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Verfahren in Schweden Ermittlungen gegen Assange eingestellt

Sieben Jahre hatte Schweden gegen WikiLeaks-Gründer Assange ermittelt. Der Vorwurf: Vergewaltigung. Nun hat die Staatsanwaltschaft das Verfahren eingestellt. Assange lebt aus Angst vor einer Auslieferung an Schweden seit 2012 in der ecuadorianischen Botschaft in London.

Von: tagesschau.de

Stand: 19.05.2017

Nach siebenjährigen Ermittlungen stellt die schwedische Staatsanwaltschaft das Vergewaltigungsverfahren gegen WikiLeaks-Gründer Julian Assange ein. Staatsanwältin Marianne Ny habe beschlossen, die Ermittlungen nicht weiterzuführen, erklärte die Staatsanwaltschaft.

Assanges Anwälte hatten immer wieder eine Aufhebung des Haftbefehls beantragt. Nach langem Tauziehen war der 45-jährige Australier Mitte November in der ecuadorischen Botschaft in London zu Vergewaltigungsvorwürfen befragt worden. Assange bezeichnete das Verfahren als politisch motiviert - es habe sich um einvernehmlichen Sex gehandelt.

Seit 2012 im Exil

Der WikiLeaks-Gründer war 2012 in die diplomatische Vertretung in London geflüchtet, um einer Festnahme zu entgehen. Er befürchtete, wegen der Vergewaltigungsvorwürfe nach Schweden und dann schließlich in die USA ausgeliefert zu werden, wo ihm eine lange Haft drohen könnte.

Seine Internetplattform hatte 2010 ein politisches Erdbeben ausgelöst, als sie mehr als 250.000 vertrauliche Dokumente von US-Botschaften veröffentlichte. Sie enthüllte unter anderem Details über das Vorgehen der US-Streitkräfte bei den Kriegen im Irak und in Afghanistan. WikiLeaks machte auch eine Reihe von Dokumenten publik, die zeigen, wie der US-Geheimdienst NSA Bundeskanzlerin Angela Merkel ausspionierte.

Eine der wichtigsten Enthüllungsquellen war die US-Whistleblowerin Chelsea Manning. Anfang des Jahres hatte Assange angekündigt, sich in die USA ausliefern zu lassen, sollte Manning freikommen. Als der ehemalige US-Präsident Barack Obama schließlich Manning begnadigte, äußerten sich Assanges Anwälte zu seiner früheren Ankündigung zurückhaltend - es sei noch zu früh zu sagen, ob Assange sich auch tatsächlich ausliefern lasse.


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Kommentare

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Max, Freitag, 19.Mai, 19:18 Uhr

2. Erdbeben?

Anders als der Artikel es uns weiß machen will, hat die Veröffentlichung der Kriegsverbrechen kein Erdbeben ausgelöst.
Die US Politik hat sich nicht geändert, die Verantwortlichen werden nicht belangt und unsere Regierung und unsere Medien distanzieren sich nicht von den USA.
Verfolgt werden dagegen diejenigen, die sich mit hohem persönlichem Mut und Einsatz für die Aufklärung dieser Machenschaften einsetzen.

E. S., Freitag, 19.Mai, 13:08 Uhr

1.

Gut das die Ermittlungen eingestellt sind. Daran wird sichtbar, Lügen haben nicht die lange Haltbarkeit oder besser gesagt Lügen haben kurze Beine.