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Drittes Aufeinandertreffen mit Clinton Letztes Duell, letzte Chance für Trump?

In Las Vegas gibt es kommende Nacht das dritte und letzte TV-Duell Clinton-Trump. Diesmal geht es vor allem um die Außenpolitik - eigentlich die Stärke von Ex-Außenministerin Clinton. Aber für Trump geht es ums Ganze: Er muss seine wohl letzte Chance nutzen.

Von: Martin Ganslmeier

Stand: 19.10.2016

Donald Trump beim Wahlkampf in Lakeland / Florida | Bild: picture alliance/ZUMA Press

Die jüngsten Umfragen zeigen eine klare Tendenz: Seit der Veröffentlichung des elf Jahre alten Videos, in dem sich Donald Trump damit brüstet, als Promi könne er Frauen sexuell belästigen, hat Hillary Clinton ihren Vorsprung weiter ausgebaut. Je nach Umfrage zwischen sieben und elf Prozentpunkte - einen solch großen Rückstand so kurz vor der Wahl konnte in der Vergangenheit noch kein Präsidentschaftskandidat aufholen.

Trump: "Prognosen sind gefälscht"

Doch Donald Trump hält die Prognosen für gefälscht. Seine Anhänger warnt er: "Ich glaube den Umfragen nicht mehr!" Vielleicht auch deshalb, weil die Umfragen in den 15 besonders umkämpften Bundesstaaten noch schlechter für Trump ausfallen. In neun der 15 Bundesstaaten führt Clinton, zum Teil mit deutlichem Vorsprung. Und selbst in traditionell republikanischen Bundesstaaten wie Texas und Arizona hat Trump nur knapp die Nase vorn.

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Wie ein Kind, das verliert

Angesichts der schlechten Umfragewerte verhält sich Trump seit Tagen wie ein Kind, das angesichts seiner drohenden Niederlage beim "Mensch ärgere Dich nicht" die Hütchen des Gegners einfach umstößt. Schon jetzt ist Trump überzeugt, dass es am 8. November Wahlbetrug geben wird:

"Die wollen sogar versuchen, die Ergebnisse in den Wahlkabinen zu fälschen! Man sieht ja, wie viele korrupte Städte es gibt. Wahlbetrug ist dort an der Tagesordnung. Und dann kritisieren sie uns dafür, dass wir das sagen."

Donald Trump

Wahlfälschungen sind in den USA kaum möglich - schon allein aufgrund der dezentralen Organisation in Hunderten Wahlkreisen, für die sowohl Republikaner als auch Demokraten verantwortlich sind. Dass ein Präsidentschaftskandidat schon vor der Wahl Anderen die Schuld für seine drohende Niederlage in die Schuhe schiebt, das habe es in den USA noch nie gegeben, kritisierte US-Präsident Obama.

Am Tag vor der letzten TV-Debatte fand Obama deutliche Worte für Trump: Er solle endlich aufhören, die Wahl zu diskreditieren:

"Sie fangen zu jammern an, bevor das Spiel überhaupt vorbei ist? Wenn Sie bei einer drohenden Niederlage immer Andere tadeln, dann haben Sie nicht das, was man in diesem Job braucht!"

US-Präsident Barack Obama

Clinton schweigt

Clinton dagegen schweigt. Seit sechs Tagen hatte sie keine öffentlichen Auftritte mehr. Sie bereite sich intensiv auf das Duell vor, sagen ihre Sprecher. Dabei müsste sie als ehemalige Außenministerin die außen- und sicherheitspolitischen Themen beherrschen, um die es im dritten TV-Duell vor allem geht.

Doch Trump wird Clinton dort attackieren, wo sie verwundbar ist: ihre Zustimmung zum Irak-Krieg, der übereilte Sturz von Libyens Diktator Muammar al-Gaddafi, der Anschlag im libyschen Bengasi und die kürzlich von WikiLeaks veröffentlichten Reden Clintons vor Bankern, aus denen ihre Nähe zur Wall Street hervorgeht.

Clinton reicht es, keine großen Fehler zu machen, meint Chuck Todd, der Politische Direktor des Senders NBC. Anders Donald Trump: "Er braucht eine großartige Debatte, fast einen K.o.-Sieg, um den Trend doch noch umzukehren." Über den Moderator der Debatte kann sich Trump diesmal nicht beschweren. Chris Wallace kommt vom rechtskonservativen Sender Fox News.


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websaurier, Mittwoch, 19.Oktober, 13:26 Uhr

2. Billiges Showgeplänkel


Die tumben und oberflächlichen Amerikaner würden auch verkleidetes Warzenschwein zum Präsidenten wählen !
Die Show muss stimmig sein, dann geht alles wie von selbst.

In Bayern ist das ähnlich, da genügt ein blau-weiß angemalter Besenstiel und schon laufen alle hinterher...

Agnes, Mittwoch, 19.Oktober, 10:47 Uhr

1. Wahlergebnisse können von Umfrageergebnissen abweichen

Julien Assange hat zur Zeit keinen Internetzugang. Es bleibt spannend.