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Reaktionen auf Trump-Äußerungen "Wir fordern Respekt für unser Volk"

Die Empörung ist groß nach den abfälligen Bemerkungen, die der US-Präsident gegen Haiti und Afrika geäußert haben soll. 54 afrikanische Staaten fordern eine Entschuldigung - und auch aus Lateinmerika häufen sich Beschwerden in Richtung Washington.

Von: tagesschau.de

Stand: 13.01.2018

US-Präsident Donald Trump | Bild: picture-alliance/dpa/Chip Somodevilla

Die Schmähung des US-Präsidenten traf Haiti ausgerechnet am nationalen Trauertag: Am 12. Januar gedenkt die kleine Karibik-Nation der mindestens 300.000 Todesopfer des Erdbebens von 2010. Und sie erinnert an die eigene Verletzlichkeit: Das ärmste Land der westlichen Hemisphäre ist Naturkatastrophen schutzlos ausgeliefert. Haiti ist auf internationale Unterstützung angewiesen. Die Entwicklungshilfe der USA ist um 25 Prozent gesunken, seit Präsident Donald Trump regiert.

"Haitianische Amerikaner leisten viel für das Land"

"Eigentlich sollte ich unserer Toten gedenken und nicht hier sitzen und die Äußerungen Trumps kommentieren", meinte Haitis Botschafter in den USA, Paul Altidor, im Fernsehsender MSNBC. Der Botschafter forderte eine Entschuldigung vom Weißen Haus. Die Regierung in Port-au-Prince bestellte den US-amerikanischen Gesandten ein.

"Meine erste Reaktion war Überraschung und Enttäuschung darüber, dass der Präsident sich über eine Gruppe von Menschen so geäußert haben soll. Haiti ist ein guter Nachbar, Freund und Partner der USA. Haitianische Amerikaner leisten viel für das Land. Sie haben gut mit den anderen zusammengelebt. Für sie sind diese Äußerungen entmutigend."

Paul Altidor, US-Botschafter in Haiiti

Präsident sieht Salvadorianer in ihrer Würde verletzt

In El Salvador war die Nachricht schon der zweite herbe Schlag innerhalb einer Woche: Gerade erst hatte Trump angekündigt, 200.000 salvadorianische Einwanderer abschieben zu wollen, die schon seit 18 Jahren unter besonderem Schutz stehen. Die beleidigende Äußerung habe die Würde seines Volkes verletzt, so Präsident Salvador Sánchez Cerén.

"Wir haben uns bei der US-Regierung beschwert und sie an den hohen Wert der Salvadorianer erinnert. Zum Beispiel waren es unsere Bauarbeiter, die das Pentagon nach den Anschlägen vom 11. September aufbauen halfen. Oder New Orleans nach Hurrikan 'Katrina': Unsere Landsleute nahmen an Friedensmissionen teil. Wir fordern Respekt für unser mutiges und edles Volk."

Sánchez Cerén, Präsident El Salvoador

Sánchez Cerén, Präsident El Salvoador

Das kleine mittelamerikanische Land hat nur etwa siebeneinhalb Millionen Einwohner. Mehr als zwei Millionen Salvadorianer leben in den USA. Mittelamerika, die Karibik und Mexiko verbindet seit Generationen eine Einwanderungsgeschichte mit den USA. Deshalb werden die Äußerungen des Präsidenten über El Salvador und Haiti in der ganzen Region als Herabwürdigung empfunden.

US-Botschafter in Panama zurückgetreten

In Panama, einem der engsten Verbündeten der USA, trat der US-Botschafter John Feeley zurück, weil er diesem Präsidenten nicht mehr dienen wolle. Das Außenministerium in Washington erklärte dazu, Feeley sei aus "persönlichen Gründen" zurückgetreten.


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