschlüssen auf Zypern und der Ägäis aus der Reihe tanzen".

Streit um Zypern und Felseninseln vor der türkischen Küste

Die Türkei sieht durch das Bohrvorhaben die Rechte der türkischen Bewohner Zyperns gefährdet. Die Insel im Ägäischen Meer ist seit dem Einmarsch türkischer Militärs nach einem Putsch 1974 geteilt, gehört völkerrechtlich jedoch zu Griechenland. Der nördliche Teil, der sich selbst "Türkische Republik Nordzypern" nennt, wird jedoch international nicht als Staat anerkannt.

Die gesamte Insel ist seit 2004 Mitglied der EU. Erst im Juli 2017 waren Gespräche zur Zukunft der Insel an einem Streit über den Status der 35.000 türkischen Soldaten gescheitert, die im Norden stationiert sind.

Derzeit hindern türkische Militärschiffe ein vom Energiekonzern ENI gemietetes Bohrschiff daran, sein Erkundungsgebiet südlich der Hafenstadt Larnaka zu erreichen. In dem Streit geht es auch um mehrere kleinere Felseninseln, die die Griechen als Imia, die Türken als Kardak bezeichnen und jeweils für sich beanspruchen. Im Jahr 1996 hatte sich der Konflikt um die Inseln zuletzt so zugespitzt, dass die USA durch diplomatische Intervention einen Militärschlag verhindern mussten.

Kollision zwischen griechischem und türkischem Wachboot

Wie angespannt aktuell die Lage ist, zeigt eine Kollision eines Schnellbootes der griechischen Kriegsmarine mit einem Patrouillenboot der türkischen Küstenwache im Januar.

In der Nacht zum Dienstag hat sich nach Angaben der griechischen Behörden ein weiterer Zwischenfall ereignet: Ein türkisches Küstenwachboot soll ein Boot der griechischen Küstenwache in der Nähe der Inseln gerammt haben. Das griechische Schiff sei dabei am Heck beschädigt worden, verletzt worden sei aber niemand, meldeten griechische Nachrichtenagenturen. Die genauen Umstände des Zwischenfalls sind unklar.


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